Kritik geübt – Jetzt wurde Lehrerin dafür abgestraft (Schluss)

2. November 2018
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Wie aus dem Sozialausschuss verlautete, flatterte Susanne Falk – Grünes ihre Umsetzungsverfügung vom Staatlichen Schulamt Cottbus im Juli 2018 auf den Tisch.

In den zurückliegenden Jahren machte sich Falk-Grünes um die instrumentale Musikausbildung und deren Projektförderung für alle Grundschulkinder, egal, ob die Elternhäuser gut- oder weniger gutsituiert waren, einen Namen. Mit einem Team aus Lehrern der Grundschule und der Kreismusikschule gelang es ihr, qualitativ hochwertige Musikprojekte auf die Bühne zu bringen.

In ihre Musikprojekte ließ sie sich von Fachfremden nicht reinreden, auch nicht vom Schuldirektor. Falk – Grünes besorgte ein Großteil der Fördergelder, warb Mitmenschen um materielle und finanzielle Unterstützung. Über rund 29.000 Euro in Geld- und Sachwerten verfügte der Musikklasse Verein e.V.. Falk – Grünes lockte erstklassige Musiker, wie den weltweit geachteten Komponisten Günther Fischer, Reinhard Lakomy, die „Drei Berliner Tenöre“ und zuletzt, zum Weihnachtssingen 2017, den Tenor Marc Secara nach Schulzendorf. Falk – Grünes war in den Schlagzeilen der Medien, Falk – Grünes stand im Mittelpunkt der Öffentlichkeit, Falk – Grünes war in Sachen Musik nicht nur an der Grundschule anerkannt.

Die bei vielen öffentlichen Auftritten zur Schau gestellte Harmonie von Freese und Falk – Grünes, gab es sie wirklich? Freese wird Eitelkeit nachgesagt. War es für ihn eine tiefe Kränkung nur an zweiter Stelle in Sachen Außenwirkung der Schule zu stehen? Ist so ein Gefühl der Rachsucht entstanden? Eine Menge spricht dafür.

Und Bürgermeister Mücke? Ihn und Direktor Freese soll eine Männerfreundschaft verbinden, heißt es unter Eingeweihten. Mückes „Bericht“ an den Schuldirektor über Falk – Grünes „unangemessenen Auftritt“ im Sozialausschuss, der nach Sicht von fünf anwesenden Abgeordneten gar keiner war, wurde als ein zentraler Punkt in der Begründung ihrer Umsetzungsverfügung angeführt.

Das Komplott

Das Komplott hat fatale Folgen ausgelöst: Eine Musiklehrerin wurde gegen ihren Willen verbannt und ihres Werks beraubt. Mit der „musikalischsten Grundschule im Land Brandenburg“, wie der einstige Staatssekretärs Martin Gorholt die Schulzendorfer Schule adelte, ist es Geschichte, Schüler, Eltern und Bürger trauern dem Falk – Grünes Engagement und ihren Musikprojekten nach.

Das Komplott ist aber auch eine Chronologie des Versagens der Ämter: Des Staatlichen Schulamts Cottbus, das einen fragwürdigen „Bericht“ in den Mittelpunkt einer Umsetzungsverfügung stellte. Es verweigerte einer Abgeordneten und der Presse jegliche Stellungnahme in der Sache. Getreu dem Motto, Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, wollte sich auch Schuldirektor Frank Freese nicht äußern. Keine Antworten sind auch welche!

Landrat Stephan Loge (SPD) wollte sich zur Datenweitergabe von Bürgermeister Mücke (SPD – nominiert) nicht äußern, er sei nicht zuständig. Die Landesdatenschutzbeauftragte sah auf Grund der Aktenlage keinerlei Fehlverhalten von Mücke.

Tatsache ist: Niemand hat ernsthafte Untersuchungen geführt, was Bürgermeister Mücke tatsächlich an das Staatliche Schulamt weiterleitete, ob ein „Gedächtnisprotokoll“ (unter Zuhilfenahme eines Bandmitschnitts?) oder ein „Protokollmittschnitt in Papierform“ und mit welchem Inhalt.

Tatsache ist auch: Ein „Stiller Alarm“, wie ihn Direktor Freese auslöste und Bürgermeister Mücke verteidigte, ist in der Brandschutzordnung der Grundschule nicht vorgesehen. Damit ist die Kritik von Falk – Grünes berechtigt.

Der Musiklehrerin wurden ihre kritischen Worte zur Schulevakuierung an die Adresse von Direktor Freese zum Verhängnis. Viele Eltern sind ihr für das Verantwortungsbewusstsein für über 400 Kinder dankbar und in einem einig: Mut zum aufrechten Gang hat Falk – Grünes bewiesen.

