Mücke: Grünen Vorschlag „zu flach“ und „nicht gut durchdacht“

3. Oktober 2019
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Rene Keller über die ordentliche Ausrüstung der Feuerwehr: So macht das Arbeiten Spaß. (Foto: mwBild)
Rene Keller über die ordentliche Ausrüstung der Feuerwehr: So macht das Arbeiten Spaß. (Foto: mwBild)

Schulzendorfs Lebensretter sind nach den Worten von Gemeindebrandmeister Rene Keller im gestrigen Hauptausschuss gut aufgestellt. 70 Prozent der museumsreifen Feuerwehrfahrzeuge aus DDR – Bestand wurden neu angeschafft, die Personaldecke ist „gut“.  12 bis 15 Kameraden können mit bis zu drei Feuerwehrautos zu einem Einsatz ausrücken. 44 aktive Kameraden, 32 Kinder im Alter von 6 bis 10 und 20 im Alter von 11 bis 16 sind eine gute Basis, um auch künftig die Aufgaben zu stemmen.

Lebensretter im Einsatz
Lebensretter im Einsatz

Und die werden mehr! Der irgendwann in Betrieb gehende Flughafen BER, der massiv steigende Verkehr in und um Schulzendorf, die steigende Zahl von Bränden in Wäldern, die früher Truppenübungsgelände waren und in denen auf einem Hektar rund 100 Tonnen alter Munition lagern, die Entwicklung der Wohngebiete Ritterschlag/Ritterfleck und Waldsiedlung.

Angesichts dessen stellen sich Fragen: Hat das Ehrenamt Grenzen? Ist es noch ehrenamtliche Tätigkeit, wenn jemand regelmäßig zu Arbeiten herangezogen wird?

Was noch vor Jahren undenkbar war, ist heute auf Grund der rasanten technischen Entwicklung Realität. Der Aufwand für Unterhaltung und Instandhaltung der Ausrüstung ist enorm gewachsen. Wartungsintervalle für Geräte und Maschinen haben sich verkürzt. Zwei Beispiele: Rund 40 Stunden sind nach Kellers Worten nötig, um die Software sämtlicher Sprechfunkgeräte der Feuerwehr zu aktualisieren. Rund 18 Stunden müssen aufgewendet werden, um Atemschutzgeräte nach einem Brandeinsatz zu warten.

In vielen Wehren der Region werden diese Arbeiten bereits von hauptamtlichen Gerätewarten realisiert, in Schulzendorf bislang nicht.

Auf diese Feuerwehr Männer und Frauen können wir bauen.(Foto: mwBild)
Auf diese Feuerwehr Männer und Frauen können wir bauen.(Foto: mwBild)

Bündnis 90/Die Grünen hat einen Antrag in den Gemeinderat eingebracht, der die Anhebung der Aufwandsentschädigungen für die Kameraden, gestaffelt nach Funktionen, und die Anstellung eines hauptamtlichen Gerätewartes zum Ziel hat. Kosten, die der Gemeinde dadurch entstehen, verschwiegen die Fraktionschefs Körner und Stölzel.

Zwar ist sich der Gemeinderat dem Grunde nach über eine Anhebung der Entschädigung und Einsatz eines hauptamtlichen Gerätewarts einig. Doch CDU und Die Linke verlangten, das Thema nicht im Hüft – Schuss Verfahren zu behandeln. In jedem Fall müsse es im Finanzausschuss besprochen werden.

Für Bürgermeister Mücke ist der Grünen – Antrag „zu schnell geschossen“ und „nicht gut durchdacht“, die Begründung sei „flach“. Wenn zusätzliche Ausgaben beschlossen werden sollen, muss auch die Frage nach zusätzlichen Einnahmen beantwortet werden, argumentierte Mücke im Hauptausschuss.

Seinen Antrag zog Körner im Hauptausschuss zurück, Schularbeiten machen ist jetzt bei Bündnis 90/Die Grünen angesagt.

4 Responses to Mücke: Grünen Vorschlag „zu flach“ und „nicht gut durchdacht“

  1. Unternehmer
    4. Oktober 2019 at 15:12

    Also über die Leistungsfähigkeit unseres Bauamtes ist hier im Schulzendorfer eine Menge zu lesen. In der Kita Löwenzahn wird seit zwei Jahren an zwei Räumen herumgedoktort. Kein Privatmensch, kein Unternehmen könnte sich das leisten. Wenn sich die Politik in Bauprojekte einmischt, kommt nur Käse raus, siehe BER, siehe Staatsoper, siehe Hort, siehe Kita Johanniter.

  2. Olli
    4. Oktober 2019 at 14:12

    Die geplante Bauzeit wurde um ein Jahr überschritten. Das lag vor allem am fehlenden Controlling der Gemeinde und vieler anderer hausgemachter Probleme. Der Bürgermeister, der Bauamtsleiter und seine Mitarbeiter mussten sich also ein Jahr länger mit dem Projekt befassen (Verhandlungen, Begehungen, Ausschreibungen, Rechtsanwälte usw.) Also sind auch ein Jahr länger Personalkosten in das Projekt geflossen. Diese Kosten wären nicht entstanden, wenn das gesamte Projekt von Anfang an in der Hand von Profis und nicht eines Bürgermeisters (der vom Bauen wenig Ahnung hat) bzw. eines fragwürdigen Bauamtsleiters gelegen hätte und störungsfrei abgelaufen wäre.

  3. Oskar
    4. Oktober 2019 at 09:45

    @Olli, -Die verzögerte Fertigstellung vom Hort hat ein ganzes Jahr zusätzlich Personalkosten produziert.-
    Erkläre mal diese Aussage genauer, warum zusätzliche Kosten.

  4. Olli
    4. Oktober 2019 at 08:24

    Ich unterstütze das Bestreben, den Feuerwehrleuten mehr Geld zu geben, sie leisten für uns alle eine unsagbare Leistung, die wertgeschätzt werden muss. Zum Thema Geld für die Feuerwehrleute habe ich folgenden Vorschlag. Mücke braucht nur Bauprojekte vollständig in die Hand Dritter zu geben, dann ist es höchstwahrscheinlich, dass es zu keinen Verzögerungen und Kostenüberschreitungen kommt. Die verzögerte Fertigstellung vom Hort hat ein ganzes Jahr zusätzlich Personalkosten produziert. Mit denen hätte die höhere Aufwandsentschädigung der Feuerwehrleute wenigstens 5 Jahre finanziert werden können.

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