Schulzendorf. Am Mittwochnachmittag gegen 15:45 Uhr wurden Passanten und Schulkinder in der Illgenstraße Zeugen eines Unfalls. Ein Bus der Regionalen Verkehrsgesellschaft (RVS) fuhr von der Busstation Grundschule in Richtung Ernst-Thälmann-Straße. Die Route befand sich auf der 30er-Strecke, die Sichtverhältnisse waren laut Augenzeugen gut, die Lichtverhältnisse klar.
Auf Höhe der Illgenstraße 5 stand zu diesem Zeitpunkt am Straßenrand ein Igel. Der Bus befand sich rund 5 Meter von dem Überquerungspunkt entfernt. Als der Igel die Fahrbahn überquerte, wurde er vom Bus überrollt. Der Bus fuhr weiter, der Igel blieb auf der Straße liegen. Das Bild, das sich vorbeilaufenden Schülern und Passanten bot, war grausam.
Der Busfahrer konnte identifiziert werden. Wie RVS-Geschäftsführer Siegfried Richter gegenüber dem Schulzendorfer mitteilte, ist der Kollege seit vielen Jahren bei der RVS beschäftigt und bekannt als angenehmer, engagierter und hilfsbereiter Mitarbeiter. Auf Vorwürfe und das Foto des überrollten Igels hin zeigte sich der Fahrer bestürzt und konnte zunächst nicht glauben, dass er es war. Nach Angaben des RVS-Chefs habe der Fahrer den Igel nicht gesehen und das Überrollen nicht bemerkt.
Matthias Rackwitz, Chef des NABU Dahmeland e.V., dem das Igel Foto voergelegt wurde, zum Unfall: „Das Bild ist wirklich schwer anzusehen. Aber wenn der Igel erst wenige Meter vor dem Bus auf der Straße war, hat der Fahrer ihn wahrscheinlich gar nicht rechtzeitig sehen können. Straßen sind für kleine und langsame Tiere leider extrem gefährlich, selbst wenn man ein Fahrzeug langsam bewegt.“
Der Unfall wirft Fragen zum richtigen Verhalten von Fahrzeugführern bei nahenden Tieren auf. Experte Rackwitz ruft dazu auf, noch aufmerksamere Fahrweise zu zeigen, besonders in Zeiten erhöhter Tierwanderungen. Zeuthens Bürgermeister Martens (Die Linke) hat vor diesem Hintergrund in der Elbestraße 10 km/h Schilder aufstellen lassen, damit Fahrzeugführer dort auf die derzeitige Krötenwanderung sensibilisiert werden.

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