4 Responses to Kritik geübt – Jetzt wurde Lehrerin dafür abgestraft (Schluss)

  1. Besorgte Mutti
    4. November 2018 at 19:07

    Erst einmal möchte ich vor Frau Falk Grünes meinen Hut ziehen. Dass sie so fair damit umgegangen ist. Jeder hat sich über die schönen Konzerte gefreut, am meisten doch der Schulleiter, Herr Freese, denn da konnte er sich präsentieren und nun ist plötzlch alles vergessen !!!Gerne Anderen ein schlechtes Gewissen einreden und Intrigen gegen Leute schmieden, das macht er gerne, da keiner was sagt. Da es denjenigen dann genauso ergehen würde, wie Frau Falk – Grünes, halten alle(einige nicht) den Mund. Und lieben seine Spielchen. Liebes Schulamt, wie wär’s denn mit seine Umsetzung, damit hier bitte wiede Ruhe in diese Schule zieht.

  2. Olli
    3. November 2018 at 16:44

    @M&M, sehe ich auch so. Angesichts dieser Vorgänge, wo Ämter und Amtspersonen mauern, nicht zuständig sind, sich ahnungslos geben und weggucken, wen wundert es, dass Menschen kein Vertrauen mehr in sie haben? Und wartet mal nächstes Jahr ab. Mücke und Co tragen an diesem Zustand maßgeblichen Anteil. Diese Leute treiben Menschen förmlich in die Arme der Extremen. Sie haben den Kanal gestrichen voll und das verstehe ich sogar.

  3. M&M
    3. November 2018 at 14:00

    Das ist die heutige, sogenannte Demokratie. Meinungsfreiheit gibt es, aber nicht um jeden Preis. Kritisiert man seinen Vorgesetzten geht das nach hinten los. Herrn Freese durfte man niemals kritisieren. Nicht als Lehrer zu DDR-Zeiten und stellv. Direktor (mit Parteibuch) und auch nicht jetzt als Schuleiter. Könnte ja seiner Eitelkeit schaden. Es Ist auch nicht mhr verwunderlich, dass heutzutage nur menschen mit Intrigen weiterkommen und Menschen, die sich wirklich noch für das Wohl unser Kinder interessieren und einsetzen mundtot gemacht werden. Mitbestimmung, ich lache mich tot.
    Zum Bürgermeister fällt mir nicht mehr ein, außer er muss endlich seines Amtes enthoben werden.
    Der ganze Landkreis lacht schon heute über Schulzendorf.

  4. Micha
    2. November 2018 at 22:34

    Lieber Schulzendorfer,
    Zuerst einmal meinen Respekt einen derartigen Vorgang öffentliche bekannt zu machen! Das ist für mich reale und engagierte Berichterstattung.
    Zu den unvorstellbaren Ereignissen um die verantwortungsbewusste Frau Falk-Grünes.
    Was wäre eigentlich passiert, wenn der Bürger und sein Schulleiter die kritischen Anmerkungen von Frau Falk-Grünes angenommen hätten und die Sicherheit und Gesundheit in der Schule in der Zukunft auf ein höheres Niveau zu heben? Sie und all diejenigen welche sich wegducken müssen wohl ihre ganz persönlichen Gründe haben genau dies nicht zu tun. Diese Chance etwas gutes zu bewirken ist also bewusst und gewollt konsequent vertan.
    Was wäre eigentlich passiert, wenn bei dieser missglückten Evakuierung Kinder nicht nur ärztlich behandelt werden mussten, (was schon schlimm genug ist) sondern bleibende Schäden davongetragen hätten? Irgendwer hat mal gesagt:“Man erkennt die Größe einer Gesellschaft an ihrem Umgang mit ihren Kindern!“ (oder so ähnlich)
    Mir ist leider nicht bekannt wie groß die Beteiligten sind aber es müssen schon erhebliche Unterschiede vorhanden sein.
    Und wenn eine meiner Vorrednerinnen sich darüber beklagt, dass jetzt wo Frau Falk-Grünes nicht mehr aus dem Kollegenteam herausragt ein ruhigeres Klima herrscht, kann ich diesem Team nur zurufen: es hat Euch niemand daran gehindert Euch auf das offensichtlich höhere Niveau von Frau Falk-Grünes zu begeben! (Auch wenn diese das vermutlich nicht gerne lesen wird)
    Wie heißt es so schön: „Neid muss man sich verdienen – Mitleid bekommt man kostenlos!“
    Frau Falk-Grünes – ich beneide Sie (nicht nur um Ihr Gitarrenspiel) und möchte mich aufrichtig dafür bedanken was Sie unseren Kindern geben!
    Allen anderen Beteiligten auf der anderen Seite möchte ich mein aufrichtiges Mitleid bekunden und die Frage stellen: Besitzen Sie eigentlich einen Spiegel in den Sie ohne schlechtes Gewissen schauen können?
    Für eine glückliche Zukunft unserer Kinder verbleibe ich

    Micha

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