Schlosskonzert mit Klasse Saitenspieler Sergey Malov

19. September 2022
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Königs Wusterhausen. Unter dem Titel „Kunst der Fuge“ gab der Konzertabend einen Einblick in verschiedenste Streichinstrumente: Neben der Violine spielte Sergey Malov auch das historische Violoncello da spalla und auf einem Clavichord. Eperimentell waren seine Improvisationen zwischen den Stücken von Bach, bei denen er mit einer Loop-Station außergewöhnliche musikalische Effekte erzeugte. Der herausragende Streicher hatte ein höchst anspruchsvolles Programm mit Werken von Johann Sebastian Bach rund um die Fuge zusammengestellt, um die gewaltige Bandbreite und die Besonderheiten dieser mitunter historischen Instrumente dem begeisterten Publikum zu präsentieren.

Sergey Malov präsentierte das Violoncello da spalla. Foto: Stefan Günther

Sergey Malov präsentierte das Violoncello da spalla.Foto: Stefan Günther

Das bekannteste Orgelwerk Toccata und Fuge d-Moll, bearbeitet für Violine solo, interpretierte Malov auf der Violine kunstvoll mit technischer Präzision und herausragender Klarheit. Vom ersten Moment entstand eine raumfüllende Präsenz. Einen Gegenpol zu dem gravitätischen Klassiker stellte die Suite für Violoncello Nr. 5 c-Moll dar, vorgetragen auf dem Violoncello da spalla. Auffallend war die tiefe, ernste und mitunter auch düstere Tonalität. Bei dem Instrument handelt es sich um ein kleineres Cello, das vor der Brust gehalten wird und eine fünfte Saite besitzt. Nur noch wenige Musiker beherrschen dieses seltene Instrument in dieser Vollkommenheit: „Es ist bewunderswert, wie Malov die Originalität und Besonderheit des Violincellos mit seinem herausragenden Spiel offenbart und dabei die Kompositionen von Bach kunstvoll umsetzt“, kommentierte ein Konzertbesucher.

Die wunderschöne Sonate für Violine solo Nr. 3 C-Dur mit der wahrscheinlich längsten Fuge bildete einen weiteren Höhepunkte des Konzertabends. Hier zeigten sich erneut sein meisterhaftes Können und seine Perfektion. Malov verschmolz geradezu mit der Violine und ging mit ihr eine Symbiose ein, bei der die Musik gewaltige Energie und Lebendigkeit versprühte, sodass „die Zuhörer geradezu hinweggetragen wurden“, wie es eine Besucherin im Nachhinein beschrieb.

In seinen Improvisationen, in denen Malov neben all seinem Instrumentarium auch eine Loop-Station und eine E-Geige einsetzte, entführte er das Publikum mit seiner Zugabe ans Mittelmeer mit Schiffstuten, Meeresrauschen und Mövengeschrei. Anklänge an den Orient und musikalische Bilder mit Raqs-al Sharq (Tanz des Ostens/Bauchtanz) und den gleißenden Schleiern von deren Tänzerinnen passten perfekt zu dem orange-roten Ambiente im Konzertsaal der Fachhochschule für Finanzen.

Weitere Informationen: http://schlosskonzertekoenigswusterhausen.de.

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