„Ich war, ich bin, ich werde“

10. Mai 2019
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Kalt war es am 4. und 5. Mai, der Himmel drohte wolkenverhangen mit bei Gartenbesitzern eigentlich erhofftem Regen am „Tag des offenen Ateliers“ von Susanne Thäsler-Wollenberg – eigentlich kein Wetter, um eine Veranstaltung, die hauptsächlich im Freien stattfand, zu besuchen.

Die Geschichte der Farbe gelb.

Die Geschichte der Farbe gelb.

Doch die an Kunst, Literatur und Musik interessierten Gäste ignorierten das wenig freundliche Wetter. An beiden Tagen drängten sich Alt und Jung von nah und fern sehr zur Freude der Künstlerin in das Atelier in der Karl-Liebknecht-Straße. An beiden Tagen geleitete sie ab dem frühen Nachmittag Gästegruppen zuerst durch die verschiedenen interaktiven Außenobjekte, deren Gestaltung als „Mitmach“-Installationen zu kunstphilosophischen Gesprächen zwischen den Gästen führte.

Auch der darauffolgende Atelierrundgang bewirkte   bei den Betrachtern der Zeichnungen, Gemälde, Karikaturen und Fotografien  viele Anregungen und Gesprächsanlässe. Susanne Thäsler-Wollenberg zeichnet überwiegend mit Feder und Pinsel lebendige Objekte und verleiht auch einfachen Dinge wie Knoblauch und Kaktus eine eigene imaginative Kraft. So ergaben sich vor dem literarisch-gesanglichen Programm bei Kuchen, Kaffee und anderen Getränken viele Gespräche.

Am Nachmittag traten dann die Zeuthener Schauspielerin Brigitte Hube-Hosfeld und der Berliner Schauspieler Matthias Müller-Wurbs zu einer szenischen Lesung zum Thema „Zeit“ auf. Mit Gedichten, Geschichten und Dialogen fanden sie beim zahlreichen Publikum an beiden Tagen viel Anklang. So mancher konnte sich in den Texten wieder erkennen.

Nach der eher nachdenklich wirkenden Lesung sorgte das musikalische Duo mit der Sängerin Tayo Onutur aus Berlin und dem Pianisten Ernie Schmiedel aus Zeuthen mit ihren Roma-Rhythmen auf Deutsch, Englisch und Romani für ein musikalisches Feuerwerk im Festzelt, das auch leicht frierende Gäste erwärmte.

Nach diesem literarisch-musikalischen Intermezzo gab es noch einige Führungen der Künstlerin durch das Atelier. Susanne Thäsler-Wollenbergs Bilder setzen unserer immer stärker digitalisierten Welt eine kontemplative Sicht entgegen, die ganz an das künstlerische Handwerk und an dessen Traditionen anknüpft. Beide Tage klangen  im Atelier mit Gesprächen über Kunst und deren Gestaltungsmöglichkeiten aus – eine zusätzliche Motivation für die Künstlerin, sich im nächsten Jahr wieder am „Tag des offenen Ateliers“ zu beteiligen.

(Alle Fotos: Gisela Michailov)

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