Schulanbau: Gemeinderäte fordern Generalunternehmer – Wettbewerb

4. Februar 2018
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Es dürfte kein Zufall gewesen sein, dass sich der Gemeinderat mehrheitlich für die Erweiterung der Grundschule in Modulbauweise entschied. Die Pannen und Pleiten beim Hortanbau und dem Kita Neubau haben wohl eine nicht unwesentliche Rolle bei der Entscheidung gespielt. Beispielhaft für das herrschende Bauchaos ist die Tatsache, dass nach vier Terminabsagen kein neuer Fertigstellungstermin des Horts feststeht.

Hans - Georg Bäumer verlangt belastbare Schülerzahlen, die auf Grund der Entwicklung der Wohnbaugebiete zu erwarten sind. (Foto: mwBild)

Hans – Georg Bäumer verlangt belastbare Schülerzahlen, die auf Grund der Entwicklung der Wohnbaugebiete zu erwarten sind. (Foto: mwBild)

Schulzendorfs Bauamt ist mit der Realisierung von größeren Bauprojekten überfordert. Es stieß mit der Los weise Vergabe von Bauleistungen bei den beiden Großprojekten personell an seine Grenzen. Auch bei kleineren Baumaßnahmen klemmt es mächtig. 2017 wurden geplante Vorhaben im Wert von insgesamt rund einer Million Euro nicht realisiert.

Die Modulbauweise ist für Hans – Georg Bäumer (Die Linke) ein geeigneter Weg, um das Schulvorhaben straff geführt und termingerecht in die Realität umzusetzen. „Wir haben der Verwaltung klar gesagt, dass wir mit Modulen bauen wollen. Folgerichtig ist, dass der Auftrag an einen Generalunternehmer vergeben wird. Deshalb fordern wir die Verwaltung auf, einen entsprechenden Wettbewerb zu initiieren.“, konstatiert Bäumer.
Angesichts des Baubooms macht sich in vielen Gewerken ein Mangel an leistungsfähigen Unternehmen bemerkbar. Ein Argument mehr dafür, das Projekt in die Hände eines Generalunternehmers zu legen, der den Schulanbau fix und fertig errichtet. Bäumer plädiert ferner für einen externen Projektüberwacher, der das Controlling übernimmt.

Kopfzerbrechen bereitet den Abgeordneten derzeit die Zahl der Räume, um die die Grundschule erweitert werden soll. Die Inverstoren des Wohngebietes Ritterschlag/Ritterfleck wollen aufs Tempo drücken. Sie kündigten jüngst an, in den nächsten Jahren 150 Wohnhäuser errichten zu wollen. Auch der Baustart in der Waldsiedlung rückt näher.
„Nichts wäre schlimmer, wenn wir einen Schulanbau planen, der sich später als zu klein erweist.“, warnt Finanzexperte Bäumer. Doch verlässliche Prognosen zu Schülerzahlen auf Grund des Zuzuges, vor allem in die neuen Wohngebiete, haben Bürgermeister Mücke und Sozialamtschefin Meskat den Abgeordneten bislang vorenthalten.

Im jüngsten Hauptausschuss forderte Bäumer das Rathaus im Namen der „Stillen Koalition“ aus Bürgerbündnis, CDU und Die Linke auf, zu erwartende Schülerzahlen auf den Tisch zu legen. Erst dann können verlässlich Aussagen zur Raumanzahl getroffen werden.

Bürgermeister Mücke will nun Fachleute damit beauftragen. Weshalb eine für die Entscheidung der Abgeordneten wichtige Untersuchung nicht längst vorliegt, erklärte das Gemeindeoberhaupt nicht.

9 Responses to Schulanbau: Gemeinderäte fordern Generalunternehmer – Wettbewerb

  1. Anwohnerin
    22. Februar 2018 at 17:32

    Es gibt eine ganz einfache Rechnung der Gemeindeverwaltung
    Nämlich für den folgekostenbeitrag des weißen Flecks

    36 Wohneinheiten ergibt im Durchschnitt Brandenburg 3,6 Kinder
    Also
    200 Häuser ergeben 20 Kinder

    So wird in schulzendorf gerechnet
    Also wozu die Aufregung
    Es kommt immerdarauf an für wen man rechnet
    Weiter so …..

