open infra: Bis zum Winter ist die “Schnelle Welle” da

2. März 2021
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Deutschland hinkt beim schnellen Internet im Vergleich mit anderen Industrienationen hinterher. Das schwedische Unternehmen open infra engagiert sich beim Digitalausbau auch in Dahme-Spreewald. Der Schulzendorfer sprach mit Mikael Häussling Löwgren aus Stockholm, Vorstandsmitglied von open infra, über „schnelles Internet“:

Herr Häussling Löwgren, verraten Sie, wer ist open infra?

Mikael Häussling-Löwgren: Um das Jahr 2009 herum erfuhr der Glasfaserausbau in Schweden einen starken Aufschwung. Seither ist open infra dort am Glasfaserausbau beteiligt. Fast zehn Jahre später, Ende 2019, haben wir unseren ersten deutschen Knotenpunkt in Eichwalde platziert. Das war der Beginn unserer internationalen Reise, um den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur für Haushalte und Unternehmen in Europa zu unterstützen. Neben dem Knotenpunkt, der eine Schaltstelle für den Datenverkehr über Glasfaserleitungen ist, haben wir auch ein Glasfasernetz, einen sogenannten Backbone, aufgebaut.

Mikael Häussling Löwgren, Vorstandsmitglied von open infra

Mikael Häussling Löwgren, Vorstandsmitglied von open infra

Wie viele Anlieger in Schulzendorf, Eichwalde und Zeuthen wurden von Ihnen 2020 mit Glasfaserkabel versorgt?

Mikael Häussling Löwgren: In Eichwalde haben wir Ende 2019 begonnen, die Bewohner zu informieren und Aufträge für FTTH-Glasfaseranschlüsse zu sammeln. Bis dato haben wir in Eichwalde 1.500 Objekte und in Zeuthen 2.500 Objekte mit echter Glasfaser bis ins Haus oder die Wohnung versorgt. Der Ausbau wird stetig weiter fortgesetzt.

Wie viele Anschlüsse will Open Infra 2021 realisieren?

Mikael Häussling Löwgren: Der Bedarf an sicherem, schnellem und stabilem Internet ist im privaten Bereich in den vergangenen Jahren stark gestiegen – nicht zuletzt durch die COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Homeoffice- und Homeschooling-Maßnahmen. Deshalb möchten wir den Glasfaserausbau in Deutschland so gut wie möglich unterstützen. Wir tun unser Bestes, um den Ausbau effizient voranzutreiben und möglichst vielen Menschen den Zugang zu schnellem Glasfaser-Internet zu ermöglichen. Neben den Glasfaser-Anschlüssen in Schulzendorf, Eichwalde und Zeuthen erfragen wir derzeit den Bedarf in weiteren Regionen rund um Berlin, Hamburg und einige andere deutsche Städte. Wir stehen in intensiver Kommunikation mit verschiedenen Kreisstädten, denen wir unser Unternehmen und unser Ausbau-Angebot vorstellen.

Wann wird mit den Arbeiten in Schulzendorf begonnen?

Mikael Häussling Löwgren: In Schulzendorf ist Stonemedia, unser Kooperationspartner im Außendienst, derzeit dabei, die Bewohner zu informieren und mit den Interessenten Verträge für Glasfaseranschlüsse abzuschließen. Wir planen, im Sommer 2021 mit der Verlegung der Glasfaserleitungen zu beginnen. Sobald die Leitungen verlegt sind, werden die Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen und die Anschlüsse aktiviert.

Wie groß ist das Interesse an Ihren Glasfaseranschlüssen in Eichwalde, Zeuthen und Schulzendorf?

Mikael Häussling Löwgren: Grundsätzlich ist der Zugang zu schnellem und stabilem Internet im Haus heutzutage für jeden interessant. Die Bewohner der Gemeinden Eichwalde, Zeuthen und Schulzendorf zeigen großes Interesse an den Glasfaseranschlüssen im offenen Netzwerk von Open Infra. Die professionellen und freundlichen Mediaberater unseres Kooperationspartners Stonemedia haben im vergangenen Jahr etwa jeden zweiten Kunden (im Schnitt 45 %), den sie beraten haben, für die neue Glasfaserzukunft mit Open Infra gewonnen.

