Sie haben Post – von Mehdorn.

29. Juli 2013
Von

Mit großer Ankündigung haben nun alle Schwerbetroffenen am BER einen Brief zum Thema Schallschutz vom Chef des zukünftigen Flughafens BER erhalten. Noch bevor der Brief einging, hatte ich schon derartiges vernommen und habe die klaren Worte sofort geglaubt – sie liegen genau auf der bisherigen Linie der Politik, sagen aber erstmalig unumwunden, dass der Flughafen nicht gewillt ist, für die überwiegende Mehrzahl der Betroffenen ausreichenden Schutz zu gewährleisten.

Falls er sagen will, dass der Schutz nicht möglich ist, würde das m.E. sogar die Legitimation des Baus des Flughafens in Frage stellen. Deren Grundlage war die Feststellung der Planfeststellungsbehörde dass die Häuser zu schützen sind und die Zusicherung, dass sie bis zur Inbetriebnahme vom BER geschützt werden.

Nur wenig Schallschutzmaßnahmen sind bislang umgesetzt.

Nur wenig Schallschutzmaßnahmen sind bislang umgesetzt.

Es ist ja ein sehr freundlicher Umgang mit dem Flughafen, die briefliche Ankündigung in den Bereich der Märchen und Versprechungen einzuordnen. Für mich liest sich der Brief wie eine Drohung gegenüber den Anwohnern: es soll also keinen Schutz nach Planfeststellungsbeschluss (PFB) geben, sondern lediglich den bestmöglichen Schutz. Das wäre ein glatter Verstoß gegen den PFB. So gut es eben geht, ist nicht die Maßgabe der Festlegungen zum Allgemeinen Schutz vor Fluglärm (PFB, S. 105).

Eine vorgeschobene Kumpanei mit den Bürgermeistern soll außerdem das Aushebeln der Entschädigungsregelung legitimieren. Kein Bürgermeister hat die Aufgabe, das Recht oder die Pflicht die Festlegung zu unterlaufen, dass irgendein Anwohner Entschädigung lt. PFB (S. 666) in dem Fall erhält, dass durch Berechnungen, unter Beachtung des maximalen Außenpegels und der vorhandenen Bausubstanz, nachgewiesen haben, dass das Haus nicht zu schützen ist.

Die dem Schreiben zu entnehmende Androhung zwangsweise (minderwertigen) Schallschutz einzubauen, würde dem Betroffenen die Chance nehmen, sich anderswo, nach Verkauf seines wertgeminderten Hauses und unter Einsatz der Entschädigungszahlung, eine neue Existenz aufzubauen. Überdies müsste ein neuer Eigentümer den sinnlosen, weil nicht ausreichend schützenden Schallschutz auf zusätzliche eigene Kosten herauszureißen, bevor er ausreichenden Schutz realisieren kann. Was für eine Vergeudung von Steuermitteln wäre die Zwangsmaßnahme des Flughafens zudem.

Hoffentlich erkennen alle Anwohner die Keule, die ihnen die Politik durch Herr Mehdorn entgegenstreckt.

 



5 Responses to Sie haben Post – von Mehdorn.

  1. Ratlos
    30. Juli 2013 at 16:28

    http://www.airliners.de/frankfurt-kommune-kassiert-niederlage-im-wirbelschleppenstreit/30122
    Ein Beitrag aus Frankfurt am Main !

    „Die Entscheidung bestätigt unsere Auffassung, dass der Betrieb der Landebahn Nordwest nicht eingeschränkt werden muss und der Planergänzungsbeschluss vom Mai die Risiken durch wirbelschleppenbedingte Windböen sorgfältig abgewogen hat“, erklärte ein Fraport-Sprecher. Flugzeuge der Typen Airbus A380, Boeing 747 und MD-11 dürfen ohnehin nicht auf der neuen Bahn landen.”

    Schulzendorf ist näher an der Start – und Landebahn dran und es gibt keine Einschränkung für A 380 usw !!!!!!!!!!

  2. Anwohner Kölner Straße
    30. Juli 2013 at 10:35

    Mehdorn soll nur geholt worden sein, um den Sündenbock zu spielen, was er sich natürlich fürstlich bezahlen lässt. In dem Alter und mit Weinberg in Südfrankreich hat er eh nix mehr zu verlieren und ist dann bald mal weg.

  3. Anwohner Kölner Straße
    30. Juli 2013 at 10:30

    SCHÖNEFELD. Während noch alle über den Brandschutz als Ursache für die Verzögerung am Flughafen Berlin Brandenburg diskutieren, scheint das eine beabsichtigte Fehlinformation zu sein. Nach Informationen, die dem NORD-BERLINER exklusiv vorliegen, ist nicht Feuer, sondern Wasser das Problem – genauer das Grundwasser, das den Flughafen langsam absaufen lässt und möglicherweise die geplante Fertigstellung komplett gefährdet. Die unterirdischen Zufahrtstrassen der Deutschen Bahn sollen bereits bis zu einem halben Meter unter Wasser stehen.

    Auch der feine, weiße Märkische Sand macht dem BER zu schaffen: Das Parkhaus hat bereits eine Schieflage, die aber nach Auskunft der technischen Experten kaum noch eine Chance auf Sanierung hat. Mittlerweile wird bereits am Bau eines zweiten Towers gearbeitet, weil der erste auch – wie das Parkhaus – eine fundamentale Schieflage aufweist.
    Der Tower ist derzeit voll in Betrieb, er wird für den Flughafen Schönefeld genutzt.
    Von den zunächst geplanten 2 Milliarden Euro Baukosten liegt der tatsächliche Ausgabenaufwand zum jetzigen Zeitpunkt bereits schon mehr als doppelt so hoch.

    An dieser Stelle müssen dringend und sofort unabhängige Gutachter den Schadensstand ermitteln und bewerten, ob eine Sanierung zu vertretbaren Kosten überhaupt möglich ist. Für die Kostenbetrachtung käme dann der Abriss des neuen alten Flughafen BER plus zusätzliche Kosten für den kompletten Neubau. Das dürfte dann an die 10-Milliarden-Grenze gehen.

    Dass dem Flughafenchef Rainer Schwarz sein bevorstehender Abgang wohl mit 1,8 Millionen Euro versüßt werden soll, mutet in dem Zusammenhang geradezu grotesk an und sollte den Steuerzahler noch mehr auf die Palme bringen.

  4. Ulf
    Ulf
    29. Juli 2013 at 17:29

    Ihr Beitrag paßt ja wirklich zum heutigen Tagesgeschehen. Herr Platzeck verläßt das sinkende Schiff. Besser kann er nicht aus dem gesamten Schlamassel herauskommen.

    Zum Thema Bürgermeister, es wurde hier schon einmal erwähnt. Ich kann das nur unterstreichen. Weder Herr Mücke, noch Herr Speer noch Frau Burgschweiger haben meiner Ansicht nach das Potential, die Tricks von Herrn Mehdorn zu durchschauen. Der hat die Bahn herunter gewirtschaftet, dann Air Berlin, jetzt den Flughafen und an die Lärmbetroffenen vergreift er sich jetzt auch.

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