Klartext: “Wollen wir so etwas?”

21. März 2019
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Geheimveranstaltungen scheint das Zauberwort zu sein. Wenn ich rückwirkend die Wahlperiode der Gemeindevertretung betrachte gab es leider fast nur „Geheimveranstaltungen“ wenn man die Zahl der Besucher betrachtet, die sich in der Regel deutlich unter 10 bewegt.

Nein, nicht die kommerziellen Interessen der Erben nach Richard und Bianca Israel standen im Mittelpunkt der Veranstaltung, sondern die Ausbildung von Studenten. Jede Universität ist daran interessiert, ihre Studenten praxisnah auszubilden. Wie die Dozenten auf unser Gutshaus gekommen sind, entzieht sich meiner Kenntnis, aber es bietet vielfältige Möglichkeiten zur Erstellung einer Risikostudie. In diesem Fall sogar für vier, denn so viele Arbeitsgruppen haben unterschiedliche Szenarien entwickelt.

Schulzendorfer Gutsschloss

Für Schulzendorf, besonders für die Entwicklung des Altdorfes, ist die Zukunft des „Schlosses“ von großer Bedeutung. Auf kein Projekt werde ich so oft angesprochen wie auf dieses. Das war auch der Grund der Einladung als Vorsitzender der Gemeindevertretung unbedingt zu folgen. Zum einen ist es wichtig zu wissen, welches Szenarium unter welchen Bedingungen welche Chancen bietet, zum anderen ist es aber genauso wichtig die Risiken zu kennen.

Vier Varianten wurden vorgestellt:

  1. Hotel – und Kongresszentrum Schulzendorf,
  2. Event Location Schloss Schulzendorf,
  3. Körper Seele Geist Schulzendorf und
  4. Gesundheits- und Schönheitszentrum „B3 Medical“.

Die Aufgabenstellung an die Studenten bestand jeweils darin, Konzepte für eine Entwicklung der Schlossanlage aufzuzeigen. Über eine Zustandsanalyse, die alle relevanten Aspekte der Bereiche Wirtschaft, Städtebau, Architektur, Stadttechnik, Recht Ökologie, Soziologie und Projektmanagement berücksichtigte, wurde mittels einer Nutzwertanalyse ein mögliches Nutzungskonzept entwickelt.

Für uns Schulzendorfer ist es schon wichtig zu wissen, welche Auswirkungen ein solches Projekt hat. Wird etwas errichtet, zu dem wir zukünftig Zugang haben und in welcher Form. Wie wirkt es sich verkehrlich aus? Welche Folgen entstehen für die direkten Anlieger?

Wollen wir – und da meine ich nicht nur die Gemeindevertreter – so etwas?

In einem dürften wir uns einig sein: Eine Ruine kann nicht im Interesse unseres Ortes sein.

Wer geht unbefangener an eine solche Aufgabenstellung heran, als Studenten, die nicht aus irgendeinem finanziellen Anreiz handeln, sondern einen wichtigen Abschnitt ihres Studiums meistern.

Die Eigentümer wissen nun etwas mehr über eventuelle Chancen und Risiken bei der Entwicklung ihrer Immobilie, Pläne wurden ihnen dafür aber nicht geliefert.

Ich würde mich freuen, wenn die Anregungen in ein konkretes öffentlich diskutiertes Vorhaben münden.

(Alle Hervorhebungen – die Redaktion)

 

16 Responses to Klartext: “Wollen wir so etwas?”

  1. Jorg
    19. Mai 2020 at 20:30

    Ich bin sprachlos wie hier geschrieben wird über eine Familie, die im zweiten Weltkrieg enteignet und zum Teil ermordet wurde. Auch damals wurde ihnen ihr angeblich einzigartiger Geschäftssinn vorgeworfen. Ein bisschen Demut auch von den Kindern der Täter würde sehr gut tun.

