Zeuthener Krisen-Gipfel: Auch easyJet – Chef Erler sagt ab!

25. August 2021
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Die Bürgermeister von Eichwalde, Schulzendorf und Zeuthen hatten morgen zum Treffen mit dem Chef von easyJet Deutschland, Stephan Erler, eingeladen. Grund: easyJet fliegt seit Wochen bei Abflügen in Richtung Osten nicht mehr die sogenannte Hoffmann-Kurve. Die Folge: Eichwalde, Schulzendorf und Zeuthen müssen mit mehr Fluglärm leben. Das hat ein Beben der Empörung bei Bürgern und Politikern ausgelöst.

Vertreter des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung (BAF) und der Deutschen Flugsicherung (DFS) hatten ihre Gipfel Teilnahme bereits abgesagt. Nun hat auch noch Erler seine ursprüngliche Zusage aus Termingründen gecancelt.

Die Krisenbewältigung wird allein mit einem Vertreter der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) besprochen werden.

Da drängt sich eine Frage auf: Nehmen die Flugrouten-Entscheider die Bürgermeister Jenoch, Mücke und Herzberger überhaupt noch ernst?

Stephan Erler, Chef von easyJet Deutschland

Stephan Erler, Chef von easyJet Deutschland

24 Responses to Zeuthener Krisen-Gipfel: Auch easyJet – Chef Erler sagt ab!

  1. Galle
    24. September 2021 at 08:00

    baerbelpaulu@web.de Stimmt, Frau Fischer, Frau Lehmann und Herr Scheetz usw.- an Verlogenheit nicht zu übertreffen. Verantwortungsvoll haben sie für sich, alle Hebel in Bewegung gestetzt , um eine ruhige Kugel daheim für sich zu schieben. Und diese Leute werden in Schulzendorf auch noch gewählt ! 20 Prozent wählt, diese Seletierttruppe- die Schwerstbetroffenen weder unterstützt, geschweige noch ein Finger krumm macht, dass jedemann ausreichend Schallschutz bekommt, der ihn auch wirklich schützt. Dafür überschütten sie die Schwerstbetroffenen auch noch mit Hohn.

    Auf diese Unterstützung muss man neidisch sein. Jetzt kommen auf diese Herrschaften wieder ruhige Tage zu und der Rest wird dann wieder vergessen oder geht im Fluglärm unter. Soetwas nennt man Solidarität ! Ich nenne das verantwortungslos und unterlassene Hilfleistung- noch ist sie nicht strafbar, noch.

    Trotzdem – Herr Hoffmann muß man Danke sagen- denn er hat auch den Poitikern gezeigt, dass Einsatz etwas verändern kann.

    Und Frau Fischer kann jetzt aus dem Landtag fliegen- ihren Eigennutz hat sie ja erreicht- auch ohne das von ihr gewollte 150 000 € Gutachten, dass alle Flugzeuge gerade aus fliegen sollen.

    Das Kreuz zur Bundestagswahl wird so groß für Eur sein- ihr werdet es auf dem Wahlzettel sehen

  2. baerbelpaulu@web.de
    23. September 2021 at 20:09

    So, ab Oktober fliegt easyjet nun wieder die “Kurven”, also “Hoffmann” und “Fleischerhaken”. Und; jetzt der Hammer, die 15 Grad Abknickung wird sogar totgelegt, dann sollen die nämlich auf die Nordbahn (also der A380 etc). Da frage ich mich nur, warum dann noch die Messstationen im Adolph-Menzel-Ring und in der Havellandstraße in Zeuthen stehen !!! Sofort abmontieren und an neuer Stelle aufstellen, nämlich dort wo der Lärm ist. Aber nein, da kommt ja erst in 08/2022 eine mobile Messeinheit für einen Monat !!! Ein schlechter Witz. Also nicht mal mehr Bürger Zweiter Klasse sondern nur noch “Pack” betroffen oder wie soll man die Menschen in Randschulzendorf, Randzeuthen, Wildau und Königs Wusterhausen bezeichnen. Hoffentlich nistet hier bald der Schwarzstorch, der wird dann geschützt.

