Bei den Schlosskonzerten ließen Gerlint Böttcher und die Kammersymphonie Berlin Dvo?ák, Mozart und Schubert zu einer musikalischen Reise verschmelzen.
Königs Wusterhausen. Zum Auftakt der neuen Festivalsaison der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen lud die Initiatorin und Pianistin Gerlint Böttcher in die Kreuzkirche ein. Mit der Kammersymphonie Berlin unter der Leitung von Jürgen Bruns präsentierte sie ein Programm, das Intimität mit orchestraler Wucht kombinierte. Der Dirigent, bekannt für sein präzises Gespür für Klangbalance, führte das Ensemble sicher durch die stilistisch sehr unterschiedlichen Werke.
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Den Anfang machte Antonín Dvo?áks Notturno H-Dur für Streichorchester. Leise setzte das Werk ein: Wie nächtliche Nebelschwaden stiegen beim Zuhörer Gedanken auf. Getragen von einem tiefen Ton, der wie ein Fundament wirkte, entstand eine wunderschöne Melodie, rhythmisch vom Kontrabass begleitet. Der Zuhörer gleitete hypnotisch dahin, bis er zur Ruhe kam.
Während Dvo?áks Notturno das Publikum sanft abholte, öffnete Mozarts Klavierkonzert G-Dur ein ganz anderes Klangfeld: Böttcher spielte das Werk in der historischen Fassung mit Streichern von Ignaz Lachner – zunächst heiter und fröhlich, wie es für Mozart typisch ist. Mit einem wohltemperierten Anschlag gestaltete sie die Solopartien mit einem sicheren Gespür für die feinen Zwischentöne der Partitur. Passagen leiser Traurigkeit und Melancholie durchzogen die Leichtigkeit.
Insbesondere im Andante griff Mozart zu Moll-Färbungen. Diese hatten sich bereits im Thema des ersten Satzes angedeutet. Viel Raum ließ die Partitur dem Klavier, das in einer eleganten Dialog-Struktur mit den Streichern korrespondierte, ein Zwiegespräch, das von den Streichern mit Empathie umgesetzt wurde. Im dritten Satz mit dem berühmten Wellensittich-Thema steigerte sich die Spannung zu einem regelrechten Feuerwerk, gekennzeichnet von vielen Tonartenwechseln und Überraschungsmomenten.
Den Schlusspunkt setzte Franz Schuberts Streichersinfonie „Der Tod und das Mädchen“. Dabei ging es weit über den Tod hinaus, nämlich um das Existenzielle: Die Musik war kraftvoll und temporeich, zwischen tragischen und melodischen Momenten changierend. Der dramatische Auftakt zog das Publikum sofort in seinen Bann. Das Andante entfaltete monumentale Passagen, ehe das rhythmische Scherzo neue Kraft freisetzte. Im Presto schließlich nahm die Geschwindigkeit noch einmal zu – rasant, geladen, fulminant. Die extremen Kontraste prägen die Komposition; der tiefe Kontrabass verlieh dem Werk dabei Wärme und Tiefe. Das Ensemble bewältigte diese Kontraste mit bemerkenswerter Homogenität und lotete jede dynamische Extremlage souverän aus.
Das Publikum in der vollbesetzten Kreuzkirche dokumentierte seine Begeisterung mit frenetischem Applaus und Standing Ovations. Mit Präzision, Leidenschaft und feinen Nuancen im Vortrag hatten die Musiker ein intelligentes, anspruchsvolles Programm zum Leben erweckt – ein Auftakt, der für die gesamte Konzertreihe viel erwarten lässt.

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