Schulzendorf. Hat die Gemeinde Schulzendorf unter der Amtsführung des früheren Bürgermeisters Markus Mücke (SPD-nominiert) finanzielle Schäden erlitten? Eine Beschlussvorlage sollte Licht ins Dunkel bringen und mögliche Schäden systematisch erfassen. Doch SPD-Gemeinderat Lübke bremste: erst in die Ausschüsse, erst weitere Prüfungen, bloß keine voreiligen Ausgaben für Anwälte. Schließlich könnte eine juristische Verfolgung am Ende erfolglos bleiben.
Das klingt nach Sparsamkeit. Doch bei näherer Betrachtung drängt sich eine andere Frage auf: Soll die Gemeinde wirklich auf Aufklärung verzichten, nur weil sie Geld kosten könnte und das Ergebnis unbequem ausfallen mag?
Lübkes Argumentation hat einen entscheidenden Haken: Niemand kann beurteilen, ob sich rechtliche Schritte lohnen, solange nicht einmal systematisch erfasst ist, welche Schäden möglicherweise entstanden sind. Wer die Erfolgsaussichten einer Prüfung infrage stellt, bevor die Fakten auf dem Tisch liegen, argumentiert im Kreis.
Natürlich kosten Anwälte Geld. Natürlich kann eine Klage scheitern. Aber was ist die Alternative? Mögliche Schäden einfach abhaken, weil ihre Aufarbeitung Aufwand verursacht? Das wäre eine bemerkenswerte Form kommunaler Sparsamkeit: Man spart bei der Kontrolle und nimmt dafür in Kauf, dass mögliche Verluste ungeklärt bleiben.
Es geht dabei nicht darum, Mücke vorab schuldigzusprechen. Ob Pflichtverletzungen vorlagen, ob der Gemeinde tatsächlich ein Schaden entstanden ist und ob jemand dafür rechtlich haftet, ist offen. Gerade deshalb braucht es eine sachliche, nachvollziehbare Untersuchung. Wer Verantwortung fordert, muss sie ebenso sorgfältig prüfen lassen wie mögliche Entlastungsgründe.
Die Gemeindevertretung verwaltet nicht ihr eigenes Geld, sondern das der Bürger. Sie hat deshalb nicht nur die Pflicht, Ausgaben kritisch zu hinterfragen. Sie muss auch prüfen, ob vermeidbare Verluste entstanden sind und ob der Kommune Ansprüche zustehen könnten. Wer nur die Kosten der Aufklärung sieht, aber mögliche Schäden ausblendet, rechnet zu kurz.
Lübke mag recht behalten: Am Ende könnte eine juristische Prüfung ohne Konsequenzen bleiben. Doch dieses Risiko rechtfertigt nicht, die Untersuchung kleinzureden, bevor die Fakten bekannt sind.
Der Verdacht drängt sich auf: Bei möglichen Schäden aus der Ära Mücke soll lieber erst einmal gründlich darüber beraten werden, warum eine Aufklärung teuer und womöglich erfolglos sein könnte – statt zügig herauszufinden, was tatsächlich passiert ist.
Schulzendorf braucht keine voreiligen Schuldzuweisungen. Aber ebenso wenig braucht die Gemeinde eine Ausrede, um nicht genauer hinzusehen.

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