Beim Abschluss der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen ließen die lautten compagney Berlin und die Saxophonistin Asya Fateyeva Rameau und ABBA miteinander verschmelzen.
Königs Wusterhausen. Barocke Klänge und Pop-Klassiker trafen in der Kreuzkirche aufeinander, als die 13. Saison der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen zu Ende ging. „Dancing Queen“ lautete der Titel des Programms das die Musik des französischen Barockmeisters Jean-Philippe Rameau mit den Hits der schwedischen Popgruppe ABBA, arrangiert von Bo Wiget, verband. Daraus wurde eine packende Zeitreise: fröhlich und heiter von der ersten bis zur letzten Nummer.

: Barock trifft Pop: Die lautten compagney Berlin und Saxophonistin Asya Fateyeva beim Abschlusskonzert der Schlosskonzerte in der Kreuzkirche.
Foto: René Staebler. Bildnachweis: Schlosskonzerte Königs Wusterhausen.
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An der Seite der lautten compagney Berlin stand die renommierte Saxophonistin Asya Fateyeva. Das Programm wechselte von Stück zu Stück die Seiten: Auf „Gimme! Gimme! Gimme!“ folgte eine Contredanse aus Rameaus „Les Boréades“, auf „Voulez-Vous“ die Ouvertüre zu „Naïs“. Das Ensemble spielte auf historischen Instrumenten, unter anderem Barockgeige und -oboe, verschiedene Flöten, Cembalo, Orgel und Harfe sowie Lauteninstrumente. Rahmentrommeln aus unterschiedlichen Regionen, teils aus dem arabischen Raum, und das Zupfen der Streicher gaben den Stücken starken Antrieb.
Fateyeva fügte sich vollkommen natürlich in das Ensemble ein, ohne es zu überlagern. Beispielsweise in „Mamma Mia“ übernahm das Saxophon die Gesangslinie, während das Ensemble zurückhaltend im Hintergrund blieb. Jeder Ton in Fateyevas Spiel war einfühlsam und wirkte wie gesungen. Der warme Klang ihres Saxophons war einzigartig.
Solopartien und wechselnde Instrumentenkombinationen würdigten die Instrumente und ihre Spieler: zarte, romantische Züge der Streicher sowie das Cembalo in „La Cupis. Rondement“, Flöte und Oboe im Rigaudon aus „Les Indes galantes“, die Orgel in „Rossignols amoureux“, Laute und Saxophon in „Les Tendres Plaintes“. In „Lay All Your Love on Me“ fanden Harfe, Cembalo und Barockgitarre zusammen, und in der Gavotte aus „Hippolyte et Aricie“ erklang die Oboe von der Kanzel.
Das Programm lebte von Gegensätzen: Besonders zart und feinfühlig gerieten „SOS“ und die „Entrée de Polymnie“, dann wieder rasant und rhythmisch und mit vielen Wechseln von Tempo und Lautstärke. Oft baute sich ein Stück wie ein Kanon auf, in dem die Instrumente nach und nach einstimmten. Die feierliche Barockmusik gewann an Lebendigkeit und Frische. Die ABBA-Songs erhielten durch das Instrumentarium eine völlig neue Konnotation. Hervorzuheben waren die kunstvollen Übergänge: Von „Deuxième Entrée“ zu „Thank You for the Music“ glitten Rameau und ABBA fließend ineinander, von „SOS“ zu „Entrée de Polymnie“ wechselte die Stimmung dagegen pointiert. Oft ließ sich kaum sagen, wo das eine Stück endete und das andere begann. Der Abend machte hörbar, was Rameau und ABBA verbindet: eingängige Melodien, mitreißende Rhythmen und eine ansteckende Leichtigkeit.
Die Musiker spielten technisch versiert, pointiert und äußerst präzise, und ihre Spielfreude war stets zu spüren. Das Publikum in der ausverkauften Kreuzkirche war begeistert, bestaunte in der Pause die historischen Instrumente und kam mit den Musikern ins Gespräch. Draußen auf dem Kirchhof rundeten Catering und Feuerkörbe den festlichen Konzertabend ab. So endete eine Saison, die im September mit Mozart und Schubert in der Kreuzkirche begonnen hatte, mit einem Finale voller Lebensfreude.
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