Was die MAZ der Öffentlichkeit zum Jubiläum verheimlichte

29. September 2020
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Die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) feierte mit einer Extra-Ausgabe am Wochenende Jubiläum. Vor 130 Jahren erschien die erste Ausgabe der Märkische Volksstimme. Zu DDR-Zeit war sie Organ der Bezirksleitung Potsdam der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“, faktisch das Propagandarohr von Honecker und Co.

Am 3. Oktober 1990 wurde aus der Märkischen Volksstimme die Märkische Allgemeine Zeitung „die starke Stimme Brandenburgs, die für unabhängigen Journalismus steht.“, heißt es in der MAZ-Sonderausgabe. Viel Eigenlob, kaum Selbstkritik!

Die Beliebtheit der MAZ hat gelitten.

Die Beliebtheit der MAZ hat gelitten.

Was das Extra-Blatt der Öffentlichkeit verheimlichte: Die MAZ und der Wochenspiegel gehören zum Presseimperium der SPD. Die Partei ist über die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH (ddvg), die zu 100 Prozent im Eigentum der SPD ist, mit 23,1% an beiden Zeitungen beteiligt.

Ob Beteiligungen politischer Parteien an Medien, angesichts der zahlreichen Wechselwirkungen zwischen ihnen, politisch wünschenswert sind, darüber lässt sich streiten. Tatsache ist, dass Medienbeteiligungen politischer Parteien zu einer Kumulierung von politischer und medialer Macht führen.

Aufgabe der Medien ist, die Politik zu kontrollieren und zu kritisieren. Wie ernst es damit die MAZ – Reportern vom Dahme – Kurier nehmen, das hat Der Schulzendorfer unter die Lupe genommen.

Beispiel 1: Dem von der SPD nominierten Bürgermeister Mücke attestierte die MAZ, trotz schwerwiegender Pannen beim 16 Kilometer Straßenausbau-Projekt, ein exzellentes Zeugnis: „Schulzendorfer haben allen Grund zur Freude.“ titelte die Gazette.

Beispiel 2: Bei einer Reise zu Schulzendorfs polnischer Partnergemeinde wurden von Mücke Abgeordnete ausgeladen. Dafür konnte eine MAZ-Reporterin auf Kosten der Steuerzahler mitreisen. Als Dankeschön gab es einen freundlichen Artikel über den von der SPD nominierten Bürgermeister Mücke.

Beispiel 3: Politiker anderer Parteien beklagen seit Jahren, dass sie im Vergleich zur SPD in der MAZ, besonders in Wahlkampfzeiten, unterrepräsentiert sind. Ein Jahr vor der Bundestagswahl beginnt die MAZ mit der SPD-Wahlkampf Berichterstattung über „Bürgeranwältin“ Tina Fischer (SPD) und ihrem Sprössling, dem Schulzendorfer SPD-Bubby Lübke, der mit einem fragwürdigen Projekt in Schulzendorf offensichtlich für Aufmerksamkeit sorgen will.

Beispiel 4 Ekkehard Freytag, Geschäftsführer im MAZ – Regionalverlag, bläst ganz im Sinne der SPD-Spitze in Dahme-Spreewald gegen den Bürgermeister von Königs Wusterhausen, er stempelt Sven Ennullat unterschwellig als Rechtsaußen Politiker ab. Fakten dafür lieferte Freytag nicht.

Beispiel 5:  Im Fall des umstrittenen SPD-Stadtrats von Königs Wusterhausen, Tobias Schröter, stempeln die MAZ- Reporter seine Kritiker als Verschwörer ab. Belege dafür bleiben der Öffentlichkeit schuldig.

Immer mehr Bürger kritisieren die einseitiger Berichterstattung des Blattes. Die Folge: Die Beliebtheit der Zeitung sinkt immer weiter. Ende 2019 verkaufte die MAZ in Brandenburg 95.658 Exemplare, im zweiten Quartal 2020 waren es nur noch 94.058. Auch Abonnements sanken drastisch.

Der Dahmer-Kurier macht beim MAZ-Tiefflug keine Ausnahme. Die Abonnements sanken im zweiten Quartal 2019 von 7.767 auf 7.591 Exemplare im selben Quartal 2020.

17 Responses to Was die MAZ der Öffentlichkeit zum Jubiläum verheimlichte

  1. B. Hartenstein
    20. Oktober 2020 at 16:21

    sorry, Crux der Technik.

    …..(ND)” keine Lust auf eines neues “Organ einer Partei (MAZ-SPD)”.

    Aber, es ist wie Sie sagen, warum sollte man die MAZ lesen?

  2. B. Hartenstein
    20. Oktober 2020 at 13:48

    Herr Dr. Füting, es gäbe viele Gründe, die MAZ zu lesen.
    Man ist Genosse der SPD, dann wäre es fast eine Pflicht.
    Oder man will zwecks politischer Informationen wissen, was die Genossen so öffentlich darstellen.
    Oder man will sich über so kleine Unverschämtheiten aufregen
    Unverschämtheiten aufregen.
    Das muss jeder für sich selbst entscheiden,der die MAZ liest.
    Ich habe jedenfalls nach 40-jaehrigem Zwang für das Abo und Lesen eines “Organs derPartei

  3. Jörg
    20. Oktober 2020 at 07:20

    @Dr. Dieter Füting Na, ja- Lesen schon, aber eben nicht bezahlen. Eine regionale Zeitung wird schon gebraucht, damit Oma Erna sehen kann, dass um ihren Namen noch kein schwarzer Rahmen ist. Und das reginale Angebot ist schon dünn und das Internet kann nicht alles auffangen. Die Werbezeitungen kannst ja auch knicken- die haben ja nicht mal das Geld, ihre Models anzukleiden ( KW- Kurier )

