Meinung: „Ich mal mir die Welt, wie sie mir gefällt!“ – eine Nachlese.

15. Juni 2015
Von

Anfang Mai wurde in der Mehrzweckhalle die Ausstellung des Dialogforums „Zuhause am Flughafen – Gemeinsam in die Zukunft“ präsentiert. Die Initiatoren wollten vor allem über die Chancen, die sich aus der Existenz des BER ergeben, reden.

Pippi Langstrumpfs berühmtes traf bei der Ausstellung in der Mehrzweckhalle auch auf so manche Politiker zu. Von negativen Belastungen für die Menschen wollten die jedenfalls nichts wissen. (Foto Karikatur: mwBild)

Pippi Langstrumpfs berühmtes Zitat traf während der Ausstellung in der Mehrzweckhalle auch auf so manche Lokal Politiker zu. Von negativen Belastungen für die Menschen wollten die an diesem Tag jedenfalls nichts hören. (Foto Karikatur: mwBild)

Allein das Motto stiftet Verwirrung. Ist es nicht höchst undemokratisch, wenn Politiker von oben für mich festlegen, dass ich plötzlich an einem Flughafen mein Zuhause haben muss?

Der Zeuthener FDP–Abgeordnete Karl–Uwe Fuchs weiß was Hausbesitzer tun werden, denen es zu laut in Schulzendorf wird. Sie werden auf Grund der steigenden Preise ihre Grundstücke verkaufen und wegziehen. Und die Verwaltung möge doch dabei helfen und sich kümmern.

Gewerbeansiedlungen, fehlende Wege zwischen Zeuthen, Eichwalde, Schulzendorf und dem BER standen ganz oben auf der Forums-Agenda.

Nur ein Thema, für viele Menschen jedoch DAS Thema überhaupt, stand nicht zur Debatte: Die Alltagszukunft der Schulzendorfer. Sie liegt ziemlich klar auf dem Tisch und lässt wenig Spielraum zum Fantasieren.

Doch diese unangenehmen Wahrheiten wollten Wolfram Hülsemann vom Dialogforum, Karl–Uwe Fuchs, Andreas Hoffmann von der Wählergemeinschaft Schulzendorf pur und Co. einfach nicht hören.

„Doch ich mal mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt.“ Feine Demokraten!

Etwa fünf Kilometer trennen uns vom Flughafen, die Flugzeuge brauchen keine Minute, um hier zu sein und keine Minute, um dort zu sein. Mit anderen Worten, sie sind dicht über uns, sowohl beim Start als auch bei der Landung.

An rund 120 Tagen im Jahr wird über Schulzendorf gestartet, an etwa 240 Tagen wird über Schulzendorf gelandet. Der 15-Grad-Knick geht direkt über die Mitte Schulzendorfs. Südlich der Ernst-Thälmann-Straße wird vermutlich fast das gesamte Ortsgebiet Schulzendorfs mit Starts überflogen.

Kein Lärmschutzgebiet ist da vorgesehen. Die Landungen geschehen über den Eichberg. Da gibt es ein Lärmschutzgebiet, aber der Lärmschutz ist nur unzureichend erfüllt. Trotzdem wird geflogen. Für den BER gibt es ein Nachtflugverbot. Es gilt von 23.00 Uhr bis 5.00 Uhr, fünf Stunden Nachtschlaf.

Ein Beweis dafür, wie Willkür von oben, die Demokratie unten bedroht!

(Der Auto, Helmut Mencke ist seit Jahren in Bürgerinitiativen aktiv, die sich für die Rechte der Fluglärmbetroffenen einsetzen.)

5 Responses to Meinung: „Ich mal mir die Welt, wie sie mir gefällt!“ – eine Nachlese.

  1. Absturz auf Wohngebiet
    30. Juni 2015 at 15:14

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/indonesien-hunderte-tote-nach-flugzeugabsturz-auf-sumatra-befuerchtet-a-1041381.html

    Auch davor habe ich Angst- aber die Schulzendorfer können ruhig schlafen, Abgase inhallieren , nicht hören – und was weiß schonst noch was. Und wenn man T O T ist merkt man es ja nicht, nur den Weg dahin- der kann grausam sein.

  2. Ratlos
    16. Juni 2015 at 21:47

    Kann nicht einer mal die Flugzeuge abbestellen, es nervt nicht nur, sondern, es geht auch auf die Nerven- weil man auch nicht mehr einschlafen kann und früh wacht man gerädert von der ersten Düse wieder auf. Das Lärm agressiv macht, kann ich schon jetzt bestätigen – die Verarschse der Mitmenschen spüren es schon.

  3. Fake BER
    16. Juni 2015 at 09:48

    @ Tiefflieger – ” Größere Einflußnahme ” Sie meinen was ? Wahlen ? Gemeindevertretung ? Ich will diesem – Ihren Wort- nicht folgen. Die Lösung von kleinen Dingen war vor 1989 sehr viel einfacher !

    Nachtrag zu Herrn Mencke aus der TSP

    “Der Lärm der Flugschau an den Fachbesuchertagen habe ohnehin oft die Kundengespräche gestört, so der ehemalige Rolls-Royce-Manager” Dr.- Carten Mühlberg zur ILA

  4. Tiefflieger
    Tiefflieger
    15. Juni 2015 at 23:44

    Auch wenn wir Bürger, verglichen mit der Zeit vor 1989, größere Möglichkeit der Einflußnahme besitzen, eines hat sich nicht geändert. Wenn sich mächtige Politiker etwas in den Kopf gesetzt haben, sie peitschen es auch gegen die Interessen der Bürger durch. Danke Herr Mencke für den Beitrag.

  5. Fake BER
    15. Juni 2015 at 22:17

    “Peter-Michael Diestel,{ hat in Wildau ] kein Blatt vor den Mund. Er forderte, dass man die Elite und nicht die durchschnittlichen Typen in die Politik schicken müsse. Dann würde auch die Wahlbeteiligung steigen.” aus MAZ

    Die durchschnittlichen Politiker – alle wurden erwähnt – scheinen als erstes Wort nicht MAMA und Papa sagen, sondern Flughafen.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Anzeige

Werbung

Werbung