  3. Galle
    28. August 2021 at 21:04

    @ Certifying staff Richtig, aber für den Außenbereich gab es 4000 € und für Schallschutz sind durchscnhnittlich wohl 30 000 € von der FBB eingeplant.
    Klage ja, aber eine Zivilklage wegen Körperverletzung- die Verwaltungsgerichte stellen ja fast immer nur fest, dass die FBB die Vorgaben des Gesetzgebers eingehalten hat. Und die Bürgermeister sind ja immer nur Boten

  4. Certifying staff
    28. August 2021 at 14:02

    Entschädigung sollte sich auf den lächerlichen Betrag von 3000€/4000€ für den Außenwohnbereich im Tagschutzgebiet beziehen.
    Und ja, es muss in jedem Fall das bezahlt werden was es kostet und zwar vom Land Berlin, Brandenburg, vom FBB und den Fluggesellschaften.
    Zusammen haben die alle genug Geld dafür. Sind aber wie immer zu geizig.
    Im Grunde müsste jeder Anwohner Klage einreichen und zwar sofort.

  5. galle
    28. August 2021 at 11:14

    @ Certifying staff Als ungeliebtes Kind auf dieser Seite, kann ich Ihnen in Vielem beipflichten – in einem Punkt aber nicht! Und zwar mit Nachdruck- Was heißt Entschädigung- Es wird über C 19 und dem Hochwasser gegackert, der Staat muss seine Bürger schützen!

    Das ist in Brandenburg nicht der Fall. Die Entschädigung sollte am BER ein Ausnahmefall sein- so haben es die Herrschaften selbst vor Gericht vorgetragen. Das Gegenteil ist der Fall. . Und was macht die verantwortungslose Politik – sie erklärt den Verursacher – die FBB – als alleiniger Verantwortlicher für die Regulierung des Schallschutzes – Ein politischer Skandal, der nur getoppt wird von Frau Fischer, die sich nur um Zeuthen kümmert- weil sie jetzt selbst überfolgen wird und ihr Wegzug aus Eichwalde keine Flucht vor Flugzeuglärm bedeutete.
    Warum rege ich mich wieder so auf ? Die Entschädigung hat beim Außenbereich und bei der Umsiedlung von Diepensee bzw. Selchow ansatzweise funktioniert. Sie haben einen Pauschwert ermittel und alle danach gleich behandelt. Bei der Schallschutzentschädigung ist das nicht der Fall, da bekommen oft unbebaute Grundstück noch mehr Geld, als bebaute Grundstücke ! Was soll das – Ein Baukostenzuschuß als Anreiz in einer nicht lebenswerten Ostzone zu leben – kontra Schutz der Bestands – Bevölkerung.
    Und wenn man mir wieder nicht folgen will und kann- Bei den Neubauten kann man nicht erkennen, dass Architekten Schallschutz können. Mit diesen Leuten habe ich auch kein Mitleid. Aber die alten Schulzendorfer, die aus nichts was machen mußten, die werden und sollen abgespeist, wie der letzte Dreck. Ihr Lebenswerk wird als Schrott bezeichnet- von Leuten , Flugzeugeningenieure und Möchtegerngutachtern die baulich keine Ahnung haben. Die Entschädigungen sind deshalb ein untaugliches Mittel – Menschen den Schallschutz zu gewähren, damit sie geschützt sind.
    Bei richtiger Betrachtung war die Standortentscheidung immer falsch, weil diese Probleme Schallschutz immer kleingeredet, verharmlost und verschwiegen werden. Ich kenne keinen Betroffen, der nicht auf Schallschutzkosten von / über 40 000 € sitzen bleiben soll. Und Danke für den Spott ! , dass wir uns auf Kosten der FBB sanieren wollen. Ohne BER läßt es sich in den Häusern- ausgestattet mit Wärmedämmung sehr gut leben.