  2. Anwohnerin
    27. März 2019 at 11:16

    Sehr geehrter Herr Dr. Burmeister, Herr Mücke u.a.
    Im Interesse der Bürger von Schulzendorf müssten sie sich dafür einsetzen, dass das verwahrloste Anwesen endlich gepflegt wird. Dies wäre die erste Aufgabe gewesen seit fast 30 Jahren. Ich verweise hier auf den Artikel 14 des Grundgesetzes der BRD – „Eigentum verpflichtet“. Sich für die Wirtschaftlichkeit der Verwertung eines Privatbesitzes zu interessieren ist nicht die Aufgabe von Gemeindevertretern.
    Es sei denn, der Ururenkel Herr Palenka besinnt sich auf die Tugenden und Werte seiner Vorfahren und hat wirkliches Interesse an der Entwicklung des Ortes Schulzendorf.
    Dies wäre dann meine 5. Variante, die leider von den „unbefangenen“ Studenten nicht Betracht gezogen worden ist:
    Ein Bürgerhaus für Veranstaltungen von den Einwohnern der Gemeinde Schulzendorf, wie Kinderfeste, Vereinsarbeit, künstlerische Betätigungen im stilvollem Rahmen, Ferienspiele im wider erstrahlenden Park und und und… Zur Erinnerung sei erwähnt, dass die Vorfahren Israel sehr sozial eingestellt waren – z.B. Schule gebaut, Wohnungen für ihre Bediensteten. Aber heute zählt leider nur das Geld, dass wohl die Nachfahren gar nicht unbedingt mehr nötig haben. Also Herr Palenka , zeigen sie Interesse am Ort Schulzendorf und schauen sie nicht nur in ihr Portmonaise!

  3. Schulzendorfer
    26. März 2019 at 23:11

    Ein wenig Zurückhaltung wie hier von einigen Kommentatoren tut gut.
    Ohne mir vorliegende Kenntnisse der Hintergründe wäre es doch trotzdem bestimmt für alle gut wenn hier etwas entstehen könnte.
    Oder?
    Eigentum verpflichtet.
    Neid macht nur hässlich.
    LG
    TK

  4. Robin Hood
    26. März 2019 at 13:48

    Ein Gemeindegremium der vier Ausschussvorsitzenden gibt es nicht, Herr Dr. Burmeister. Das sollten Sie wissen. Es wäre Ihre Pflicht gewesen, die Teilnahme aller Gemeindevertreter zu verlagen. Aber nicht einmal alle Gemeindevertreter wurden von Ihnen über das Treffen unterrichtet. Sie haben hier als Vorsitzender der GV völlig versagt. Im stillen Kämmerlein nach alter SED – Manier tagen und sich faktisch von einer geldgierigen Familie vereinnahmen zu lassen (jedewnfalls sehe ich es so als Außenstehender), diese Zeiten sind Geschichte.

  5. Heute mal ohne
    24. März 2019 at 08:35

    @W.einen was hat die Familiengeschichte der Familie Israel damit zu tun? Die heutige Generation will einfach nur noch Geld machen und alle anderen sollen aufgrund der Geschichte kuschen?
    Gerade mit dem Hintergrund würde ich mehr soziales Engagement erwarten.

  6. LaLeLu
    24. März 2019 at 00:53

    Wenn mir das Schloss gehören würde, würde ich es abreißen, das Grundstück parzellieren und meistbietend verkaufen.
    Die Idee mit den Studenten finde ich super. Vielleicht wird es dann (noch) kein Abriss und das Altdorf behält ein Wahrzeichen. Bei dem Einsatz der Studenten liegt eine Win-Win Situation für die Studenten und die Eigentümer vor. Doch egal welche Variante umgesetzt wird; es muss sicher erst einmal kräftig investiert werden, ohne Gewähr, ob sich die Investition lohnt. Vielleicht bietet Familie Palenker der Gemeinde das Schloss auch für den symbolischen EURO zum Kauf an, mit der Auflage, dass es bewirtschaftet werden muss und nicht abgerissen werden darf, und falls doch, dass es dann zurück an Familie Palenker geht?
    Sollte die Gemeinde annehmen, hätte diesen den schwarzen Peter und die Kosten. Ich würde es nicht haben wollen. Vielleicht bin ich aber auch zu pessimistisch.

  7. Altanschließer
    22. März 2019 at 21:30

    Solche Belehrungen von W.Einen brauchen wir in Schulzendorf nicht!
    1. Herr Burmeister ist in meinen Augen befangen und vertritt in der Angelegenheit Israel schon lange nicht mehr die Interessen der Bürger,sondern die seiner Partei und anderer Kräfte.
    2. Ist Geld von Familie Israel geflossen, um diese Studie zu beauftragen?
    3. Bürgerentscheid statt Funktionärsentscheidung von Kolberg,Mücke, Tauche,Burmeister und Bäumer über die Israel Pläne mit dem Schloss.
    4. Vor einem Bürgerentscheid sollte Familie Israel 3 Millionen Euro für die bisher ausgebliebene Beteiligung an der Entwicklung der Infrastruktur von Schulzendorf zahlen.Ohne Zahlung kein Bürgerentscheid.

