MOBBING: Eine weitere Mutter bricht ihr Schweigen (Teil 5)

26. Juli 2019
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Die Indizien, dass an der Grundschule Schulzendorf ein regelrechter Mobbing – SUMPF existiert, verstärken sich. Schikanen sind an der Schule offenbar keine Seltenheit. Heute berichtet eine Mutter über ihre Erlebnisse. Ihr Name wird aus Schutzgründen nicht genannt, er ist der Redaktion bekannt.

 „Einige Kinder sind erst 20 Minuten nach dem Stundenklingeln in den Klassenraum gekommen, weil sie auf dem Pausenhof gespielt hatten. Die Klassenleiterin hat die Kinder dann zur Strafe an die Wand gestellt. Sie mussten die restlichen 20 Minuten mit dem Gesicht zur Wand stehen. Wir haben um ein Gespräch gebeten. Das fand mit Herrn Freese, der Klassenlehrerin und der Sonderpädagogin von der Klasse statt. Wir fragten, wie es sein kann, dass es der Klassenlehrerin 20 Minuten nicht auffällt, dass Kinder fehlen. Herr Freese sagte, dass er nichts wusste und dass wir das später klären. Eine Klärung oder Entschuldigung, dass Kinder 20 Minuten mit dem Gesicht zur Wand stehen mussten, gab es nicht.

Genau die gleiche Sonderpädagogin fragte mich in einem späteren Gespräch, wer ich eigentlich sei. Ich sagte ihr, dass ich die Mutter bin. Der Schulleiter war bei diesem Gespräch auch dabei. Wir hatten uns aber nicht nur wegen dieser Sache an den Schulamtsleiter in Cottbus und an das Bildungsministerium in Potsdam gewandt. Als Antwort bekamen wir, dass eine Frau Topias glaubhaft erklärt hat, dass dies nicht so gewesen ist. Mit anderen Worten unterstellte man uns, zu lügen. Eine Frau Topias kennen wir überhaupt nicht und eine solche Person hat an dem Gespräch überhaupt nicht teilgenommen.

Der Schulzendorfer meint: So weit dürfen Lehrer nicht gehen! (Foto: Symbolbild/Bildmontage Bliefert)

Der Schulzendorfer meint: So weit dürfen Lehrer nicht gehen! (Foto: Symbolbild/Bildmontage Bliefert)

Im LER Unterricht ging es um das Thema „Lügen“. Gleich zu Beginn sagte die Lehrerin zu unserem Kind: „Na, da kennst du dich ja aus.“ Unser Kind war tief getroffen. Die Lehrerin stellte unser Kind immer wieder vor der ganzen Klasse bloß. „Wegen dir muss ich heute länger in der Schule bleiben!“ oder „Ist schon blöd, dass deine Freunde da Fußball spielen und du nicht mitspielen darfst.“

Der Schulleiter Herr Freese sprach unserem Kind ohne unser Wissen einen schriftlichen Verweis aus. Über den eigentlichen Vorfall wurden wir nicht informiert. Das Schulamt räumte später ein, dass eine Kommunikation zwischen der Schule und uns sicherlich erforderlich gewesen wäre. Der Beschluss, „einen Verweis auszusprechen“ wurde im Nachhinein wegen Formfehler aufgehoben. Das Protokoll der Klassenkonferenz, auf der der Verweis beschlossen wurde, erhielten wir trotz Bitten nicht. Das Schulamt erklärte später, dass der Schulleiter mit der Aufhebung des Beschlusses und aus Datenschutzgründen aufgefordert war, dieses Protokoll aus den Unterlagen der Schule zu entfernen.

Wir hatten mit dem Schulleiter und einigen Lehrern festgelegt, dass unser Kind mit einer Sonderpädagogin in den Pausen als Streitschlichter unterwegs ist. Unser Kind hatte ja die Streitschlichterausbildung erfolgreich abgeschlossen. Eine Sonderpädagogin war nur 5 mal da und sonst stand unser Kind allein da. Als sich unser Kind  beim Schulleiter das T-Shirt der Streitschlichter holen wollte, gab der ihm keins. Er sagte unserem Kind: „Dass es keine Ausbildung hätte.“ Das war falsch, denn die war bereits erfolgreich beendet. Wir haben nichts unternommen, weil das Schuljahr eh fast vorbei war, wir dieser Schule hilflos gegenüber standen.

