Keller-Rücktritte – Was Bürger dazu sagen

18. Juli 2021
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Schulzendorf. Es ist nach wie vor Thema Nummer 1 in Schulzendorf: Der Rücktritt der Schulzendorfer Wehrführer René und Torsten Keller. Kurz vor dem gab es in einer Geheimrunde von Gemeinderatschef Joachim Kolberg (CDU) sogar persönliche Anfeindungen gegen die Kellers. Die haben dann wohl das Fass zum Überlaufen gebracht.

Der Schulzendorfer hat Bürger befragt, was sie zum Rückzug der Kellers sagen. Hier sind die Antworten:

René Keller, Schluss nach 15 Jahren Führungstätigkeit. (Fto: mwBild)
René Keller, Schluss nach 15 Jahren Führungstätigkeit. (Foto: mwBild)

Irene Robus (frühere Chefin der Ortschronisten Schulzendorf): „Euch “Kellermeistern” einen riesig großen Dank für Euren Einsatz. Vielleicht gibt es ja für 15 Jahre ein strahlendes Lächeln und einen warmen Händedruck vom Bürgermeister. Die Gemeindevertreter werden sich dezent zurückhalten. Sie brauchen keine Sorge zu haben, ihr Leben für die Bürger einsetzten zu müssen. Notfälle wiegeln sie elegant ab. Euch Beiden für die Zukunft alles alles Gute.“

Sandra Schäfer (Neu-Schulzendorf): „Meine beiden Mädels waren fasziniert vom letzten Tag der offenen Tür. Ich habe dort Herrn Keller persönlich kennengelernt, er machte nicht nur einen kompetenten Eindruck auf mich, er strahlte Souveränität aus. Mir schien, dass ihn nichts aus der Ruhe bringen kann. Deshalb würden mich die Gründe seines und die seines Bruders interessieren.“

Peter Esch (Neue Mühle): In Königs Wusterhausen wird ein aufrechter Bürgermeister abgewählt, in Schulzendorf darf ein Versager weiter wurschteln. Dort wird zugelassen, dass zwei erfahrene FW-Kameraden (Ehrenamtler) gehen. Unfassbar!”

Torsten Keller (Foto: mwBild)
Torsten Keller (Foto: mwBild)

Ramona Brühl (Chefin vom Bürgerbündnis): „Das Bürgerbündnis bedauert den Rückzug von Wehrführer Rene Keller und seinem Stellvertreter Torsten Keller sehr. Wir hätten uns im Vorfeld eine Klärung zu den Sachverhalten und unterschiedlichen Meinungen durch Gesprächsrunden gewünscht. An einer Aufarbeitung sollten alle Fraktionen interessiert sein, um aus entstandenen Fehlern zu lernen.“

Joachim Kolberg (CDU), Chef des Gemeinderates:   Er war zu keiner Stellungnahme bereit.

Reinhard Bolduan (Bürgerrechtler/Schulzendorf Mitte): „Die Umstände des Rücktritts nach mehr als einem Jahrzehnt Dienst an Bürgern müssen vollständig aufgeklärt werden. Doch mir scheint, dass die Verwaltung und der Vorsitzende der Gemeindevertretung daran gar nicht interessiert sind. Etwa weil dann ihr Versagen öffentlich werden würde?

Patrick Zander (Zeuthen): „Es ist in meinen Augen schäbig, wie Schulzendorf mit ehrenamtlichen Feuerwehrleuten umgeht. Das würde es in Zeuthen Dank Sven Herzberger und Karl Uwe Fuchs nicht geben. Wenn Vorwürfe erhoben werden, müssen die Betroffenen auch die Chance der Stellungnahme erhalten und nicht von vornherein verurteilt werden.“

Andreas Körner (Bündnis 90/Die Grünen): Er war zu keiner Stellungnahme bereit.

Klaus Schmidt (Gemeinderat, AfD): „Dass beide Kellers Mitglied der Feuerwehr bleiben beweist mir, es geht ihnen um die Sache, nämlich um unsere Sicherheit. Das verdient meinen großen Respekt. Ich hätte mir von der Gemeindeverwaltung einen anständigen Umgang mit ihnen gewünscht.“

Die Feuerwehr unter Keller sprang sogar für Rathaus-Schluderei ein. Hier beimReinigen von Gullys. (Foto:mwBild)
Die Feuerwehr unter den Kellers sprang sogar für Rathaus-Schluderei ein. Hier beim Reinigen von Gullys. (Foto:mwBild)

Stephan Ilijevec (Schulzendorf/Eichberg): „Der Weggang der Kellers ist ganz klar ein Verlust für Schulzendorf. Und somit ein Verlust für uns Bürger. Natürlich sind Kellers nicht die Feuerwehr. Das sind mit ihnen zusammen unsere ehrenamtlich tätigen Kameraden. Aber ohne kluge Führung läuft wenig. Herr Mücke und Herr Kolberg müssen sich fragen lassen, was sie gegen den Rücktritt unternommen haben.“

Gerald Beutler (Wildau): „Viel Fingerspitzengefühl hat die Verwaltung in Schulzendorf nicht. Kameraden, die ihre Führungsfähigkeiten über Jahre bewiesen haben, lässt man nicht so einfach gehen.“

5 Responses to Keller-Rücktritte – Was Bürger dazu sagen

  1. Frank Seifert
    30. Juli 2021 at 07:28

    So wie in Deutschland teilweise mit dem Ehrenamt umgegangen wird ist echt erschreckend. Aber dann noch zwei erfahrene Feuerwehrleute die ihre ehrenamtliche Arbeit mit Herzblut verrichten und ihr Leben für Andere riskieren so zu verärgern, dass sie alles hinwerfen….. Das setzt dem Ganzen die Krone auf :( !

  2. Zicke
    19. Juli 2021 at 08:31

    Steffen hat es auf dem Punkt gebracht – Die Bürgermeister schätzen die Arbeit der Freiwilligen nicht – da sie auch fast nichts kostet – ist sie auch nichts wert. Und laut Gesetz kann man ja auch die Bevölkerung zum Dienst bei der FWW zwangsverpflichten – So ticken die Fürsten !

    Körner und Kolberg äußern sich nicht – spannend- heißt auch- Bürger interessiert uns nicht.

  3. Katharina
    18. Juli 2021 at 23:25

    Ein Armutszeugnis, dass der Bürgermeister keinen Dank für all die Jahre ausspricht, zumindest habe ich keinen gelesen. Das ist sehr unehrenhaft; dieses Stillschweigen. Kein Wunder das sich so wenige Menschen freiwillig engagieren. Undank ist der Welten Lohn . Ich bedanke mich und wünsche alles Gute.

  4. Erich
    18. Juli 2021 at 19:56

    Wer keine Meinung äußern will, wird die Sache ins Rollen gebracht haben. Die Kultur in einer Gemeinde erkennt man am Friedhof, so wird auch der Bürger behandelt

  5. Steffen
    18. Juli 2021 at 16:04

    Einen schönen Sonntag für alle. Es ist wirklich unglaublich wie mit dem Ehrenamt in den Gemeinden umgegangen wird. Die Keller Brüder hatten die Feuerwehr sehr gut im Griff und haben eine tolle Führung abgegeben. Es war vor 2 Jahren in der Feuerwehr Miersdorf genauso. Durch einen Führungswechsel und desinteresse der Verwaltung sind 10 Kameraden ausgetreten und die Gemeinde unter Herr Herberger hat es auch nicht interessiert. Also auch in Zeuthen ist keiner besser.

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