Schönefeld/Schulzendorf – Während Wissenschaftler weltweit vor den Gefahren ultrafeiner Partikel (UFP) rund um große Flughäfen warnen, verzichtet Schönefeld ausgerechnet bei neuen Schulstandorten auf spezielle Filteranlagen. Betroffen sind sowohl das von Bürgermeister Christian Hentschel gefeierte „Leuchtturmprojekt“ der interkommunalen Grundschule in Schulzendorf als auch die Container-Schule in Waltersdorf.

Mediziner sind sich sicher: Eine hohe Belastung durch UFP kann zu schweren Atemwegserkrankungen führen (Symbolbild)
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Wie Rathaussprecher Jörn Morisse gegenüber dem Schulzendorfer bestätigte, werden dort keine speziellen Ultrafeinstaub-Filter eingebaut. Dabei gelten gerade Kinder als besonders gefährdet.
Studien des Umweltbundesamtes zeigen seit Jahren: Im Umfeld großer Flughäfen kann die Konzentration ultrafeiner Partikel massiv erhöht sein. Verursacht werden sie vor allem durch Turbinenabgase beim Rollen, Starten und Landen der Maschinen. Das Problem: Die winzigen Partikel dringen tief in die Lunge ein und können sogar in den Blutkreislauf gelangen.
Die Wissenschaft empfiehlt deshalb keine Einzelmaßnahme, sondern ein ganzes Schutzpaket: weniger Emissionen am Flughafen, ausreichend Abstand sensibler Einrichtungen zu Roll- und Startbahnen, kontrollierte Lüftungssysteme und eben moderne Filtertechnik.
Internationale Expertisen beweisen längst, dass sich die Belastung in Schulen wirksam senken lässt. Forschungen aus Los Angeles sowie Untersuchungen der Universität Washington an Schulen nahe des Flughafens Seattle-Tacoma belegen, dass mechanische HEPA-Filter die Konzentration flugverkehrsbedingter Ultrafeinstaub-Partikel in Klassenräumen deutlich reduzieren können.
Doch in Schönefeld scheint diese Erkenntnis noch nicht angekommen zu sein. Oder, wie Kritiker inzwischen spotten: Offenbar sind die Warnungen der Forscher hier noch nicht eingeflogen.
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