Schulzendorf. Bauamtschefin Julia Kruse sorgt erneut für Aufregung: Bei der letzten Sitzung des Ausschusses für Ortsentwicklung stand die Bürger Gängel-Verordnung auf der Tagesordnung, die Kruses Handschrift trägt. Und die hat es in sich!

In der Gängel-Verordnung sollen Bürger für Verstöße im öffentlichen Straßenverkehr mit Ordnungsgelder bestraft werden. Das Rathaus sollte mit gutem Beispiel vorangehen. Im Bild: Ein Fahrzeug des Bauamtes blockiert mit einem abgestellten Fahrzeug rechtswidrig den Kreuzungsbereich zweier Straßen. (Foto: mwBild)
Künftig sollen Bürger, die etwa Schlaglöcher auf öffentlichen Straßen ausbessern oder einen Baum erklimmen, mit drakonischen Strafen rechnen. Doch das ist noch lange nicht alles. Auch das Wegwerfen von Zigarettenkippen und Papier soll bald unter Strafe stehen. Wer nach einem kühlen Feierabendbier seine Flasche nicht ordentlich entsorgt, könnte ebenfalls zur Rechenschaft gezogen werden. Und auch der nächtliche Aufenthalt auf Spiel- oder Sportplatz nach 22 Uhr soll tabu sein! Und wer sein Privatgrundstück nicht ordnungsgemäß instand hält, muss auch mit Strafe rechnen. Auch wer die erforderlichen 3,05 m Restdurchfahrbreite im öffentlichen Straßenraum nicht gewährleistet, dem droht ein Ordnungsgeld.
Wie und mit welchem Personal die Gängel-Verordnung durchgesetzt werden soll, das behielt Kruse für sich. AfD, Bürgerbündnis, CDU/FDP, GfS machten deutlich, dass sie von Bürgergängelei wenig halten. Bürgermeister Witteck (CDU) zog deshal die Beschlussvorlage, die Ex-Bürgermeister Mücke (SPD-nominiert) und Kruse bereits 2025 zur Abstimmung bringen wollten zurück.
Höhepunkt der Debatte im Ausschuss war, als Eiko Hildebrandt (Bürgerbündnis) Kruses üble Attacke gegenüber einem Redebeitrag des Seniorenbeiratsvertreters Dieter Stahn anprangerte. Mit einem herablassenden Augenverdrehen spendierte sie ihm kaum einen Funken Respekt. Wenn das nicht nach einem Plädoyer für mehr Anstand schreit! Es ist nicht die erste nonverbale Entgleisung der Bauamtschefin.
Julia Kruse sollte sich schleunigst überlegen, ob sie ihr Verhalten nicht einmal überdenken kann. Schließlich vertritt sie die Gemeinde Schulzendorf. Und eines ist sicher: Die Geduld der Bürger hat Grenzen!
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