Open infra Spatenstich (Foto: Open infra GmbH)

Open infra Spatenstich (Foto: Open infra GmbH)

Immer wieder staunen unsere Leser, dass Sie im Vergleich zu Mitbewerbern den Anschluss für einen sehr günstigen Preis anbieten. Wie ist das möglich?

Mikael Häussling Löwgren: Zur Beantwortung dieser Frage möchte ich kurz unser Geschäftsmodell erklären. Das sogenannte Open-Access-Modell, nach dem wir arbeiten, ist neu in Deutschland. Diese Form der offenen, neutralen Infrastruktur entkoppelt den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur von den Dienstleistungen für Internet, TV, Telefonie. Die Open Infra GmbH als ausbauendes Unternehmen bietet selbst keine Dienstleistungen an, sondern stellt die Nutzung der Infrastruktur allen am Markt existierenden Providern zu den gleichen Bedingungen zur Verfügung. Unsere Kunden, die bei uns einen Glasfaseranschluss kaufen, sind damit nicht an einen Anbieter und dessen Produkte gebunden, wie bei anderen in Deutschland bisher üblichen Alternativen. Wir bieten unseren Kunden vielmehr eine Auswahl an Dienstleistern für Internet, TV und Telefonie, mit denen sie eigene Verträge abschließen und unter deren Produkten sie frei wählen können. Es gibt keine Mindestvertragslaufzeiten und sehr kurze Kündigungsfristen. Wir können bereits beobachten, dass Familien und Geschäftsinhaber tatsächlich diese Art von Glasfaserinfrastruktur bevorzugen, bei der sie die Anbieter und Dienstleistungen wählen können, die ihren Wünschen und Bedürfnissen voll entsprechen und jederzeit die Möglichkeit zum Anbieterwechsel haben. Unsere Kunden wechseln dann vielleicht irgendwann den Anbieter oder die Dienstleistungen, aber sie nutzen weiterhin unsere Glasfaserinfrastruktur. Damit können wir diese Investition über eine lange Zeit hinweg betrachten.

open infra Ausbau in Zeuthen.

open infra Ausbau in Zeuthen.

Zu den Preisen: Glasfaser muss nicht teuer sein. Wir bieten unseren Kunden in Deutschland eine Preisstruktur an, die mit der in Schweden vergleichbar ist. Unsere Daten haben wir aus unserer 12-jährigen Erfahrung mit Open-Access-Glasfasernetzwerken in Schweden gewonnen. Sie sind also langfristig erprobt und validiert. Und: Das Open-Access-Modell ist das beste Modell – für die Nutzer ebenso wie für uns als Infrastrukturanbieter.

Wenn Glasfaserkabel verlegt werden, sieht man stets viele Mitarbeiter. Sagen Sie etwas zu den Arbeitsbedingen. Wie viele Stunden müssen Ihre Kollegen am Tag arbeiten, fahren sie jedes Wochenende nach Schweden?

Mikael Häussling Löwgren: Wir kooperieren für die Grabungs- und Anschlussarbeiten mit verschiedenen Auftragnehmern. In den Anfangsphasen des Ausbaus in Deutschland kommen viele von ihnen aus Schweden, weil sie von dort auch die nötige Erfahrung mitbringen. Da man beim Verlegen dieser Infrastruktur vorsichtig vorgehen muss, um keine Wurzeln und andere Kabel zu zerstören, graben wir die meisten Streckenabschnitte von Hand. Wir werden ein Team haben, das zu 100 Prozent in Deutschland wohnen und arbeiten wird. Die täglichen und wöchentlichen Arbeitszeiten entsprechen den üblichen und gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitszeiten. Natürlich reisen die Mitarbeiter unserer Auftragnehmer auch von Zeit zu Zeit nach Schweden, um Familie oder Freunde zu besuchen, aber sicherlich nicht jedes Wochenende.

Was glauben Sie, wann werden Sie alle Ihre Kunden in Eichwalde, Zeuthen und Schulzendorf mit Glasfaserkabel versorgt haben?