    Und zum Landeanflug mit Lichtstrahl von 6 nm – Da sei auch erwähnt, das da nicht freiwillig ging. Erst auf hartnäckiges Nachhaken der BI s etwa 2008 hat sich was verändert- vorher sind sie über Schulzendorf eingeschwebt, wie sie wollten. 2008 gab es aber noch keinen Herr Strogies !
    Ergo : Wenn die Politik nur Geld für die FBB hat, aber nichts für die Bürger macht, dann gehört diese Politik abgewählt . Und richtig Certifying staff, die Verantwortlichen müssen dafür zahlen.

  6. Certifying staff
    28. August 2021 at 08:38

    Dirk, was von vielen immer vergessen wird, dass es beim Starten einen Korridor gibt.
    Beim Landen wird in der Regel immer mit ILS gearbeitet. Das heißt, es wird ca. 10km vor der Bahn der Strahl getroffen und dann kerzengerade auf die Landbahn zugeflogen.
    Anders beim Start und dem abdrehen auf 15 oder die Kurve. Es geht schon damit los wo man den Startvorgang beginnt und natürlich kommt es dann auf den Flugzeugtyp und die Beladung an. Und so ist da einer weiter rechts, der andere weiter links, weiter oben, weiter unten. Gefühlt sind dann manche bei 10 andere bei 20 Grad über Schulzendorf unterwegs.

    Und es gibt da keine “Probleme”! Echte “Probleme” sind in der Luftfahrt meldepflichtig. Alle fliegen problemlos so wie sie es können.
    Man kann also sagen, dass der Flugbetrieb ansich ganz “normal” im Rahmen der Vorgaben läuft.

    Die Probleme haben wir Anwohner mit dem Lärm der durch den Betrieb entsteht. Und aktuell bezweifle ich das sich an den Routen großartig etwas ändern wird.

    Der einzige Kampf den man führen kann und auf den man sich konzentrieren sollte, ist der der Kampf für den Schutz…den Schallschutz.
    Ich habe 2012 kurz vor der ursprünglichen Eröffnung Hr. Dr. Johannsen im Bürgerdialog gefragt, warum man nicht ganz profan die Schutzgebiete um 15° auf der Karte verschiebt. Damit wäre ein Großteil von Schulzendorf Tagschutzgebiet. Das könnte jedes Schulkind mit seinem Geodreieck.
    Die lasche Antwort war nur: “wir wollen erst mal ein Jahr fliegen und dann neu bewerten”…..
    Ah ja….das Jahr ist ja jetzt bald rum…wir werden sehen was passiert. Ich befürchte ja nicht viel.

    Anstatt sich auf Routen und Flugverfahren zu versteifen, sollte man sich eher darauf konzentrieren, dass alle, wirklich alle die betroffen sind, und mir ist dabei egal wie oft und wieviel sie überflogen werden, den best möglichen Schutz bzw. Entschädigung bekommen. Und zwar sofort und unverzüglich ohne langes tamtam.

    Und auch gerade die die entschieden haben das Ding hier zu bauen sollen dafür zahlen.

  7. Dirk
    27. August 2021 at 20:29

    Vielen Dank für die Kommentare zu meinem Eintrag.
    @Oliver. 3dBA sind keine Halbierung des empfundenen Lärms. Dafür bedarf es 10dBA. Da muss ich Herrn Dirk Schulz vom BLiZ Recht geben und das kann man im Netz auch ohne Probleme recherchieren, was aber nicht heißt, dass 3 dBA nichts sind.
    Ich fand es nur bemerkenswert, dass eine Redzierung über der Messstation Schulzendorf um 3 dBA bei voller Ausnutzung der Startbahn für Herrn Schulz nicht akzeptabel war, aber eine Verlagerung des um 3 dBA reduzierten Lärms nach KW ist dann OK.
    @Certifying staff Ja, mit dieser Einstellung werden wir gegeneinander arbeiten. Das freut dann den Flughafen, denn dann wird es keine gemeinsame Front gegen ihn geben. Teile und herrsche. Wir sollten eigentlich inzwischen klüger sein…
    @Heutemalohne Ihr Hinweis ist vollkommen korrekt und wurde von mir auch nicht übersehen. Ich habe nur nichts dazu geschrieben. Dass die Hoffmannkurve nicht korrekt gefolgen wird, haben auch die Bilder auf dem “Krisengipfel” gezeigt und ja, das erhöht den Lärm unnötigerweise.
    Heute war ja gegen Mittag für kurze Zeit Ostwind und da hat sich ein weiteres Problem wieder gezeigt. Nicht nur, dass nicht sauber gefogen wurde, es wurden von den Lotsen auch von den Flugrouten deutlich abweichende Freigaben erteilt. Das betraf SEZ genauso wie KW und Senzig.
    Auf eine entspechende Beschwerde bezüglich eines ähnlichen Falls (ein Anflug) habe ich nachfolgende Antwort erhalten:

    “Bei guter Sicht und geringem Verkehrsaufkommen hat der zuständige Fluglotse auf Anfrage des Piloten die Möglichkeit, einen sogenannten Sichtanflug zuzulassen. In diesem Fall fliegt der Pilot den Landeleitstrahl von der Seite an und schwenkt auf ihn ein. Der Punkt auf einer Linie zwischen Erkner und der Landebahn, an dem dieses Manöver erfolgt, wird vom Piloten bestimmt. Dieses Eindrehen hat spätestens in einem Abstand von ca. 11 km vor der Landeschwelle zu erfolgen.
    Anhand Ihrer Angaben zum störenden Flugereignis konnten wir einen Überflug eines Airbus A319 identifizieren.Im Bereich ihres Wohnorts wurde eine Flughöhe von 885 Meter aufgezeichnet. Diese Flughöhe liegt im normalen Bereich der Überflughöhen bei diesem Flugmanöver.”

    Es nützt also garnichts, auf eine durch eine DVO (die ist eigentlich wie ein kleines Gesetz) festgelegte Flugrouten zu verweisen. Das finde ich sehr problematisch..
    Wofür gibt es dann die ganze Bürgerbeteiligung?

  8. Heutemalohne
    27. August 2021 at 15:20

    Sehr interessant auch, die angebliche Flugroute wird bereits vor dem Abheben angezeigt. Eben flog sogar einer nicht nur parallel, sondern direkt über das Haus. Und ja, kann ich beweisen, hab ich gefilmt.

  9. Heutemalohne
    27. August 2021 at 15:08

    @ Dirk, schön dass Sie Sich die Mühe gemacht habe über Travis das auszuwerten. Leider haben Sie dabei etwas übersehen.
    Die Flieger, die angeblich lt. Travis die Hoffmann-Kurve fliegen, fliegen tatsächlich fast alle mit mehr als einem Kilometer Abweichung über den Mühlenschlag und die angrenzenden Wohngebiete.
    Würde die Kurve vorschriftsmäßig geflogen werden ( Knick vor! Der Autobahn) würde das eine deutliche Entlastung für die Schulzendorfer geben. Ja, nicht für alle, aber wir liegen angeblich außerhalb des Lärmbereichs, Schallschutz wurde abgelehnt.

  10. Certifying staff
    27. August 2021 at 14:59

    Nett geschrieben Dirk, aber denken sie wirklich alle setzen sich an einen Tisch, reichen sich die Hände und singen Kumbaya….

    Illusorisch anzunehmen es könnte in der Gesellschaft so wie sie heute ist “gemeinsam” eine Lösung gefunden werden.

    “ICH” will keinen Lärm, wo der Lärm aber hingeht ist mir egal. Insofern wird sich auch weiter jeder wünschen, dass er so wenig wie möglich abbekommt.

