Martina Mieritz (SPD) – Mit Schummel – Lebenslauf zur Bürgermeisterin?

11. September 2017
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Immer wieder kommt es vor, dass Politiker mit ihrem Lebenslauf die Öffentlichkeit täuschen, wenn es um Machtpositionen geht, es viel Konkurrenz gibt und wenn die Latte hoch liegt, die beispielsweise ein Anwärter überspringen muss, um für eine bestimmte Position überhaupt infrage zu kommen.

Hat die SPD – Bürgermeisterkandidatin Martina Mieritz ihren Lebenslauf geschönt, weil sie bei der Wahl zum höchsten Amt in der Gemeinde Zeuthen in der Öffentlichkeit Kompetenz, Ansehen und Vertrauen erwecken wollte?

Mieritz hat während ihres Wahlkampfes den Bürgern erklärt, dass sie von 2003 bis 2015 als „Stellvertretende Amtsleiterin für den Evangelischen Religionsunterricht für drei Landkreise“ tätig war.

Zu ihrem Lebenslauf hüllt sich Martina Mieritz (SPD) auf Nachfrage in eisernes Schweigen. (Foto: mwBild)

Zu ihrem Lebenslauf hüllt sich Martina Mieritz (SPD) auf Nachfrage in eisernes Schweigen. (Foto: mwBild)

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bestreitet jedoch, dass es im besagten Zeitraum Ämter und demzufolge Amtsleiter und stellvertretende Amtsleiter gab.

Bis 1998 war der Religionsunterricht als Amt in den Kirchenkreisen angesiedelt. Ab 1998 wurde im Kirchengesetz die Struktur des Religionsunterrichts neu geregelt. Seitdem ist er der Abteilung 5 des Konsistoriums unterstellt. „Die alten Ämter für Evangelischen Religionsunterricht der Kirchenkreise wurden in Arbeitsstellen für Evangelischen Religionsunterricht (ARU) der Landeskirche umgewandelt.“, heißt es in einer schriftlichen Erklärung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz gegenüber dem Schulzendorfer. Eine ARU hat eine Dienststellenleitung mit Beauftragtem und Stellvertreter, so ein Sprecher der Kirche.

Geschummelt hat Mieritz offenbar auch bei den Angaben zu ihrer Qualifikation. Die Bürgermeisterkandidatin gab an, von 1984 bis 1990 ein „Studium zur Studienrätin für Biologie/Theologie in Hamburg“ absolviert zu haben.

Stimmt nicht, sagt die Universität Hamburg in einer Stellungnahme gegenüber dem Schulzendorfer: „Studienrätin ist kein akademischer oder staatlicher Abschlussgrad und auch kein Studiengang, sondern ein beamtenrechtlicher Status. In den Jahren 1984 bis 1990 konnte man an der Universität Hamburg im Lehramt sowohl Biologie als auch evangelische Theologie studieren, das Studium wurde damals mit dem ersten Staatsexamen beendet.“

Martina Mieritz wollte sich auf Anfrage nicht zu den Widersprüchen in ihrem Lebenslauf äußern. Auch die Frage, ob sie überhaupt ein zweites Staatsexamen abgelegt hat, ließ sie unbeantwortet.

Welche Konsequenzen die falsche Dienstbezeichnung von Martina Mieritz hat, ist völlig offen. Tatsache ist: Wer Amts- oder Dienstbezeichnungen, akademische Grade oder bestimmte Berufsbezeichnungen unbefugt führt, macht sich strafbar.

Es ist nicht der erste Fall im Landkreis, wo eine SPD – Politikerin ihre Vita färbt. 2013 sorgte die „falsche Anwältin“ Tina Fischer für einen Skandal. Damals prüfte die Staatsanwaltschaft Cottbus gegen sie den Anfangsverdacht des Titelmissbrauchs. Fischer gab sich auf dem Stimmzettel im Wahlkreis 62 als Rechtsanwältin aus, obwohl ihre Zulassung schon Ende 2012 erloschen war.

Vier Jahre danach gibt es die nächste Affäre: Die der „falschen Amtsleiterin“!

2 Responses to Martina Mieritz (SPD) – Mit Schummel – Lebenslauf zur Bürgermeisterin?

  1. Ich
    12. September 2017 at 06:13

    Können ja auch nicht alle Schwarzen Schafe in unserer Gemeinde sitzen

  2. Lutz Ahrens
    11. September 2017 at 23:11

    Sorry, aber das ist in meinen Augen sauschlecht recherchiert. Insbesondere die Studiengänge …. Natürlich stimmt es, man studiert auf Lehramt (offizielle Sprache)- und wenn man dann angestellt wird, ist man „beamtenrechtlich“, „laufbahnrechtlich“ in der Studienratslaufbahn. Aber für diesen Artikel gibt es kein Bienchen, sondern ein dickes MINUS – wegen Unkenntnis des universitären Ausbildungsweges. Sorry, aber auch Schreiber sollten sachkundig sein.

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