Mikael Häussling Löwgren: Im Durchschnitt können wir all unsere Kunden zwei bis drei Monate nach der Bauentscheidung ans Glasfasernetz anschließen und den Anschluss aktivieren. Wir kommunizieren intensiv mit unseren Kunden und informieren sie stetig über den aktuellen Status des Ausbaus und die Planung ihres Anschlusses. Wir arbeiten stetig am Ausbau in den drei Gemeinden, es werden kontinuierlich Glasfaserleitungen verlegt und Anschlüsse aktiviert. Neukunden, die zuvor noch keinen Vertrag unterschrieben hatten, aber vom aktuellen Ausbau in ihrer Nachbarschaft profitieren möchten, werden mit in den Ausbauplan integriert. Die allermeisten Kunden werden voraussichtlich spätestens zum Winter 2021/2022 angeschlossen sein. Zu berücksichtigen ist dabei, dass wir uns in einigen Gebieten dieser drei Gemeinden noch in der Phase der Nachfragebündelung befinden.

16 Responses to open infra: Bis zum Winter ist die “Schnelle Welle” da

  1. Nachfrage
    21. April 2021 at 16:23

    Gibt es denn mittlerweile bereits einen festen Termin für den Ausbaubeginn in Schulzendorf? Ich hatte mal die Information, dass angeblich spätestens im Mai in Neu-Schulzendorf der Ausbau sein sollte. Allerdings merkt man davon rein gar nichts.

  2. Matze
    6. April 2021 at 16:30

    Jo, näch. Woche wird in KW angefangen…:(

  3. Heutemalohne
    6. April 2021 at 13:14

    Nun haben wir bereits April und passiert ist hier nichts, jetzt überholt uns wohl KW. Hat irgendjemand eine Info wann es weitergeht? Schließlich gibt es Kündigungsfristen, die eingehalten werden müssen, um nicht noch ewig in alten Verträgen zu hängen. Was für ein Problem hat denn das Schulzendorfer Bauamt nun schon wieder?

  4. Matze
    5. März 2021 at 08:27

    Ja, ich hab den Kasten da auch gesehen und geschmunzelt :) :) ist vllt f. Vdsl aber nicht für Glasfaser.

    Das gleiche gilt für Dns…

    Und 40-50 cm reichen; die Telefonkabel waren nicht aufgezeichnet. Wenn man tiefer buddelt könnte mehr beschädigt werden…

  5. besorgter Vater
    5. März 2021 at 07:58

    Hy Matze,

    Es ist auch sinnvoll die Kabel tiefer als 40 cm zu legen, denn wenn man eine Auffahrt an seinem Grundstück bauen will, bekommt man die Vorgabe einen Untergrundaufbau vorzunehmen. Dieser ist aber in der Summe tiefer als 40 cm. Ich will so etwas vornehmen und habe mich schon gefragt wie vorsichtig man da buddeln muss um nicht irgendein Kabel zu zerstören. OI hat laut Aussage des Telekommitarbeiters, der bei mir vor 3 Wochen eine Störung behoben hat, in Zeuthen viele Telekomkabel mit ihrer Hacke zerstört. In der Walther Ratenau Str steht im übrigen ein Telekom Kasten mit Telekom Werbung dran: “Ich stehe hier für schnelles Internet”.

  6. Matze
    4. März 2021 at 18:32

    …und das Bauamt S’dorf stellt sich mal wieder quer :(
    Ausgemacht waren bei Bauantrag 40-50 cm tief zu buddeln, aber jetzt will es das Bauamt (5 Monate später) mind. 70 tief haben :( :(

  7. Matze
    4. März 2021 at 13:25

    @Hartenstein: ja nee ist klar.
    Die einzigen die Antrag bei BnetzA gestellt haben sind OI und Dns

    Auch egal; OI hat das beste Angebot!!

  8. B. Hartenstein
    4. März 2021 at 12:24

    @Matze
    Sie haben es in den Medien angekündigt für 2022.

  9. Frank
    4. März 2021 at 08:59

    Lieber User Frank, Ihren Beitrag veröffentlichen wir nicht. Sie erheben darin schwere Vorwürfe, die Straftaten gleich kommen. Ohne dass Sie Ihren vollständigen Namen, Anschrift und belastbare Beweise vorbringen, wird Ihr Kommentar nicht freigeschaltet.