  11. Oliver
    27. August 2021 at 14:28

    Richtig ist immer wieder der Standort mitten im dicht besiedelten Gebiet ist falsch ! Darüber muß man nicht streiten.
    Richtig ist leider auch, daß es nur um Geld geht, durch die Verpätung waren jetzt rund 9 Jahre Zeit den Schallschutz zu realisieren, der schon zur Eröffnung 2012 hätte fertig sein müssen.
    Das Geld wird leider lieber an allen andren Stellen zum Fenster rausgeworfen und gerade nicht für schnellen Schallschutz eingesetzt.
    Abschließend sei noch gesagt,daß die Dezibel Skala keine lineare ist, eine Reduzierung von 70 dB auf 67 dB ist keine Reduzierung um 5%.
    3 dB bedeuten eine Halbierung des Lärmpegels.

  12. Dirk
    27. August 2021 at 11:18

    Nach dem Durchlesen meines ersten Kommentars möchte ich diesen noch um drei Punkte ergänzen.
    1. Der von Herrn Schulz (BLiZ) beschworene transpartente und demokratische Prozess, dessen Ergebnis die bevorzugte Nutzung der Hoffmann Kurve ist, fand ohne Beteiligung der von der Hoffmannkurve Betoffenen statt. Da habe ich ein anderes Verständnis von Demokratie und Transparenz.
    2. Die Herren Bürgermeister SEZ reflektieren – zum Teil auch als Drohung an den Flughafen – immer wieder auf die nicht vorhandenen Lärmschutzmaßnahmen. Was die Herren unterschlagen ist, dass für die von der Hoffmannkurve Betroffenen ebenfalls keinerlei Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen sind.
    3. Für die Bewohner von SEZ gilt bezüglich jedes Starts “aus den Augen, aus dem Sinn”. Die Einwohner aus KW dürfen bei Ostwind jeden Flug der nach Westen will zweimal begrüßen. Einmal nördlich mit 67dBA in der Hoffmannkurve West und dann noch mal südlich mit 55 bis 60dBA wenn er “gewendet” hat. Auch bei Westwind begrüßen wir alle Flieger nach Osten mit 50 bis 60 dBA. Das sind zwar geringere Lärmpegel, aber in der Summe werden die Phase wo es mal ruhig ist immer kürzer.

    Nicht, dass jemand mich verkehrt versteht. Ich jammere hier nicht, ich versuche nur klarzumachen, dass ein Hin- und Herschieben der Flieger nicht die Lösung sein kann. Auch wenn sich das manche sehr wünschen…

  13. Dirk
    27. August 2021 at 10:55

    Krisengipfel…
    Ich würde es eher eine Showveranstaltung nennen. Nur geladene Gäste, unfaire Verteilung der Redezeiten…

    Auch auf Gefahr hin gleich einen „shit storm“ zu ernten, ich bin easyjet dankbar. Denn durch die easyjet-Flüge erhalten wir Daten, die die Diskussion versachlichen.

    Die Hoffmann Kurve ist keine Maßnahme zur Verringerung des Fluglärms, im Gegenteil sie erhöht die Lärmverschmutzung. Schon der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass ein Flugzeug bei gleichem Schub im Geradeausflug die 5000 ft deutlich schneller erreicht, als wenn es zwei 90-Grad-Kurven fliegen muss.

    Dabei bin ich grundsätzlich kein Gegner der Hoffmannkurve, aber die Leute aus Schulzendorf, Eichwalde und Zeuthen (nachfolgend SEZ) dürfen sich nicht in die Tasche lügen.

    Ich habe mir mit dem Travis-Tool exemplarisch den letzten Sonntag genauer angesehen und lade sie – werte Leser – ein, dies auch mal zu tun. Gern auch jeden anderen Tag mit Ostwind.
    Wie sie sehen werden liegen die Werte der Messstation Schulzendorf für die easyjet-Flüge durchschnittlich bei einem Schalldruckpegel von 70 dB(A). Die Werte der Messstation Königs Wusterhausen für die Hoffmannkurve liegen durchschnittlich bei 67 dB(A). Die Messstation Schulzendorf wird von den easyjet Maschinen in einer durchschnittlichen Höhe von 950 Meter überflogen, auf der Höhe der Messstation in Königs Wusterhausen sind die Flieger durchschnittlich 1250 Metern hoch. Wir reden also von im Durchschnitt 300 Metern Höhenunterschied, was grob zu den 3 dB(A) Unterschied im Schall-druckpegel passt.

