Französischer Abend im Kavalierhaus Königs Wusterhausen

3. September 2018
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Anno 1718, also vor genau 300 Jahren, wurde das neu umgebaute königliche Jagdschloss eingeweiht und der Ort Wusterhausen in Königs Wusterhausen umbenannt.

Ein historischer Glücksfall aus heutiger Sicht, denn zu diesem Kleinod gehört auch das eindrucksvolle Kavalierhaus, in dessen Saal am 22.09.2018 um 19 Uhr das zweite Konzert der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen stattfindet.

Wie schon im vergangenen Jahr sind auch 2018 wieder Preisträger des Deutschen Musikrates zu hören: Zu Gast ist „duo suono“. Die Flötistin Myriam Ghani und der Pianist Viktor Soos sind vielfache Preisträger u. a. des hochrangigen „Deutschen Musikwettbewerbs“ und wurden somit in die „62. Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler“ aufgenommen. Solistisch treten sie national wie international mit namhaften Orchestern auf, Konzertreisen führten sie durch Europa und nach Südamerika.

Das Duo suono mit Myriam Ghani (Flöte) und Viktor Soos (Klavier) gastiert beim zweiten Konzert der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen im Kavalierhaus.

Das Duo suono mit Myriam Ghani (Flöte) und Viktor Soos (Klavier) gastiert beim zweiten Konzert der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen im Kavalierhaus.

Ihr Programm „Impressionen aus Frankreich“ verheißt einen überaus spannenden Konzertabend. Es erklingen Werke von Fauré, Debussy, Poulenc, Ravel und Prokofjew. Gleich das Eröffnungsstück von Gabriel Fauré ist eine wahre Preziose der Kammermusik. Lyrisch und virtuos, beinahe träumerisch, zieht die Fantasie op. 79 den Hörer in ihren Bann. Sein Lehrer Camille Saint Saens bescheinigte ihm bereits bei seinem ersten veröffentlichten Stück echte Meisterschaft.

Zu Faurés berühmten Schülern gehörte auch Maurice Ravel, dessen „Scarbo“ (der listige Kobold) aus „Gaspard de la nuit“ gespielt wird, Ravels bedeutendste Arbeit, gilt dieses Werk doch bis heute als eines der schwersten Klavierstücke überhaupt. Er sagte dazu: „Ich wollte eine Karikatur auf die Romantik machen.“ Eine Künstlergruppe um Ravel nannte sich „Noctuelles“, die „Nachtschwärmer“. Sie alle zogen durchs nächtliche Paris der Jahrhundertwende und entzogen sich den üblichen Konventionen. Man kann sich gut vorstellen, dass dabei viele Ideen zu späteren Werken entstanden sein müssen.

Sinnlich-frivol geht es weiter: Von Claude Debussy, der vor einhundert Jahren 1918 starb, wird „Prélude à l’aprés-midi d’un faune“ („Nachmittag eines Fauns“) zu hören sein: Faun, ein lüsterner Waldgott, in der Nachmittagshitze träumend…, ein sphärisches Werk, das nach einem Gedicht von Mallarmé vertont ist. Der Dichter, der die Vertonung seiner Werke im Grunde ablehnte, schrieb dazu: „Waldgott, wenn Deine Flöte mit dem ersten Atem anspricht, höre all das Licht, das Debussy dort hineinblasen wird.“ Ein großes Lob für den Komponisten.

Die folgende Sonate für Flöte und Klavier von Francis Poulenc ist ein melodischer Reigen schönster Harmonien, ätherisch und zauberhaft. Bei der Premiere musste der Mittelteil auf Wunsch des Publikums als Zugabe wiederholt werden, so sehr begeisterte das Werk.

Der Höhepunkt des Abends ist die gepfefferte Sonate op. 94: Sergej Prokofjew war zwar Russe, lebte aber lange Zeit in Paris. Als Weltenbummler und Freigeist ließ er sich politisch wie künstlerisch kaum einengen. Er war bestrebt, dass seine Musik frei und unbelastet ist.

Am Konzerttag findet um 17.30 Uhr eine spezielle Schlossführung statt. Schon vor der Führung erwartet die Besucher das Team des Schlosscafés, um sie mit köstlichen selbstgebackenen Kuchen zu verwöhnen. Der zum Café detailverliebt umgebaute und eingerichtete ehemalige Pferdestall ist bereits viel mehr als ein Geheimtipp.

Veranstalter ist der Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e.V. Weitere Infos gibt es unter schlosskonzertekoenigswusterhausen.de. Karten, auch Kombitickets mit Schlossführung, gibt es bei reservix, im Musikladen Brusgatis und an allen anderen Kartenvorverkaufsstellen.

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