    Sabrina Rühle
    Redaktion

  10. Matze
    3. März 2021 at 18:01

    Und wo soll Glasfaser von der Telekom liegen??
    Wenn dem so wäre, hatten sie schon längst Werbung gemacht bzw sind auf die Haushalte zugegangen!!!

  11. Matze
    3. März 2021 at 17:54

    Ähm B. Hartenstein; mit unseren Orten ist dann noch nicht Schluß!! Danach geht die Reise nach KW, Mittenwalde weiter…
    @IT: also wenn man das Schlachtschiff Fritzbox 7590 dazu bekommt, ist das ein toller Router :)

    Selbst mit Lan Kabel von Box zu PC hat man eine rasende Geschwindigkeit!!

  12. besorgter Vater
    3. März 2021 at 15:54

    Hallo Mark,

    vor 7 Monaten sollte in 4 Wochen vor meinem Haus gebuddelt werden. Laut Bauamt hatte OI da noch nicht mal eine Schacht Genehmigung.

    Vor 4 Wochen wurde meinem Nachbar der Hausanschluss gelegt. Wieder in 4 Wochen (also jetzt) wird er ganz sicher angeschlossen. Hier ist kein Kabel zu sehen.

    Alle in der Straße haben laut dem Außendienstmitarbeiter unterschrieben… Was niemals so ist. Ganz sicher.

    Wenn OI weg ist, muss man sich an die Gemeinde wenden wenn man einen Anschluss will würde meiner Frau gesagt vom Außendienstmitarbeiter. Das wird sehr teuer.

    Über eine öffentliche IP oder sonstiges könnte ich mich garnicht mit dem Herren der für meine Straße zuständig ist nicht unterhalten, weil er schlichtweg nicht zu erreichen war. Genauso wie die Zentrale… 30 min Warteschleife um die Nummer vom Projektleiter zu bekommen.

    Weiter will ich es garnicht ausführen.

    Ich freue mich das hier schnelles Internet verlegt wird. Ich bleibe bei DNS Net weil mich dort der Service überzeugt (auch im Störungsfall).

    Wenn du positive Erfahrungen gemacht hast, freue ich mich auch für dich. Das Gesamtbild ist FÜR MICH aber nicht ansprechend.

  13. Mark
    3. März 2021 at 15:16

    @besorgter Vater: Welche Aussagen denn? Bei uns ist der Hausanschluss bereits realisiert worden. Und ich kann nur in höchsten Tönen mein Lob aussprechen. Sehr saubere und ordentlich Arbeiten. So kann es weiter gehen. Und ich freue mich auf die LWL Leitung. VG

  14. IT Spezi
    3. März 2021 at 14:05

    Glasfaser schön und gut aber wenn ich einen schnellen Anschluss brauche z.B. Beruflich dann brauch ich den Rest auch dazu! Wie zu Beispiel einen vernünftigen Router und eine Feste IPv4. und was bekommt man? Eine total billige Box mit einer Öffentlich IPv6 und IPv4 aus dem 100ter Bereich. Service Fehlanzeige! Und ich dachte immer ich habe mit meinem Kabelanschluss den schlechteren Anschluss.

  15. B. Hartenstein
    3. März 2021 at 09:39

    Ok, das ist eine übliche Firmen-Präsentation.
    Aber warum beschränkt sich die Tätigkeit nur auf Sch/Z/E? Keine weiteren Gemeinden im Umkreis? Sondern gleich ins ferne Bundesgebiet?
    Und warum will Telekom ab nächsten Jahres mit dem “Verlegen von Glasfaserkabeln” beginnen, wenn doch schon welche liegen?
    Das klingt alles recht seltsam.
    Stimme dem besorgten Vater zu, man weiß nicht was man glauben soll.

  16. besorgter Vater
    2. März 2021 at 17:28

    Wenn sich all diese Aussagen nur mit denen des “Vertriebspartners” decken würden… Man weiß so langsam garnicht mehr was man glauben soll.

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