    Die vom Flughafervertreter in Aussicht gestellten 2dB(A)Lärmreduzierung waren für Herrn Dirk Schulz von BLiZ im gestrigen “Krisengipfel” nicht akzeptabel.

    Die Leute aus SEZ werden das nicht gerne hören, aber die Zahlen zeigen, die Hoffmannkurve verlagert lediglich einen um im besten Fall um 3 dBA(A) reuzierten Fluglärm von Schulzendorf, Eichwalde, und Zeuthen nach Wildau, König Wusterhausen und Niederlehme.
    Und das ist dann akzeptabel?

    Ich habe mich mehr als 20 Jahre gesellschaftspolitisch engagiert und eine grundlegende Erfahrung gemacht. Leiden schafft Bewegung.

    Was ich sagen will ist, in Wildau, Königs Wusterhausen und Niederlehme wird sich Widerstand bilden. Am Ende genauso lautstark wie im Moment der der Leute aus SEZ.
    Aus der Sicht eines Unbeteiligten Dritten ändert die Fluglärm-verlagerung der Hoffmannkurve an der Betroffenheit in Summe gar nichts. Aber die Hoffmannkurve stellt, da wird Herr Hoffmann (der Vater…) seinen Kollegen von der VC nicht widersprechen, in der kritischsten Phase des Fluges ein erhöhtes Risiko dar. Außerdem erhöht die Hoffmannkurve die Lärmverschmutzung pro Flug und ist zudem auch für Flugsicherung und Passagiere eine echte Herausforderung.

    Das sind bei der zugesagten Validierung der Flugrouten gute Argumente für die Gegner der Hoffmannkurve …

    Wir alle wohnen in der Nähe eines lärmenden Flughafens. Ich meine, wir sollten diesen Lärm fair und verkehrstechnisch sinnvoll verteilen. Die Betonung liegt auf verteilen … und hierfür ist die Hoffmannkurve eine reale Chance.

    Am letzten Sonntag sind 137 Flugzeuge nicht die Hoffmannkurve Ost gefolgen. Von diesen sind 57 geradeaus über Schulzendorf und 80 die Hoffmannkurve West geflogen. Glauben Sie mir, so wie die Hoffmannkurve am Sonntag für die Leute in SEZ ein Segen war, war easyjet für die Leute in Wildau. KW und Niederlehme ein Segen. Leben und leben lassen…

    Nach meiner Einschätzung gibt es Themen für die es sich zu kämpfen lohnt. Hier wären neben der sofortigen Nutzung von Nord- und Südbahn, der konsequenten Ausnutzung der Länge der Startbahnen und der Einhaltung der Flugrouten insbesondere die Verhinderung eines weiteren Ausbaus des Flughafens zu nennen.

    Ich bin davon überzeugt, dass die Durchsetzung dieser Ziele einen gewaltigen Kraftakt darstellen, den wir Betroffene nur gemeinsam stemmen können.
    Das geht aber nur – und das ist mein Appell – wenn wir uns nicht im Versuch dem jeweils anderen den Lärm zuzuschieben zerstreiten.

  14. Lars
    26. August 2021 at 22:37

    Es wird Zeit für zivilen ungehorsam. Die moderne Form des Sperrbalons ist angesagt. Im übrigen sind auch Strafanzeigen gegen die Piloten wegen Körperverletzung möglich. Grüße

  15. Galle
    26. August 2021 at 20:59

    Sie haben es in den RBB geschafft, die 3 Jammerbürgermeister ! Wie schlimm – 230 Überflüge bei der 15 Gradabknickung im August 21 – und alles ohne Schallschutz. Wir hatten allein am 6.8.2021 227 Überflüge, haben keinen Schallschutz und sind nicht der Rede wert. Und Frau Fischer ist auch erwähnt worden- ein Brandbrief an den Verkehrsminster hat sie geschriben ! Der Reporter hatte recht – heiße Luft ablassen.- Mehr nicht.

