PPP-Modell: Goldbeck errichtet „Leuchtturmprojekt“

12. März 2026
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Schönefeld/Schulzendorf. Vergangenen Dienstag wurde der Projektvertrag zum Bau der interkommunalen Grundschule Schönefeld/Schulzendorf zwischen der Gemeinde Schönefeld und der Goldbeck Public Partner GmbH im Schönefelder Rathaus unterschrieben. Die dreizügige Grundschule mit Dreifeldsporthalle auf einer Gebäudegrundfläche von etwa 8.900 Quadratmetern entsteht entlang der Miersdorfer Straße in Schulzendorf. Die geplante Fertigstellung soll im  Juli 2028 sein.

Der Projektvertrag ist unterzeichnet. v.l.: Schulleiterin Frank, von der interkommunalen Grundschule, Markus Witteck, Christian Hentschel, Goldbeck Geschäftsführer Carsten Hense

Der Projektvertrag ist unterzeichnet. v.l.: Schulleiterin Frank, von der interkommunalen Grundschule, Markus Witteck, Christian Hentschel, Goldbeck Geschäftsführer Carsten Hense (Foto: Gemeinde Schönefeld)

Das „Leuchtturmprojekt“, wie Schönefelds Bürgermeister Hentschel (BIS) das interkommunale Schulprojekt einst taufte, wird in einem PPP-Modell verwirklicht. Dabei geht es um eine langfristige Kooperation zwischen der öffentlichen Hand und privaten Unternehmen. Goldbeck übernimmt Planung, Bau, Finanzierung und den 25-jährigen Betrieb der Immobilie. Das bedeutet im Kern, die Kommunen werden beim Bau und der Bewirtschaftung der Gebäude und technischen Anlagen und Einrichtungen entlastet.

„Die Kommunen aus dem Norden des Landkreises Dahme-Spreewald leben die interkommunale Zusammenarbeit. Die Interkommunale Grundschule Schönefeld-Schulzendorf zeigt, dass wir mehr erreichen, wenn wir unsere Kräfte bündeln.“, konstatiert Bürgermeister Hentschel.

Freude, die mit einem Wermutstropfen vermischt ist, brachte Schulzendorfs Bürgermeister Markus Witteck (CDU) zu Ausdruck: „Ich bin froh über das Zustandekommen dieser Partnerschaft und überzeugt davon, dass der Bau eine tolle Sache wird, auch wenn ich das Vorhaben aus finanzieller Sicht für unsere Gemeinde kritisch sehe.“

Bürger und Lokalpolitiker aus Schulzendorf betrachten das Projekt mit Skepsis und Sorge. Politiker sehen die Finanzierung des Projekts problematisch. Bevor die frühere Groko aus Linken , Grünen und SPD mit ihrer Mehrheit im Gemeinderat das Projekt durchpeitschten, warnte Schulzendorf Finanzchef Alexander Reech vor den lauernden Gefahren bei der Finanzierung.

Auch Eltern haben Sorgenfalten was  die Gesundheit ihrer Kinder angeht. Denn nur knapp 3.000 Meter vom Standort des „Leuchtturmprojekts“ entfernt, werden sechsstellige gesundheitsschädliche ultrafeine Partikel (UFP) pro cm³ gemessen. Werte, die die von der WHO ausgegebenen Orientierung einer erhöhten Konzentration von 10.000 Partikeln um ein zigfaches übertreffen.

Derzeit werden in der BEAR-Studie  der Charité Untersuchungen zu den gesundheitlichen Auswirkungen von UFP angestellt. In einer Zwischenanalyse hieß es 2025: “ Erste Datenanalysen zeigen, dass die Reaktionszeit, die bei der Aufmerksamkeits- und Gedächtnistestung gemessen wird, bei Kindern, die gegenüber Flugverkehr exponiert waren, tendenziell verlangsamt war.“

Ob das Projekt tatsächlich ein Leuchtturm im Landkreis werden wird, wird sich nach Veröffentlichung der BEAR-Studie und im Juli 2028 zeigen.

One Response to PPP-Modell: Goldbeck errichtet „Leuchtturmprojekt“

  1. Kommentar
    12. März 2026 at 16:05

    Auch ein Armutszeugnis, dass man es als öffentliche Hand nicht ohne private Investoren schafft, die dann noch schön 25 Jahre lang Gewinn mit dem Betrieb einer Grundschule zulasten der Steuerzahler machen..

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Aktueller UFP-Wert

+++ Ultrafeinstaub Konzentration am BER, Maximaler Einstundenmittelwert am 10.03. 48.904 Partikel/cm³ (Quelle: LUIS Brandenburg). Die WHO betrachtet einen Messwert von 10.000 Partikel/cm³ als „erhöhte Konzentration“. +++

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