Der NABU entdeckt schon wieder ein neues NEIN! – ein Kommentar.

30. Oktober 2026
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Man könnte fast meinen, der NABU Dahmeland e.V. habe sich ein neues Vereinsmotto gegeben: Was gebaut werden soll, muss erst einmal wegdiskutiert werden. Ein neuer Edeka in Miersdorf? Nein! Baumfällungen in der Seestraße? Auf keinen Fall! Und nun auch noch ein größerer Edeka-Markt in Eichwalde? Natürlich ebenfalls nicht!

Der neueste Schauplatz der NABU-Aktivitäten war am Donnerstag die Alte Feuerwache in Eichwalde. Dort versammelten sich nach Angaben der Märkischen Allgemeinen Zeitung gerade einmal 22 Demonstranten, um gegen die Pläne des Edeka-Inhabers Thorsten Reiche zu protestieren. Aufgerufen hatte Matthias Rackwitz, Vorsitzender des NABU-Regionalverbandes Dahmeland.

Edeka Markt Michendorf (Foto: mwBild)

22 Menschen, von einer breiten Protestbewegung in Eichwalde kann jedenfalls keine Rede sein. Dennoch wird der Eindruck erweckt, als müsse die Gemeinde vor einem gewaltigen Bauvorhaben bewahrt werden. Dabei ist noch nicht einmal eine Baugenehmigung beantragt beziehungsweise erteilt. Die Gemeindevertreter müssen zunächst entscheiden, ob überhaupt ein Planverfahren eingeleitet wird.

Natürlich gibt es Argumente, die man ernst nehmen muss. Auf dem Grundstück stehen alte Bäume. Fragen nach Flächenversiegelung, Verkehrsaufkommen, Ortsbild und der Zukunft des bestehenden Einzelhandels gehören auf den Tisch. Das ist legitime Bürgerbeteiligung. Doch zwischen kritischer Begleitung und reflexartiger Ablehnung liegt ein erheblicher Unterschied.

Und genau hier liegt das Problem: Beim NABU Dahmeland entsteht zunehmend das Bild einer Organisation, die bei Bauvorhaben vor allem die Gegenposition sucht.

Man darf durchaus fragen, ob sich Naturschutz auf Dauer darin erschöpfen kann, Bauvorhaben zu stoppen. Wo bleiben konstruktive Vorschläge, wie Nahversorgung, Ortsentwicklung, Klimaschutz und der Erhalt von Grünflächen miteinander vereinbart werden können? Wer immer nur Nein sagt, muss sich irgendwann auch fragen lassen, welche Entwicklungsmöglichkeiten er den Gemeinden eigentlich noch zugesteht.

Bemerkenswert ist zudem, dass der Protest in Eichwalde von einem Mann organisiert wurde, der nach öffentlich zugänglichen Angaben aus Groß Köris stammt und weder in Eichwalde noch in Zeuthen zu Hause ist. Das macht seine Argumente selbstverständlich nicht weniger wertvoll. Aber es wirft die Frage auf, mit welchem Anspruch ein auswärtiger Vereinsvorsitzender in die örtliche Entwicklung eingreift und für wen er dabei eigentlich spricht.

Naturschutz braucht eine Stimme. Alte Bäume, wertvolle Biotope und gewachsene Grünflächen verdienen Schutz. Aber Naturschutz ist kein Freibrief, jede Veränderung grundsätzlich abzulehnen. Auch die Menschen in Eichwalde haben ein Recht auf eine moderne Nahversorgung und darauf, dass ihre Gemeinde sich weiterentwickelt.

Vielleicht sollte der NABU Dahmeland gelegentlich auch einmal zeigen, wofür er ist und nicht nur, wogegen.

Denn wer überall nur rote Linien zieht, darf sich nicht wundern, wenn irgendwann niemand mehr weiß, wo eigentlich noch ein Weg nach vorn verlaufen soll.

One Response to Der NABU entdeckt schon wieder ein neues NEIN! – ein Kommentar.

  1. Peter
    30. Oktober 2026 at 19:40

    Ist ja komisch, in Zeuthen, Miersdorf und Eichwalde gibt es “Riesen”-Proteste wegen Neubauten die den Bürgern eventuell Nutzen bringen könnten.
    Hat der Herr Rackwitz denn noch gar nichts vom Schulzendorfer Rechenzenrum gehört ?
    Dann sollte Ihm mal jemand Bescheid sagen.

    Da würde sich doch mal ein Einsatz lohnen,bin gespannt wie sich die “Grünen” und ” Klimaschützer ” dazu positionieren.

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