Kommunalpolitik verstehen lernen

10. Juni 2021
Von

Das Bündnis 21 aus CDU, Die Linke, Grüne, SPD und Wir für KW will in Königs Wusterhausen Lokalgeschichte schreiben, präsentiert sich als eine Denkaufgabe oder als Experiment. Was ist neu?

Es ist die verstörende Gefühlswelt der Farben, die bereinigt werden muss. Als Königs Wusterhausen noch Farben hatte, bestand noch Hoffnung. Es war nicht alles gut, aber es war bunt. Der Nachteil war die kalkulierte Pflicht, reden zu müssen. Zu allem und überall. Damit ist Schluss.

Jetzt gibt es keine Farbenvielfalt mehr, aber auch keine Hoffnung. Das Bündnis 21 braucht keine Farben. Die Melancholie der Farben hat sie kirre gemacht. Jeder wollte nur noch mitreden, stümperhaft und langweilig mitreden und mitschreiben.

Doch der Erfolg blieb aus. Das Bündnis hat nur noch eines: die Stimmenmehrheit. Und die Akzeptanz bröckelt. Und unter den Nägeln brennt die Frage: Wie erreichen wir die Führerschaft im Meinungsspektrum?

Bündnis 21

Das Bündnis spürt: Ohne Farbe keine Orientierung, kein Symbol für den Neuanfang. Aber welche Farbe beschreibt ihre Sehnsucht nach politischer Aufmerksamkeit und Neuanfang am besten?

Das ist zweifellos die Farbe schwarz. Nur sie schafft Interesse, weil sie ja eigentlich keine Farbe ist. Sie ist nichts als die vollkommene Abwesenheit von Licht. Das scheint der Wesenskern des Bündnisses, das scheint ihre Seele zu sein: Orientierungslosigkeit und Leere.

Aber schwarz kann vielleicht eine Hierarchie der Bedeutungen schaffen. Wie eine Gleichung, die mehr als eine Lösung hat. Schwarz kann vielleicht ein Symbol für das Gleichgewicht der Kräfte

im Bündnis sein. Denn die Argumente A und B sind jetzt gleich mit den Argumenten C und D. Der Tag zieht den Gleichklang. Tragik für das Bündnis ist, dass sie es noch nicht wissen…sie haben noch nicht die brutale Einsicht, dass sie niemals gewinnen können. Ja, sie haben jetzt schon verloren. Sie sind ohne Theorie, ohne Heimat. Und sie sind am Ende des Spektrums angekommen.

Doch es ist nicht schade.

3 Responses to Kommunalpolitik verstehen lernen

  1. Dr. Dieter Füting
    12. Juni 2021 at 20:17

    Über die Kandidaten Wiezorek und Franke wird niemand ein Porträt oder ein philosophisches Essay schreiben.
    Nicht einmal eine Kriminalgeschichte.
    Falls sie ein Buch der Poetik hatten, ist es schon längst verbrannt.
    Nur zwei Worte beschreiben sie ausreichend – trostlos und störend.
    Das ist ihre Metapher.
    So muss das Experiment Wahl ein Stück Wahnsinn werden.

  2. Alles nur geklaut
    10. Juni 2021 at 15:00

    Doch – Sie haben eine Theorie : Wenn man den Menschen Angst macht, folgt die Massen und zwar willenlos. Ihre Phasen zur Abwahl waren da eindeutig. Und wer das Rathaus in seiner Macht hat, der scheut auch nicht, am Rad zu drehen. Die Briefwahl ist international ein anerkanntes Mittel, die Stimmen im dunklen Kämmerlein so zu steuern, wie man sie braucht. Und wenns bei ersten Mail nicht klappt – es wird ja noch eine Stichwahl geben. Wer zur Stichwahl antreten wird, ist ja jetzt schon klar.

  3. Dr. Dieter Füting
    10. Juni 2021 at 13:43

    Liebe Leserinnen und Leser des “Schulzendorfer”,
    es ist ein harter Kampf um die Wahrheit, der mit dem Bündnis 21 geführt werden muss. Deshalb kann nicht unbedingt damit gerechnet werden, dass die eigenen Gefühle überall Resonanz finden. Trotzdem hoffe ich, dass die Bürger in KW die Unmittelbarkeit spüren.
    Das Vertrauen in die SVV – Mehrheit und in ihre BM – Kandidatin bricht weg. Deren Geschichten werden zu Märchen: Erst die Tragödie, jetzt die Farce.
    Dises Bündnis zeigt keine Würde, ihrem Ton fehlt die Überzeugung.
    Und die Kraft einer wirklichen Veränderung.
    Diese Bündnis schllddert von kollektiver Überheblichkeit hin zu der politischen Behauptung, dass nur sie selbst ein einigendes Prinzip darstellen.
    Alles wird werden, wie es war, hoffen sie.
    Aber das tut es nicht.
    Es kann ein fataler Irrtum sein, zu glauben, wenn man in ein Ehrenamt gekommen ist, dann auch ein Mensch mit Ehre zu sein. Wir sollten nur in die Gesichter dieser Gruppe schauen, um Zweifel zu bekommen.
    Dass dieses Bündnis die kulturelle Energie aufbringen kann, um KW zu einer Stadt der Zukunft zu machen, ist ein politischer und ein sozialer Mythos. Dem Bündnis 21 und ihrer BM – Kandidatin ist diese Aufgabe nicht zuzumuten.

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