  2. Michael Wolff
    22. Februar 2018 at 15:48

    @Bürger Zweiter Klasse: Sie schrieben, dass der Schulanbau nicht kommt, weil die Gemeindevertreter alles auf Eis gelegt haben. Im Moment würde kein Bedarf zum Anbau bestehen. Können Sie sagen, woher diese Informationen stammen?

  3. Bürger Zweiter Klasse
    21. Februar 2018 at 18:07

    Ist eh alles gegessen.
    Schulanbau kommt nicht, da die Gemeindevertreter alles auf Eis gelegt haben.
    Es soll erste der bedarf an Kindern der nächsten Jahre ermittelt werden.
    Im Moment bestehe kein Bedarf zum Anbau.
    Ist schon klar, die Kita’s platzen aus allen Nähten und die 200 Häuser auf dem Ritterschlag werden von Alleinstehenden oder Rentnern bezogen.

    Ich würde mal sagen: AUFWACHEN, RAELITÄTEN ERKENNEN

  4. Donkikong
    6. Februar 2018 at 18:51

    Hey Hr. Knuffke. Sie haben vollkommen recht.

  5. Arno Nühm
    5. Februar 2018 at 21:08

    Knuffi, dein Beitrag ist echt toll; ich kugel mich vor Lachkrampf :) :) :)

  6. Frau Müller
    5. Februar 2018 at 20:42

    Naja, so richtig realitätsnah ist diese Einschätzung dann doch nicht.
    Die Löhne auf dem Bau sind nicht die Höchsten, aber doch sicher auf dem Niveau anderer Handwerkerberufe.

    Und nicht wegen dem vermeintlich geringem Lohn macht sich keiner mehr krumm, sondern ganz einfach scheut sich der Nachwuchs vor der zum Teil schweren körperlichen Arbeit, verbunden mit der Arbeit bei Wind und Wetter im Freien.
    Frag doch mal in einer 9. Klasse wo die Zeit für Bewerbungen zur Lehre ran sind, wer den alles Bauarbeiter werden will.

  7. Petra
    Petra
    5. Februar 2018 at 18:48

    Man Knuffi, hab ja lange nicht so einen fundierten Beitrag zum Thema Schulbau von Dir gelesen.

  8. Arno Nühm
    5. Februar 2018 at 18:23

    Wer weiß, was das für ‚Fachleute‘ sind, die der SummSumm beauftragen will :( :(
    Dit wird doch nüscht…

  9. Frank Knuffke
    5. Februar 2018 at 17:30

    Es ist ja schon mal ein erfreulicher Fortschritt,daß man nun endlich wahrnimmt,daß Bauen im BRD-Irrenhaus gar nicht mehr so einfach ist.Besonders erfreulich finde ich es auch,daß unsere Gemeindevertreter ein kleines Scheibchen der multi-kulturellen Realität genießen durften.Obwohl ich freimütig einräume,daß viele andere Probleme mindestens genau so schwerwiegend sind.Hat ein Facharbeiter früher auf dem Bau noch gut und gerne 2000-2500 DM nach Hause geschleppt,konnte er davon gut leben,das Haus finanzieren,die Frau konnte zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern.Dann kamen irgendwelche Schwachköpfe auf die Idee eine Mischwährung zwischen DM und Lira einzuführen,genannt Euro.Über Nacht hatte der Fachmann nur noch 1200 Euro und die Preise waren ruck zuck auf DM -Niveau.Für dieses Geld macht sich kaum noch einer krumm,der Nachwuchs fehlt in den Baugewerken nun schon seit 10-15 Jahren,unterqualifizierte Fremdarbeiter können diese Lücken kaum schließen.Nun und demnächst gehen aber auch die Restbestände der deutschen Facharbeiter in den Ruhestand oder wandern aus.Es wird also tendentiell schlimmer statt besser.Keine Panik,unseren Hort bekommen wir schon noch irgendwie fertiggefummelt,vielleicht in einem Jahr.Wenn wir diese und jene Schwierigkeiten lieber gleich einkalkulieren,anstatt hirnlos auf die Verwaltung einzudreschen,bekommen wir vielleicht auch noch die Schule hin.Richtig geschlussfolgert hat Herr Bäumer,daß wir lieber einen Anbieter für Fertigbauweise anheuern.Massivbau mit Betonfertigteilen wäre wohl die beste Wahl,und wenn das Ding so geplant wird,daß es auch beliebig erweiterbar ist,müssen wir denn auch keine Bange haben,wenn die Schülerzahlen steigen.

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