Im Englischunterricht verließen Kinder einfach den Raum und die Englischlehrerin schrieb unserem Kind ins Hausaufgabenheft, dass es  den Unterricht stört. Ich schrieb zurück, „Wie stört ….. den Unterricht?“  Die Lehrerin antwortete einfach nicht. Kein Schreiben, kein Gespräch….nichts!

Herr Freese schrieb ins Hausaufgabenheft, dass sich unser Kind vom Unterrichtsgeschehen ablenkt. Oder er schrieb, dass unser Kind mit anderen unpünktlich sei. Wir haben den Direktor in einem Elterngespräch gefragt, was wir tun können, damit die Leistungen unseres Kindes besser werden. Er sagte nur, dass unser Kind in den Pausen zu viel isst.

Wir wurden schon in der ersten Klasse von den Lehrern aufgefordert, unser Kind ärztlich untersuchen zu lassen. Die Lehrerin begründete damals, dass das Verhalten unseres Kindes für sie nicht normal sei. Wir ließen unser Kind also auf ADHS testen und waren froh, dass die Ärzte diese Diagnose nicht feststellen konnten. Unser Kind war normal. In der Schule funktionierte es trotzdem nicht. Es gab immer wieder Streit zwischen den Kindern und die Lehrer beklagten sich immer wieder, obwohl eine Sonderpädagogin für die Klasse verantwortlich war.“

14 Responses to MOBBING: Eine weitere Mutter bricht ihr Schweigen (Teil 5)

  1. Entsetzt
    14. August 2019 at 22:12

    Ich kann da nur den Kopf schütteln das nichts unternommen wird. Mein Kind hat in ihren ersten 2 Jahren, den Glauben an sich selbst verloren, weil ihr immer gesagt wurde wie dumm sie doch sei und ihre Famile total bekloppt sei. Ich bin gespannt wie die nächsten 4 Jahre werden.

  2. Laermgegner
    28. Juli 2019 at 15:46

    Eigentlich kann man das alles nicht glauben. Wenn ich mich an meine eigene Schulzeit in Schulzendorf aber erinnere, gab es aber auch sehr unschöne Situationen, bis zu Schlägereien mit den Lehrer – da kam der Staatsanwalt auf den Plan!

    Lehrer sind auch nur Menschen, teilweise auch nur Fachkönner – aber keine Lehrer für den Umgang mit den Kindern. Oder sind nur die Schüler jetzt nicht in der Lage, sich zu wehren ? Oder wissen die Eltern alles besser ? In meiner Klasse gab es auch Mobbing wegen Sauberkeit einer Schülerin, aber auch wenn wir 1000 Schüler ( pro Jahr ) waren, die Chefs haben sich gekümmert .

  3. Petra
    Petra
    28. Juli 2019 at 14:17

    Erneut traurig, so etwas lesen zu müssen. Können Direktor und Lehrer der Schule und der Verwalter eigentlich morgens noch in den Spiegel gucken?

  4. M. Hofmann
    28. Juli 2019 at 10:09

    WITTECK ist nicht nur als Elternkonferenzvorsitzender, sondern auch als Gemeindevertreter untragbar. Er sollte öffentlich Stellung nehmen, wen er eigentlich vertritt. Die Kinder? Eltern? SICH SELBST?
    Der half bei der Vertuschung der katastrophalen Evakuierung. Beim Probealarm danach blieb wieder eine Klasse sitzen, weil die Lehrerin meinte, dass das Alarmsignal nicht für sie galt. Den Elternvertreter dieser Klasse Markus WITTECK störte das nicht. Oder er wusste wieder von Nichts. Es gab jedenfalls keine Wiederholung. Eltern schweigen, weil sie ihr Kind schützen. Dies Jahr steht für diese Klasse der Schulwechsel an. Die Angst vor einem schlechten Gutachten ist verständlich. Was mit Menschen passiert, die den Mund aufmachen, wurde ja an Frau Falk-Grünes deutlich.

  5. Ulf
    Ulf
    28. Juli 2019 at 09:39

    Wir sind uns ja einig, dass solche Methoden nichts mit vernünftiger Bildung zu tun haben. Gegen sowas muss vorgegangen werden. @Siegert: Die Gemeindevertreter sind doch diejenigen, die wirklich am wenigsten ausrichten können. Ganz andere müssen Rechenschaft ablegen. Herr Mücke zum Beispiel. Ist doch im Verein macht Schule und Bürgermeister. Der weiß wohl auch von nichts. Oder Frau Fischer. Sie will doch “Bürgeranwältin” sein und präsentiert sich mit schön klingenden Worten auf Plakaten als Kämpfer für die Rechte der Kinder. Nur beim Handeln haperts.

