Rathaus – CHAOS: Mitarbeiter versenden Ablehnungsbescheide – Chefetage ist ahnungslos

9. August 2017
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Nicht die Tatsache, dass Hortplätze fehlen, vielmehr die Umstände, wie das Rathaus mit den fehlenden Betreuungsmöglichkeiten und Betroffenen umgegangen ist, sorgen für einen Hagel der Kritik, bei Eltern und Volksvertretern.

Mitte Juni 2017, als nahezu alle Elternanträge auf Hortbetreuung eingegangen waren, informierten Mitarbeiterinnen der Sozialverwaltung Amtsleiterin Larysa Meskat, dass nicht genügend Hortplätze vorhanden sind. Eigene Raummöglichkeiten zu erschließen – Fehlanzeige.

Einzige Hoffnung von Amtsleiterin Meskat, die fehlenden Hortplätze doch noch bereitstellen zu können, ist die Aufstockung der genehmigten Betreuungsplätze. Meskat stellt in größter Not am 6. Juli beim Ministerium für Bildung, Jugend und Sport in Potsdam eine Ausnahmegenehmigung.

Eltern erwarten, dass die Rolle von Bürgermeister Mücke im Hort Chaos aufgeklärt wird. (Foto:mwBild)

Eltern erwarten, dass die Rolle von Bürgermeister Mücke im Hort Chaos aufgeklärt wird. (Foto:mwBild)

Bei einer Zusammenkunft in der Grundschule wird Eltern mitgeteilt, dass nicht genügend Hortplätze angeboten werden können.

Mit Datum vom 12. Juli, rund sechs Wochen nach Antragstellung, erhalten 11 Familien Ablehnungsbescheide für ihre Gesuche auf Hortbetreuung. Zwei Mitarbeiterinnen der Sozialverwaltung haben sie versandt. Die Mega Panne: „Sie haben die Ablehnungen rausgeschickt, ohne grünes Licht von mir bekommen zu haben.“, gestand gestern Larysa Meskat in der Sondersitzung des Sozialausschusses zur Aufklärung der Geschehnisse.

Ebenfalls am 12. Juli, kurz nach 18.30 Uhr, stellte der CDU – Fraktionsvorsitzende Joachim Kolberg an Bürgermeister Mücke die Frage, ob es stimme, dass es in der Gemeinde eine Warteliste für Hortplätze gibt. Das Gemeindeoberhaupt verneint das, ihm sei davon nichts bekannt.

Das Fazit von CDU – Chef Kolberg gestern: „Der Bürgermeister weiß nicht Bescheid und die Angestellten machen, was sie wollen.“

Eine junge Mutti gegenüber dem Schulzendorfer: „Ich weiß noch nicht wie ich alles organisiere. Mein Arbeitgeber signalisierte zwar, irgendwie werden wir das schaffen. Ich denke aber, dass ich meinen Job kündigen muss, um mein Kind zu betreuen.“

Nur wenige Tage nach den Absagen erhielten Betroffene erneut Post vom Rathaus. Diesmal wurde ihnen vor dem Hintergrund der möglichen Ausnahmeregelung ein Hortplatz in Aussicht gestellt, sozusagen eine halbe Zusage. „Das ist kein Verwaltungsgebaren.“, kritisiert Winnifred Tauche (Die Linke).

Einen Plan – B für den Fall, dass die Potsdamer Behörde die Ausnahmegenehmigung verweigert, gibt es nach Aussagen von Amtsleiterin Meskat nicht.  In den nächsten Tagen soll darüber Klarheit herschen. Doch selbst wenn das Ja aus Potsdam kommen würde, sind die Sorgenfalten bei Claudia Mollenschott (Die Linke) nicht verschwunden. Es sind gar keine zusätzlichen Erzieher da, so die Politikerin. Das neue Schuljahr hat aber bereits begonnen.

Mehrere Abgeordnete wollten gestern von Sozialamtschefin Meskat wissen, wann genau sie Bürgermeister Mücke über die Hortprobleme unterrichtet hat. Meskat verweigerte die Auskunft: „Die Frage werde ich nicht beantworten.“

Auch an der Aufklärung, weshalb sie, angesichts der Brisanz des Hortproblems, nicht von sich aus den Gemeinderat informierte, wollte Meskat nicht mitwirken. Sie versteckte sich hinter der Erklärung, alles sei ein Geschäft der laufenden Verwaltung.

Indizien sprechen dafür, dass Bürgermeister Mücke um die prekäre Situation der Hortplätze Bescheid wusste und am 12. Juli im Gemeinderat die Unwahrheit sagte. Nur der kann jetzt dafür sorgen, dass aus der Mutmaßung eine Gewissheit wird.

One Response to Rathaus – CHAOS: Mitarbeiter versenden Ablehnungsbescheide – Chefetage ist ahnungslos

  1. Arno Nühm
    9. August 2017 at 19:56

    Im Rathaus muss Ordnung geschaffen werden!!Muß mich zusammenreißen um nicht beleidigend zu werden :(

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