  8. W.Einen
    22. März 2019 at 20:34

    Ich denke das es einigen Kommentatorin/en gut stehen würde, wenn diese sich die Familiengeschichte der Israels/Palenkers noch einmal anschauen würden. Ich habe die Hoffnung das sich dabei evtl. ein anderer Ton in den Wortmeldungen einstellen könnte.
    Da es sich bei deren Eigentum im Altdorf um ein zentrales Element des Ensembles handelt ist es nachvollziehbar das Sie versuchen herauszufinden in wieweit die Gemeinde Sie bei Ihren Vorhaben unterstützen würde und wo deren/unsere Grenzen liegen z.B. bei der Verkehrs -anbindung und -fluß oder evtl. der Denkmalschutz etc.
    Ich habe noch nicht mitbekommen, das es bei anderen Projektvorstellungen um Saalmieten gegangen wäre aber vielleicht ist mir da, bei der Hanseatischen oder bei Bonava, auch nur etwas entgangen.
    Die günstige Änderung der Berechnungsgrundlage am weißen Fleck hinterläßt da allerdings einen ungünstigen Eindruck oder ein unangenehmes Geschmäckle.
    Aufklären könnten dies aber m.E. Die Gemeindevertreter zusammen mit der Verwaltung, den Willen dazu natürlich Vorausgesetzt. Also dann Herr Burmeister.
    Mit freundlichen Grüßen

  9. Eichberger
    22. März 2019 at 14:34

    @Stephan: Vielen Dank für Ihre Belehrung. Die Israels können mit ihrem Schloss machen, was sie wollen, meinetwegen können sie da auch McDonalds, ein Schrottplatz oder einen Goldwarenladen draus machen. Was ich als Bürger nicht akzeptiere, dass diesen Herrschaften durch die Verwaltung Vorteile gewährt und bevorzugt gegenüber Bürgern behandelt werden. Nach dem diese Geheimsitzung aufgeflogen ist, bemühen sich Herr Burmeister und Herr Mücke alles schönzureden. Es gehe um die Studenten, die Gemeinde habe damit nichts zu tun usw usw. Ich werde demnächst auch für eine private Familienveranstaltung einen Antrag auf kostenlose Nutzung des Gemeindesaals, der vorhandenen Technik usw. stellen. Da verlange ich, dass er wie bei den Herrschaften Israel genehmigt wird. Familie Israel hat sich nach meiner Auffassung in völlig unzureichender Art und Weise an der Entwicklung der Infrastruktur in der Gemeinde beteiligt. Herr Körner hat zurecht den Bau von Sozialwohnungen gefordert. Palenker hat sich kaputt gelacht, er wird kein Geld versenken. Der Wolf im Schafspelz!

  10. B.Hartenstein
    22. März 2019 at 11:42

    Es ist doch völlig egal, was die Fam. Israel mir ihrem Eigentum machen will, sie fragt ja auch sonst nicht oder nimmt positiven Einfluss auf die Verhältnisse in Schulzendorf.
    Fakt ist, es gehört ihnen und sicher wollen sie es vergolden wie den weißen Fleck. Auch das ist verständlich, würden wir, wenn wir könnten sicher vielleicht auch machen.
    Aber zum Schloss gehört auch der Schlosspark. Bevor über “großartige” Projekte nachgedacht wird, würde mich viel mehr interessieren, ob für das gesamte Areal auch die gleichen Abgaben geleistet wurden und werden, wie von uns anderen Bürgern abverlangt wird, wie Steuern, Straßenreinigung, Anschlußgebühren, Altanschließergebühren, Straßenausbaukosten usw.
    Eine Darstellung diesbezüglich wäre doch an dieser Stelle sehr begrüßenswert.

  11. Stephan
    22. März 2019 at 10:45

    Worum geht es hier? Dass Gemeindevertreter und Grundbesitzer sich mit Studenten im Gemeindehaus zusammensetzen?
    Dass Familie Israel/Palenker wirtschaftlich denkt kann man doch verstehen?
    Hätten sich die Herrschaften im Schloss selbst getroffen und die 3,5€ Miete für den Gemeinderaum ebenso nicht gezahlt, hätten sich dann auch alle aufgeregt? Also wenn es nichts wichtigeres gibt worüber man sich so aufregen kann….traurig

  12. Ulf
    Ulf
    22. März 2019 at 05:39

    Ich finde Ihre Schönrederei unerträglich, Herr Dr. Burmeister. Von wegen es geht um die Ausbildung der Studenten. Nein, es geht um das Geld der Familie Israel. Das ist doch die Wahrheit! Ich war in der Sitzung der Gemeindevertretung dabei. Herr Mücke hat erklärt, dass Familie Israel die Untersuchungen wegen der Einhaltung von Urheberrechten nicht veröffentlichen wird. Das beweist doch, dass es nur um deren ganz private Interessen geht. Der Öffentlichkeit soll verschleiert werden, was sie mit dem Schloss machen wollen. Offen gestanden ist es mir egal, was sie damit machen. Es ist ihr Eigentum. Diese Familie interessiert die Gemeinschaft überhaupt nicht. Für sie ist nur interessant, wie sie das Schloss vergolden können. Dass sie von Herrn Mücke, Herrn Kolberg und Ihnen auch noch hofiert wird, enttäuscht mich ungemein.Kolberg besitzt sogar die Frechheit und führt als Beweis, dass die Veranstaltung nichts mit der Gemeinde zu tun hat,an, dass die einladungen von der TU versandt wurden. Hält der Mann uns für bescheuert??? Wer von der TU kennt denn die Entscheidungsträger in der Gemeinde? Sie sollen beeinflusst werden, das ist doch offensichtlich, weil sie letztlich den Plänen der Israels zustimmen müssen. Schönwetterpolitik betreibt die Familie, so nenne ich das.