  6. Besorgte Mutti
    27. Juli 2019 at 18:03

    Bin ja gespannt wer von unseren Elternvertreter oder Gemeindevertretern
    im Neuen Schuljahr für unsere Kinder was tut.

  7. Karsten Schmitz
    27. Juli 2019 at 17:49

    Herr Siegert hat Recht, denn für die untragbaren Verhältnisse an der Grundschule ist die Staatliche Schulaufsicht das Staatliche Schulamt Cottbus verantwortlich. Die Eltern haben, vielleicht aus schlechten Erfahrungen heraus, auch das Ministerium in Potsdam angerufen. Es kann sich also Niemand mit Nichtwissen um die unhaltbaren Zustände in der Grundschule Schulzendorf entschuldigen.
    Völlig abwegig ist, dass ein Schuleiter angehalten war, ein Protokoll zu entfernen. Hat die Staatliche Schulaufsicht ein solches Vorgehen angewiesen? Seit wann werden Protokolle entfernt, nur weil ein vielleicht falscher Beschluss gefasst wurde?
    In welchem Land leben wir, dass eine Staatliche Schulaufsicht Eltern der Lüge bezichtigt und auch noch erklärt, dass eine nicht anwesende Person glaubhaft die Eltern der Lüge bezichtigt? Warum hat der anwesende Schulleiter nicht ausgesagt? Der MOBBING-SUMPF betrifft nicht nur die Grundschule, sondern reicht bis ins Staatliche Schulamt und ins Ministerium. So etwas gehört auf den Tisch der Staatsanwaltschaft!

  8. Tiefflieger
    Tiefflieger
    27. Juli 2019 at 13:29

    @Bine: Vom Bürgerbündnis und ihrer neuen Vorsitzenden kann man außer Klatsch, Tratsch und Affekthascherei nicht viel erwarten. Mir ist schleierhaft, weshalb das Bürgerbündnis eine Karrieristin zur Vorsitzenden gemacht hat. Christel Pawlik, die sich immer für die Kinder eingesetzt hat, wird sich im Grab umdrehen, angesichts des Nichttuns von Frau Brühl. Ich zweifle inzwischen an der Kompetenz dieser Frau.Sie mag eine gute Krankenschwester sein, aber mehr nicht.
    @Peter Siegert: Die Damen und Herren von CDU, Linke, SPD und AfD können sich davonstehlen und sagen, wir können nicht eingreifen, wir sind nicht zuständig. Sie haben sehr wohl eine Pflicht (!), sich um das Wohl von Kindern und Bürgern der Gemeinde zu kümmern.

  9. Peter Siegert
    Peter Siegert
    26. Juli 2019 at 23:03

    Der Ruf nach Unterstützung durch Gemeindevertreter ist verständlich. Man muss jedoch wissen, dass sie keine Entscheidungsbefugnisse in Angelegenheiten des Schulbetriebs haben. Die Gemeinde ist zwar Träger der Schule, sie hat jedoch nur Einfluss auf Vorgänge, die das Gebäude betreffen. Dennoch halte ich es für ihre Pflicht, die Stimme gegen solche schlimmen Vorgänge zu erheben. Mir sind alle Gemeindevertreter in der Mobbingsache entschieden zu leise. Die Vertreter, die in Gremien die Elterninteressen vertreten können und deren Stimme Gewicht hat, sollten sofort ihre Posten räumen und sie Eltern überlassen, die sich für die Interessen der Kinder einsetzen. Ich glaube nicht, dass sie von den Vorgängen gar nichts mitbekommen haben.

  10. Olli
    26. Juli 2019 at 17:10

    Mich würde interessieren, welche Handlungen der CDU Mann, Polizeibeamte und Mitglied der Schul- und Elternkonferenz Wittek zu diesem Thema unternommen hat.

