„Ich werde 150 Prozent geben!“

21. Mai 2009
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Für die Schulzendorfer CDU wird der Parteilose Guido Thieke in das Rennen um das Bürgermeisteramt gehen. Er ist 39 Jahre alt, ist in Schulzendorf aufgewachsen und von Beruf Maurer und Schlosser. Guido Thieke ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet in leitender Position bei einem renommierten Berliner Dienstleistungsunternehmen.

Herr Thieke, warum wollen Sie überhaupt Bürgermeister von Schulzendorf werden?

Im vergangenen Jahr war ich sehr stolz über mein Abschneiden bei den Kommunalwahlen. Ich war Newcomer und habe ein beachtliches Ergebnis erzielt. Ich möchte hier in Schulzendorf etwas schaffen und dafür möchte ich mich persönlich einbringen. Einbringen heißt für mich, dass man dafür auch arbeitet und das nicht nur nebenbei, sondern hauptberuflich als Bürgermeister! Und in dieser Eigenschaft werde ich nicht nur 100 Prozent sondern 150 Prozent geben.

Warum sind Sie eigentlich nicht in der CDU, wenn Sie für sie kandidieren?

Ich möchte für alle Schulzendorfer da sein und für sie etwas erreichen und da muss ich nicht zwingend Mitglied der CDU sein. Die CDU war aber die einzige Partei gewesen, die mir signalisierte, das sie mich auch als parteilosen Bürgermeisterkandidaten haben möchte. Hier in Schulzendorf geht es nicht um die große Weltpolitik und da sollten parteipolitische Aspekte überhaupt keine Rolle spielen. Schauen Sie, wie oft ist Herr Dr. Burmeister von der Linkspartei mit dem Schulzendorfer CDU Chef, Herrn Kolberg in der Gemeindevertretung in Sachfragen einer Meinung. Es geht hier schlicht um die Lösung vieler Alltagsprobleme der Schulzendorfer Bürger.

Welche Schwerpunkte wollen Sie als Bürgermeister setzen?

Wir haben in Schulzendorf viele kleine Gewerbebetriebe. Ich möchte noch mehr Gewerbe nach Schulzendorf holen! Gewerbe muss nicht immer laut, schmutzig und dreckig sein. Schulzendorf soll langfristig irgendwann einmal Einnahmen durch die Gewerbesteuer haben. Zum Beispiel kleine Pensionen oder kleines ruhiges Gewerbe. Schulzendorf wird zwangsläufig mit den Firmen wachsen. Das ist ein Punkt, wo ich etwas verändern werde.

Aber auch in der Jugendpolitik müssen neue Wege beschritten werden. Wir brauchen in Schulzendorf einen Jugendtreff. Es reicht einfach nicht zu sagen, wir haben eine Skaterbahn, das haben ja mittlerweile schon Viele festgestellt. Wir haben vier Sozialbetreuer in Schulzendorf und immer wieder höre ich von ihnen, wo sollen wir mit den Jungs und Mädels die wir betreuen hin?

Woher soll das Geld für solch einen Jugendtreff kommen?

Wir haben doch in Schulzendorf schon bewiesen, das man mit wenig Geld auch etwas auf die Beine stellen kann. Denken wir doch nur an die KITA „Freche Spatzen“. Schulzendorf hat das Potential diesen Jugendlichen eine Stätte zu geben. Es gibt auch ein Leben nach der Schule und da will ich ansetzen. Man muss den Jugendlichen, die nicht in der Feuerwehr, die nicht in der SG Schulzendorf organisiert sind eine Möglichkeit bieten, wo sie beispielsweise zum Dart spielen eben nicht in die Kneipe gehen müssen.

Wir müssen noch mehr für die Bildung und insbesondere für unsere Schulkinder tun. Der Zuzug nach Schulzendorf stagniert nicht, im Gegenteil. Wir haben an der Schule das Problem, dass bereits ab 12 Uhr die Hausaufgabenbetreuung beginnt, wo eigentlich noch Schulbetrieb ist. Dies ist problematisch, denn die Lehrer müssen den Raum räumen, damit die Kinder Hausaufgaben machen können. Wir haben eine dreizügige Schule! Die Räume sind voll 24 bis 26 Kindern, das ist keineswegs optimal. Man darf in diesem Zusammenhang das Thema Gesamtschule nicht aus den Augen verlieren.

Mit Herrn Mücke und Dr. Welskop bewerben sich zwei weitere Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters. Wie schätzen Sie ihre Chancen in diesem Rennen ein?

