So verschleudert das Rathaus unser Geld

26. November 2017
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Markus Mücke ächzt und stöhnt wegen der dramatischen Haushaltslage. Er ruft die Freizeitpolitiker zur Hilfe, sie sollen den Haushalt geraderücken. Wie das Rathaus andererseits Steuergelder in den Sand setzt, darüber schweigen der Bürgermeister und der Finanzverantwortliche Reech.

Mitte 2015 wurde am Friedhof ein neuer Zaun gesetzt. Kosten: Knapp 20.000 Euro. Er muss demnächst demontiert und an anderer Stelle neu aufgebaut werden. Der Grund: Er steht auf fremden Grund und Boden.

Gemeinderat Andreas Wilhelm (CDU) versetzt das in Rage: „Das kann so nicht weitergehen. Immer zu Lasten der Bürger werden unnötige Ausgaben getätigt. Wann hört das endlich auf?“

Andreas Wilhelm nahm kein Blatt vor den Mund. Mit scharfen Worten kritisierte er die Verschwendung von Steuergeldern. (Foto: mwBild)

Andreas Wilhelm nahm kein Blatt vor den Mund. Mit scharfen Worten kritisierte er die Verschwendung von Steuergeldern. (Foto: mwBild)

Bauchef Sonntags Versuch der Rechtfertigung: Man habe sich am Standort des alten Zaunes orientiert, der nicht in der Ära Mücke errichtet wurde. Von Vermessungsarbeiten wurde abgesehenen, weil das Kosten sind, „die von den Bürgermeistern, nicht nur des jetzigen, sondern auch von dem davor, immer gern eingespart wurden.“

Eine Milchmädchenrechnung finden Abgeordnete. Die Ausgaben für eine einfache Vermessung sind deutlich geringer als die für den Rückbau und die Neuerrichtung der Zaunanlage.

Nach Wilhelms Überzeugung werden Mängel, die in Gewährleistungszeiträumen liegen und für deren Beseitigung die Ersteller der baulichen Anlagen zur Kasse gebeten werden müssten, nicht konsequent verfolgt. So haben Bürger Risse in Steinen einer neu errichteten Fahrbahn entdeckt. Die Steine wurden nicht ausgetauscht, sie liegen ja fest, hieß es.

Auch das „Flickwerk“ an neuen Bordsteinen in der Kölner Straße, mit dem sich das Bauamt zufrieden gab, kritisierte Wilhelm. Seiner Ansicht hätten die defekten Steine durch neue ersetzt werden müssen.

„Das alles ist Geldverschwendung unter Aufsicht des Amtes.“, schimpfte Wilhelm im jüngsten Ortsentwicklungsausschuss.

4 Responses to So verschleudert das Rathaus unser Geld

  1. Anwohnerin
    27. November 2017 at 16:32

    Ja aber in die Welt setzen, der Bürgersteig in der rosa Luxemburg str sieht nach 45 Jahren so miserabel aus, weil er nicht fachmännisch verlegt worden ist
    Setzt bloß endlich heute Fachleute in der Verwaltungspitze ein

  2. Bürger Zweiter Klasse
    26. November 2017 at 17:52

    die Baumisere hört auf, wenn Sonntag ersetzt wird, oder mal eine richtige Ansage bekommt.
    Eigendlich müsste einer mal richtig da mang hauen, bei allen!!!

    Und wer Strassen pflastern lässt sollte sowieso mit dem Knüppel kriegen. Fahrzeuge bremsen auch mal, das drückt die Steine eh weg.
    Egal. Ich hab den Eindruck, seit dem Sonntag da ist, läuft es bescheidener.
    Achja, warum wurde er in der anderen Gemeinde nochmal entlassen…?

  3. Olli
    26. November 2017 at 14:36

    sehe ich auch so, Frau Müller. Hier muss man auch die Zaunfirma kritisieren. Wie kann sie einen Zaun auf die „Grundstücksgrenze“ setzen, wenn sie nicht weiß, wo sie ist? Das Argument von Sonntag ist völlig unterirdisch. Die Frage lautet, ob das Amt ordentlich gearbeitet hat. Und da muss man klar sagen, nein, weil nicht vermessen wurde. Ein Haus wird auch erst eingemessen und dann wird gebaut.Das ist das 1 mal 1 beim Bauen.
    Mal zur Gewährleistung. Herr Wilhelm hat völlig recht. Das Bauamt sollte sich mal die Straßen sehr genau angucken. Auf vielen fährt man wie auf einem Waschbrett, Steine verschieben sich usw. Das sind Sachen, die müssen im Rahmen der Gewährleistung nachgearbeit werden. Und nicht wenn sie vorbei ist, auf unsere Kosten. Was sind das alles für „Fachleute“, denen solche Dinge nicht auffallen. Oder fliegen die Mitarbeiter des Bauamtes durch den Ort???

  4. Frau Müller
    26. November 2017 at 13:49

    Weiter so…

    …und es ist doch vollkommen Schnulli in welcher Ära es errichtet wurde. Jetzt, heute und hier ist entscheident. Fehler der Vergangenheit kann man nur versuchen zu korrigieren, ändern kann man sie in der Regel nicht mehr. 😉

    Aber mit dem was 1934 Leute gewollt haben, wird es die nächsten 8 Jahre genauso laufen, wie in den vergangenen 8 Jahren……
    Also wozu sich noch darüber aufregen. Ändert sich doch sowieso nichts…….

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