    Zeitung eindeutig ja, aber dann soll die MAZ doch wie früher gleich oben drufschreiben – Zentralorgan der SPD

  4. Dr. Dieter Füting
    19. Oktober 2020 at 22:22

    Wer objektiv die politischen Berichte der MAZ liest, wird zu der Überzeugung kommen müssen, dass die MAZ vom Eigner einen klaren politischen Auftrag hat.
    Er könnte so formuliert sein:
    Die politischen Ziele der SPD sind in einer Form darzustellen, dass Entscheidungen usw. von SPD – Funktionären als bürgernah, sachlich und fortschrittlich erscheinen. Dazu sind die politischen Analysen und Meinungen in einer einfachen und scheinbar emotionslosen Verknüpfung zu beschreiben. Die Maßstäbe des modernen und zeitgemäßen Journalismus sind nicht anzuwenden bzw. zu kultivieren. Eine Diskussion darüber wird nicht zugelassen.
    Es stellt sich die Frage: Warum sollte man dann die MAZ eigentlich lesen?

  5. B. Hartenstein
    19. Oktober 2020 at 09:36

    …… Und ziemlich personen- und parteibezogen,kaum konstruktive Kritik und einfach zu wenig Hintergrundinformationen zu vielen Themen.

  6. B. Hartenstein
    19. Oktober 2020 at 09:32

    Ich bin Abonnent einer anderen Tageszeitung und lese öfters auch weitere überregionale Blätter. Eigenartig finde ich dabei, dass die Aussagen zu vielen pol. Themen unterschiedlich sind. Die Frage stellt sich, wer berichtet denn nun wahrheitsgemäß? Die MAZ hat auch oft eigenartige Auslegungen und – was ich nicht besonders qualitativ finde – für manche Themen gibt es eine Überschrift, aber nur eine banale, oft sogar falsche Interpretation. Die MAZ ist für mich eher eine Boulevardzeitung.

  7. Steffen Martin
    18. Oktober 2020 at 22:48

    Ein Gespräch mit dem jeweiligen Rathauspförtner deckt mehr auf, als es eine regionale Zeitung je könnte.
    Von daher: MAZ weg? egal.

  8. Hans Reibel
    11. Oktober 2020 at 08:54

    Nun untersagt die MAZ dem BM Ennullat, ihre eigene Fragestellung zum Interview auf der KW – Seite zu veröffentlichen.
    Das ist absolutes Scheuerleistenniveau der MAZ.
    Evtl. kann das Interview mit Fragestellung hier eingestellt werden.

  9. Hans Reibel
    5. Oktober 2020 at 08:28

    MAZ 04.10.2020:
    Kündigung der Montessori-Schule offenbar Alleingang Ennullats

    Erneuter Blindartikel ” offenbar “. Spekulationen pur.
    Übrigens ist der Interview – Artikel nur im Internet zu lesen, nicht in der Printausgabe. Warum wohl? Nur ein Fressen für die bestimmten Facebookleser von KW Politik.
    Wie gesagt, Ennullat weiß, was er tut, die SVV nicht!!
    MAZ schon garnicht!

  10. Hans Reibel
    4. Oktober 2020 at 08:13

    MAZ 03.10.2020:
    Königs Wusterhausen: Machtkampf in Königs Wusterhausen: Das sagt Bürgermeister Swen Ennullat

    BM Ennullat stellt Fakten klar. Z.B.
    SVV gibt interne Infos weiter.

  11. B. Hartenstein
    1. Oktober 2020 at 16:04

    Wieso gibt es im “ganzen Land” nur eine Zeitung ?
    Ich kann nur sagen, man hat sehr viele Optionen und ich lese jedenfalls eine andere, ganz problemlos …..

  12. Hans Reibel
    1. Oktober 2020 at 12:31

    Für Herrn Lummitsch, der ja hier mit liest.

    Er ist einfach nur ein Populist der schlimmsten Sorte.

    MAZ Dahme Spreewald Zitat 01.10.2020:
    Aus dem Königs Wusterhausener Rathaus heißt es dazu, die zuständigen Mitarbeiter seien alle terminlich gebunden gewesen. Die Stadt habe aber bereits im Mai umfangreich schriftlich Stellung genommen und unter anderem bei 22 Standorten und Straßen Qualifizierungsbedarf angemeldet und auch Hinweise zur falschen Einstufung bestimmter Wege als Radwege gegeben

  13. LaLeLu
    1. Oktober 2020 at 00:16

    Ich habe immer gedacht, dass die SED zur PDS und dann zur LINKEN wurde.
    Schade, dass es im ganzen Land nur eine Zeitung gibt.

  14. Hans Reibel
    30. September 2020 at 14:03

    Siehe Internet KW Leaks,
    Aufdeckung Wahllistenbetrug von Lacarus.
    MAZ kennt nur den erfolgreichen Bürgermeister Ennullat von KW. Inhaber der MAZ ist die SPD und damit die ehemalige SED. Kann jeder über das Gewerberegister lesen.

  15. Lärmgegner
    30. September 2020 at 06:50

    Nicht nur die MAZ, RBB und fast alle anderen- alle betreiben nur Lobbyarbeit

  16. Erdbewohner
    29. September 2020 at 17:40

    Ist ja ekelhaft wie die Roten und Mücke hochgejubelt werden… :(

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