  13. Olli
    21. März 2019 at 23:28

    Herr Burmeister, Ihre Darlegungen ändern nichts an den Tatsachen. Im Mittelpunkt der Privatveranstaltung standen die finanziellen Interessen der Familie Israel.Seit wann können Privatveranstaltungen kostenlos im Rathaus durchgeführt werden? Für mich ist das eine unzulässige Gewährung von Vorteilen.Und wenn nicht mal alle GVs davon wußten ist das sehr wohl eine Geheimveranstaltung.Jetzt,wo durch den Schulzendorfer alles ans Tageslicht kam,wird herumgerudert und nach Erklärungen gesucht.

  14. Leert man zu
    21. März 2019 at 22:26

    Sehr geehrter Dr. Burmeister, sind Ihre Erkennisse nach 16 Jahren BM und 4 Jahren GV- Vorsitzender so gereift, dass Sie dem Volk nun Öffentlichkeit einreden wollen ? Ihr Vorwurf, dass sich keine Untertanen das Theater der Gemeinderatssitzungen meht antun, ist doch auch ein Ergebnis Ihrer politischen Arbeit. Sie selbsr haben auf Öffentlichkeitsarbeit keinen Wert gelegt und haben viele Dinge behindert und notfalls an sich gezogen und den Eindruck erwecken wollen – sich zu kümmern. Die Marke Dr. Burmeister ist kreis – und landbekannt mit schönen Reden, ein Burgermeister waren Sie aber nie. Konnten Sie auch nicht sein, weil eine Entwicklung des Ortes eben auch von den Eigentümern abhing, denen auch das Schloss gehört – Ihre Stellung zu Ihnen,,ist Ihr Geheimnis. Auch wird man den Eindruck nicht los, dass Sie nie auf Bürger gehört haben und das Gewerbe nie beachtet haben. Sicher haben Sie auch Dinge getan, die Sie heute anders machen würden. Aber bei Straßenbeleuchtung, Vorflächen und Altanschließern haben Sie die Bürger in die Pfanne gehauen und tun es noch heute. Unvergessen ist Ihre großere Rede in der GV nach dem Urteil des Bundesverwaltunggerichtes 2004 , als Sie über Nacht auf einmal die Vorzüge des BBI fpr Schukzendorf angepriesen haben. Bei allem Respekt für Ihre Arbeit und Leistungen – eine Kritik Ihrerseits an den Bürgern verbietet sich.

  15. Matze
    21. März 2019 at 20:03

    Ok, Hr. Burmeister; das stellt dieses Thema in ein anderes Licht!!!! Ist schon interessant, was aus/in unserem Dorf alles passieren soll aber dadurch wird es noch voller; oder?? Warum macht man sich erst jetzt Gedanken darüber und nicht schon vor 10-15 Jahren?? Was sollte nicht schon alles im Alt-Dorf entstehen? Gutshäuser etc.
    Nun ja…

  16. Petra
    Petra
    21. März 2019 at 19:25

    Ihr Statement find ich große Klasse Herr Burmeister. Es muss ja nicht jedem gefallen. Ich finde es gut. Aus dem Schloss muss was gemacht werden, ich denke viele Bürger haben nichts dagegen und sind auf Ihrer Seite. Das Drumherum ist das Problem für viele. Der Verwalter sagt, alles hat mit Schulzendorf nichts zu tun. Sie sagen genau das Gegenteil (sehe ich auch so). Da wird rumgekungelt, verschleiert, verdunkelt, Mieten nicht erhoben, den Millionären Vorteile verschafft. Das kann es nicht sein. Das dürfen Sie auch nicht okay finden, da erwarte ich von Ihnen mehr „Klartext“, wie Sie so schön in Ihrer Überschrift schreiben. Das ist ein Fall für den Staatsanwalt. In einem widerspreche ich Ihnen, es geht nicht um Studenten, es geht doch nur darum, wie die Israels auf Kosten der Gemeinschaft Vorteile erlangen und aus dem Schloss Goldmünzen stanzen.

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