  16. galle
    26. August 2021 at 19:44

    @ B. Hartenstein Auf Plakaten, wo sie uns nicht an, schondern auslachen

    @ Wolfgang Klemm, ja so ist es- aber die BM haben keine Eier und Ihr letzter Satz stimmt auch. Sieht man an den Eichbergern, halten die Schnauze und wählen die da oben auch noch. Die Bürgermeisterwagl von Schulzendorf ist am Eichberg entschieden worden.

    Trotzdem glaube ich langsam, dass diese Fluggesellschaften noch vernünftiger sind als die Schwätzer aus der Politik. Denn das Gerede stört sie schon, den Politikern ist das 4 oder 5 Jahren scheiß egal.

  17. Wolfgang Klemm
    26. August 2021 at 16:38

    Es ist wohl wahr, dass diese Bürgermeister wohl nicht ernst genommen werden.
    Ein Vertreter des Flughafens wird zum 100. Mal erklären, wie wenig er an diesen Flugrouren änder kann.
    Somit sollte diese Veranstaltung abgesagt werden und den 3 Bürgermeistern Gelegenheit gegeben werden, zu zeigen was für Eier sie haben. Unsere tollen MdB können sich solange weiter vestecken. Da wird für Flugrouten gekämpft, es werden Kompromisse akzeptiert, um nun festzustellen, dass diese völlig unverbindlich sind.
    Erlasst Easyjet die Gebühren und die fliegen mit grösstem Vergnügen die Kurve.
    Dieser Flughafen war schon vor der Eröffnung pleite, ist dauerhaft auf Subventionen angewiesen und auf jeden Cent, den die Airlines für die Nutzung des BER hinblättern müssen. Da darf ma davon ausgehen, dass Easyjet lediglich ein Machspiel durchzieht. Auf diesen Großkunden kann der BER nicht berzichten….
    Die Dödel in Schulzendorf, Zeuthen und Eichwalde werden sich schon wieder beruhigen..

  18. Oliver
    26. August 2021 at 13:07

    Easyjet testet hier aus wie weit man ungestraft kommt. Wahrscheinlich ist die nächste Aktion mal eine Landung mitten in der Nacht…
    Das unsere aktuellen Politiker vor den Lobbyisten ängstlich zurückweichen werden ist leider fast 100 % sicher.
    Das Recht auf Gesundheit hat keine Bedeutung, wenn die Politik eine Möglichkeit zur profitablen Vermarktung findet!

  19. Emil
    26. August 2021 at 12:23
  20. KARO
    26. August 2021 at 10:28

    so lange die zahl der reisendenden größer als die der protestierenden ist und geld in die kasse der fluggesellschaften spülen passiert nichts.

  21. B. Hartenstein
    26. August 2021 at 09:29

    @Galle
    ….. und wo sind Jana Schimke und all die anderen tollen grossmundigen Volksvertreter, die am 26. September in den Bundestag gewählt werden wollen.
    Alles nur heiße Luft und das von allen Parteien!!!

  22. Galle
    25. August 2021 at 19:37

    Hier sieht man wie wichtig Menschenrechte sind, in Gemeinden , wo Bürgermeister kein Parteibuch haben. Wo ist eigentlich Tina Fischer?

  23. Petra
    Petra
    25. August 2021 at 19:31

    Es ist natürlich ein Skandal, dass sich die Lärmverursacher nicht mal den Betroffenen stellen.
    @Bürger zweiter Klasse: Als Hausfrau erlaube ich mir festzustellen, dass nicht der 15 Grad Knick, sondern die Hoffmannkurve Sprit spart.

  24. Bürger zweiter Klasse
    25. August 2021 at 18:46

    Ernst nimmt diese Bürgermeister keiner. Alles weichgespülte, steuergeld bezahlte Freizeitpolitiker ohne den Schneid, den sich die wählenden Bürger wünschen.
    Easy lacht sich tot. Ich denke das ist ein Ausprobieren. Und es spart Treibstoff.

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