  11. Rosanna
    26. Juli 2019 at 15:42

    Das gab es schon vor 15 Jahren. Es gab eine Lehrerin, die immer wieder die Beherrschung verlor. So knallte sie immer wieder plötzlich mit einem Stapel Bücher auf den Tisch der Kinder, so dass alle Kinder zusammenzuckten. Auch schrie sie die Kinder immer wieder an. Alle hatten Angst vor ihr. Als
    mir meine Tochter dann berichtete, dass sie ein Kind geschlagen hat, bestand ich auf eine Elternversammlung. Ich kannte dieses Kind sehr gut. Mit dessen Mutter war ich befreundet. Das Kind erzählte mir alles sehr glaubhaft. Die Lehrerin setzte das Kind und die Mutter so unter Druck, dass das Kind zugab gelogen zu haben und sich bei ihr vor allen Eltern entschuldigen musste. Selbst die Mutter, meine ehemalige Freundin, lies das zu. Meine Tochter war aber Augenzeugin dieses Übergriffs. Ich erfuhr, dass die Lehrerin ständig in psychologischer Behandlung war. Alle anderen Lehrer hielten zu ihr und deckten sie. In dieser Elternversammlung sagte ich zu ihr, dass ich jetzt wie eine Elster auf ihrer Schulter sitze und sie beobachte. Übrigens, vor der Elternversammlung schimpften alle Eltern über sie, in der Elternversammlung schwiegen alle. Zum Glück weiß ich ihren Namen nicht mehr. Genauso gab es im Hort einen Zwischenfall, den ich bis heute nicht vergessen habe. Ich hatte am Morgen vergessen das Teegeld zu bezahlen, so bekam mein Sohn an diesem Tag nichts zu trinken, obwohl 30 Grad waren. Schön, dass die Stimmen gegen Ungerechtigkeit jetzt lauter werden.

  12. 26. Juli 2019 at 15:36

    MOBBING von Lehrern sowie von der Schulleitung, leider mittlerweile Alltag an vielen Schulen … haben wir leider auch nun 1 ganzes Schuljahr durchgemacht … mit einem Lächeln im Gesicht wird so ein psychische Druck ausgeübt … ich bin jetzt noch schockiert wie so etwas nur möglich ist und das schlimme … sie kommen damit durch … weil alle zusammenhalten von Lehrern über Schulleitung, Schulsozialarbeiter und sogar Schulamt.
    Wir schlagen jetzt einen neuen Weg ein und ich hoffe und wünsche mir das bei denen die das meiner Tochter und mir angetan haben und uns das Leben ein Schuljahr zur Hölle gemacht haben das ihr Karma ein richtiges Arschloch ist. Ich könnte soviel erzählen was alles vorgefallen ist aber im Augenblick freuen wir uns jetzt nur auf die Schulferien um endlich durchzuatmen und auf die neue Schule für einen Neubeginn und hoffen das wir nie wieder so etwas schreckliches erleben müssen….
    Wir leben in Baden-Württemberg in der Nähe von Stuttgart…

  13. B.Hartenstein
    26. Juli 2019 at 14:41

    Liebe betroffene Eltern, es ist zwingend nötig, dass ihr handelt zum Wohle euer Kinder, da es ja auf der politischen bzw. verwaltungstechnischen Ebene keine Klärung gibt.
    Ich bin nicht betroffen, meine Kinder sind lange aus der Schule, aber schon zu DDR-Zeiten hatte die Schule Schulzendorf keinen guten Ruf, in pädagogischer Hinsicht. Schon damals musste ich öfter mal “klärende Gespräche” mit der Direktorin führen, was damals politisch bedingt recht schwer war.
    Wäre ich heute in diesem Maße betroffen, würde ich aktiv handeln. Ich würde Strafanzeige stellen wegen psychischer Gewalt gegen Schutzbefohlene. Und ich würde dem Bildungsministerium Brandenburg mitteilen, dass ich mein Kind sofort aus dieser Schule nehme bis zur Klärung des Sachverhaltes. Da eine Umschulung ablehnt ist, würde ich mein Kind zu Hause selbst unterrichten entsprechend der Lehrplanes von Brandenburg, damit nicht der Verdacht der Missachtung der Schulpflicht aufkommt.
    Und ich würde andere betroffene Eltern auffordern, es mir gleich zu tun, so dass wir hier eine Interessengemeinschaft bilden.
    Ich würde alles tun, dass diese Zustände an die Öffentlichkeit kommen und zwar an die große Öffentlichkeit.
    Liebe Eltern, lasst euch nicht einschüchtern.

  14. Bine
    Bine
    26. Juli 2019 at 14:06

    Ich glaub‘s fast nicht, ich bin völlig schockiert über diesen Bericht. Wo sind denn Mollenschott, Fischer, die AfD Leute, Lakenmacher, die sich auf Plakaten als Gerechtigkeitsapostel darstellen? Wo ist denn Klatschtante Brühl vom Bürgerbündnis? Kümmert sie sich nur um Probleme in der Klasse, in die ihr Sohn geht? Wo sind Lübke, Körner, Kolberg? Warum dreht ihr euch alle weg?

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