Schulzendorf . Vor zehn Jahren schwebte im Gemeinderat ein Plan: Gründung einer gemeindeeigenen Wohnungsbaugesellschaft. Guido Thieke (CDU) und Hans-Georg Bäumer (Die Linke) warben 2016 dafür, Grundstücke der Gemeinde einzubringen und so eine solide finanzielle Basis zu legen. Der damalige WIWO-Geschäftsführer Frank Kerber, referierte im Finanzausschuss im Frühjahr 2016 zu den Möglichkeiten. Sein Fazit damals zur Strukturreform: „Das ist mit Sicherheit der richtige Weg.“

Dieser Schaden am Dachstuhl eines vermieteten Wohnhauses ist nicht über Nacht auf die Gemeinde hereingestürzt. Eine Notreparatur wurde nötig.
Doch der Funke sprang nicht über. Im Gemeinderat gab es Zauderer. Neben dem Grünen Andreas Körner mischte auch Ex-Bürgermeister Markus Mücke mit, der sich mit Stimmen umhörte, die rieten: Hände weg von so einem Projekt. Am Ende scheiterte das Vorhaben.
Ein Jahrzehnt später: Die Bewirtschaftung der Schulzendorfer Liegenschaften gleicht einem Desaster. Mietzahlungen decken kaum die Kosten, der Reparaturstau ist angewachsen. Drei frühere Schmuckstücke erzählen die Geschichte der Missverwaltung:
Beispiel 1: Ein vermietetes Wohnhaus, dessen Dachstuhl drohte einzubrechen. Verfaulte Balken hätten eine Katastrophe auslösen können. Rettung: Notfall-Maßnahmen, ergriffen vom neuen Bürgermeister Markus Witteck (CDU), der die Sache zur Chefsache machte.
Beispiel 2: In der Grundschule Schulzendorf drohten tonnenschwere Stahlträger und Glasscheiben herunterzufallen. Eine Gefahr, die seit 2006 bekannt war. Ein alarmierendes Schild, das lange ignoriert wurde.
Beispiel 3: Das alte Gemeindeamt in der Otto-Krien-Straße steht seit Jahren leer. Seit mehr als einem Jahrzehnt fließen jährliche Steuergelder in die Unterhaltung eines Gebäudes, das schleichend verfällt.
Schulzendorfs Liegenschaften werden extern verwaltet. Doch auch dieser Kurs hat Schlagseite gezeigt: Unrealistische Kostenschätzungen zur Objektertüchtigung des alten Rathauses und fragwürdige Mietpreise, die deutlich unter dem ortsüblichen Niveau lagen, wurden kommuniziert.
Angesichts leerer Kassen wäre es klug, die Liegenschaften der Gemeinde von einer renommierten kommunalen Wohnungsbaugesellschaft der Region im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsvertrags verwalten zu lassen. Das erspart Kosten, eröffnet aber mehr Perspektiven.

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