Im Gespräch: „Wir wollen den Schulzendorfern gute Straßen bauen und mit ihnen fair zusammenarbeiten!“ – Wilfried Gromotka über das Großprojekt in Schulzendorf.

14. März 2011
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Heute beginnen offiziell die Arbeiten am 16 Kilometer Straßenausbauprojekt. Schulzendorfer sprach aus diesem Anlass mit Wilfried Gromotka, dem aus Schleswig Holstein stammenden Geschäftsführer der RAKW GmbH, der in einer Arbeitsgemeinschaft mit zwei weiteren Firmen der Region das Projekt umsetzen wird.

Herr Gromotka, Ihr Unternehmen wird an der Seite von zwei weiteren Firmen 16 Kilometer Straßen in Schulzendorf bauen, was bedeutet Ihnen dieser Auftrag?

Wir beschäftigen in unserem Unternehmen 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Dahmeland und bilden junge Menschen in fünf Berufen aus. Gerade deshalb freuen wir uns und sind sehr dankbar über jeden Auftrag, den wir hier in unserer Region bekommen.

Sie haben eine Arbeitsgemeinschaft (Arge) gegründet, sie wird die Straßen in Schulzendorf bauen. Wie gehen Sie auf die Anlieger zu und informieren über die bevorstehenden Arbeiten?

Jeder Haushalt bekommt von der Arge einen Infobrief. Darin ist beschrieben, wo und wann etwas gebaut  und losgehen wird. Da ist auch der Bauleiter benannt, seine Funktelefonnummer  und so wollen wir zwischen den Anliegern und uns eine gute Kommunikation gewährleisten.

Und was ist wenn ein Anlieger wegen dem Bauablauf Bauchschmerzen hat und  der Schuh ganz doll drückt?

Dann sollen die Schulzendorfer das Sorgentelefon der  Arge kontaktieren oder sich an den Vertreter der Gemeinde Schulzendorf wenden. Wöchentlich werden darüber hinaus in unseren Bauberatungen alle Probleme analysiert. Wenn es einen Grund zur Kritik gibt, werden wir sofort reagieren.

Allerdings zeigen die Erfahrungen aus anderen Straßenbauvorhaben, dass unsere Kollegen schnell mit den Anliegern warm werden und gut mit ihnen auskommen. Oft ist es so, dass schon bei Kaffee und Kuchen am Straßenrand die ganz kleinen Problemchen gelöst werden. Deshalb ist der kurze Draht zwischen Polier und Anlieger ganz wichtig.

Wann werden die Bauarbeiten täglich beginnen?

Unser Interesse ist es die Straßen zügig fertig zu stellen. Unsere Kollegen haben keinen 8 Stunden Tag, sondern sie werden 10 und 12 Stunden pro Tag arbeiten. In den Sommermonaten beginnen wir zwischen 6 und 7 Uhr.

Wie sieht es grundsätzlich mit dem Verkehr in einer Straße aus, die von der Arge gebaut wird?  Kann sie nur noch zu Fuss passiert werden?

Wir gewährleisten ständig, dass der Anliegerverkehr frei nutzbar ist. Auch für die Rettungsfahrzeuge, wird rund um die Uhr eine Zufahrt garantiert.

Was geschieht, wenn ein Bürger während der Straßenbauarbeiten Möbel geliefert bekommt? Muss er den Anliefertermin absagen, weil gerade die Zufahrt gebaut wird?

Nein, auf keinen Fall! Ich bitte in einem solchen Fall, dass der Anlieger den Kontakt zum Polier aufnimmt. Der kurze Draht ist der Beste! Da wird es immer vernünftige Lösungen geben. In diesem Sinn sind unsere Mitarbeiter auch instruiert.

Wie lange werden Sie brauchen um einen Kilometer Straße zu bauen?

Wir haben mal gerechnet, rund 8 Wochen brauchen wir dafür.

Werden die Anwohner jederzeit problemlos ihre Grundstücke befahren können?

Grundsätzlich sichern wir das zu. Wenn wir den vorhandenen Boden in der Straße abgetragen haben, dann wird es einen Moment geben, wo es ein Problem geben wird. Nämlich dann, wenn wir den Bordstein im Einfahrtsbereich setzen. Da wird es einen Absatz von rund 15 bis 20 Zentimeter geben, über den dann zwei Tage nicht gefahren werden kann. Der Bordstein ist in Beton gesetzt und muss, bevor er belastet wird, aushärten. Das sind dann maximal zwei Tage, wo das Auto des Anliegers mal nicht auf den Hof fahren kann.

Das Thema Straßenbau hat die Gemüter im Ort in den letzten Jahren stark bewegt. Vor längerer Zeit sagten Sie, dass man Schulzendorfs Straßen für 4 bis 5 Millionen Euro bauen könnte. Nun bauen Sie sie für 7,75 Millionen Euro. Ein schwerer Irrtum damals?

Nein, keinesfalls!  Man muss den gesamten Kontext sehen, was ich damals gesagt habe. Ich hatte die Straßen auf netto 4,5 Millionen  Euro geschätzt, plus Einfahrten, plus Rigolen, plus Straßenbeleuchtung. Wenn wir von Beginn an, von A bis Z alles in der Hand gehabt hätten, also von der Planung bis hin zur Ausführung, hätte es andere Möglichkeiten gegeben. Die Gemeinde Schulzendorf hat es anderes gewollt und sich für ein Großprojekt entschieden. Das kann man mit der eigenen Verwaltung natürlich schlecht realisieren. Es ist ganz klar, dass solch ein Großprojekt ganz anders betreut werden muss als der Bau von 400 Meter Straße.

Kritiker des Straßenbauprojets bezweifeln die Notwendigkeit der kostenintensiven Entwässerungseinrichtungen (Rigolen). Sind denn diese Rigolen tatsächlich erforderlich, könnte man nicht auf sie verzichten?

Fakt ist, dass die Niederschlagsmengen weiter zu nehmen. Angesichts dessen ist die Ableitung des Oberflächenwassers auf den Straßen ein ganz heiß debattiertes Thema. Unweit von Schönefeld wurde vor Jahren ein Wohngebiet erstellt, damals verzichtete man entlang der Straßen auf diese Entwässerungseinrichtungen. Nun werden sie nachgerüstet. Ungeachtet dessen haben die Planer diese Vorgaben für Schulzendorf gesetzt, sie werden immer auf der sicheren Seite planen und wir Ausführende müssen uns daran orientieren.

Was ist Ihr Wunsch für die nächsten 48 Monate hier in Schulzendorf?

Wir wollen den Schulzendorfern gute Straßen bauen und mit ihnen fair zusammenarbeiten!

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