Wettbewerb ist nicht schlecht. In der Politik ist es ähnlich wie in der Wirtschaft. Dort kann man nur erfolgreich bestehen, wenn man besser ist als der Mitbewerber. Und ich werde die Schulzendorfer Bürger davon überzeugen das ich besser bin als die beiden anderen Kandidaten.

Wenn Sie zum Bürgermeister gewählt werden sollten, was werden Sie anders machen als Ihr Vorgänger?

Bürgermeister Dr. Burmeister hat in den vergangenen Jahren Maßstäbe gesetzt, das muss man ganz klar sagen. Man kann nicht alles umkrempeln, das möchte ich auch nicht. Es gibt viele Sachen die sind gut. Ich komme ja beispielsweise nicht in die Gemeindeverwaltung und fange dort von Punkt Null an. Sie funktioniert, da arbeitet ein gutes Team. Ich werde mich in dieses Team integrieren. Es gibt sicherlich Dinge bei denen ich andere Akzente setzen werde.

Welche wären das zum Beispiel?

Wir müssen sparen! In der jetzigen, wirtschaftlich angespannten Situation, in der wir überlegen ob man Kitaplätze mehr bezuschussen sollte, oder verschiedene Dinge für die Jugendlichen oder das Seniorenheim auf den Weg bringen will, muss man ernsthaft darüber nachdenken, ob der jährliche Schulzendorfer Neujahrsempfang zeitgemäß ist.

Oder ein anderes Beispiel. Ich werde neue Wege in der Gewerbepolitik gehen. Die Gemeinde soll sich in Firmen einbringen. Das muss nicht immer eine finanzielle Beteiligung sein, manchmal genügt es schon als Moderator aufzutreten. Schauen Sie nach Wildau, in das Wildorado. Da hat Uwe Malich gute Wege beschritten. Ich werde dabei nach Lösungen suchen. Da muss man auch Kompromisse einzugehen um letztlich für alle beteiligten Seiten Vorteile herauszuholen. Ähnlich ist es mit dem Schloss im Altdorf. Mit dem Schloss allein kann keiner etwas anfangen. Wenn man einen Investor findet, dann muss man ihm auch Möglichkeiten bieten, beispielsweise einen Anbau zu errichten, wo dann eben Ausnahmeregelungen geschaffen werden müssen. Und an diesen Punkten werde ich als Bürgermeister ansetzen!

Was werden Sie für die Schulzendorfer in Sachen BBI tun?

Was den künftigen Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) betrifft ist Dr. Burmeister für mich ein sehr kompetenter Mann. Er wird weiterhin in der Schutzgemeinschaft der Umlandgemeinden des Flughafens BBI tätig sein und da werde ich als Bürgermeister mit ihm sehr eng zusammenarbeiten. Ich werde mich dafür einsetzen, das die Schulzendorfer nicht nur mit den Belastungen des BBI leben müssen sondern dafür finanziellen Ausgleich erhalten. Oder nehmen wir die Lärmmessstationen. Messwerte allein helfen nicht, viel wichtiger ist das die gewonnenen Daten durch die FBS auch verwertet werden und auch dafür werde ich mich einsetzen!

Wie sehen Sie die Ortsentwicklung in Schulzendorf?

Hier wird sich in den nächsten Jahren vieles ändern. Nehmen Sie das Thema Ortszentrum. Ich kann das Ortszentrum nicht an guten eintausend Quadratmetern festmachen. Das Ortszentrum ist größer. Für mich zählt die Sportanlage der SG Schulzendorf, die Schule und auch die Feuerwehr zum Ortszentrum. Man kann nicht alles an einen Ort drücken und rings herum stirbt alles ab. Was wird mit dem Bauland hinter dem Herwegh Center ? Das muss zum Leben erweckt werden, da muss man mit Investoren und Banken reden. Und natürlich wird im Mittelpunkt der nächsten Jahre auch der Ausbau unserer Straßen und Gehwege stehen.

Braucht Schulzendorf eine Berufsfeuerwehr?

Ich stehe für eine Berufsfeuerwehr. Die Aufgaben der Schulzendorfer Feuerwehrkameraden sind schon heute sehr umfangreich und anspruchsvoll. Da ist die Autobahn, da ist das Waltersdorfer Gewerbezentrum und künftig werden auch Teile des BBI sowie Tunnel- und Bahnanlagen hinzukommen. Man muss mehr tun als nur Aufgaben bewältigen. Es muss, insbesondere tagsüber sichergestellt werden, ein Höchstmass an Anstrengungen nötig. , dass die Kameraden auch da sind die man braucht. Und das geht nur mit einer Berufsfeuerwehr. Natürlich muss sich die FBS finanziell daran auch beteiligen. Da wird man miteinander reden müssen!

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