Harte Kritik am Hauptstadtflughafen BER

5. Oktober 2017
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Sachbuchautor Dr. Frank Welskop nahm jüngst meine Einladung zur Reihe „Interessante Persönlichkeiten zu Gast in Wildau“ an. 2009 veröffentlichte er das Buch „Der BBI – Ein neuer Berliner Bankenskandal?“

Dr. Welskop stellte auf Grund seiner betriebswirtschaftlichen Analyse der BBI/BER-Entwicklung fest, dass das Berliner Großflughafenprojekt ökonomisch schon am Ende ist, noch bevor ein Eröffnungstermin überhaupt absehbar ist.

Die Welskop Prognosen in Sachen BER gingen bislang auf. (Foto: mwBild/Lützelberger)
Die Welskop Prognosen in Sachen BER gingen bislang auf. (Foto: mwBild/Lützelberger)

Der Befund des Experten, die Dimension der von ihm aufgezeigten Steuermittelverschwendung durch das BER-Projekt, war niederschmetternd. Immerhin wies die Flughafengesellschaft FBB zum Jahresschluss 2016 einen Bilanzverlust von über 830 Mio. Euro aus.

Die Verschuldung, die Verbindlichkeiten der Gesellschaft, beliefen sich zum Ende 2016 auf über drei Milliarden Euro. Die Ertragssituation des Unternehmens ist schwierig, trotz steigender Umsätze und steigender Passagierzahlen, letzteres vor allem in Schönefeld.

Im Podium, in der Wildauer Gesprächsrunde, gab es dennoch Verständigung und Verständnis darüber, dass die Region Berlin/Brandenburg einen leistungsfähigen Flughafen, möglichst ein Drehkreuz, benötigt.

Aber die ökonomischen und auch die räumlichen Rahmenbedingen sind zu einem erheblichen Teil ungünstig. Dennoch gibt es auch positive Aspekte wie etwa den Flugbedarf der Region Berlin/Brandenburg, das Umsatzwachstum und die Tatsache, dass der Flughafen gewissermaßen an der Schnittstelle (Landesgrenze) der beiden Bundesländern Berlin und Brandenburg liegt. Die Flughafenregion ist eine Wachstumsregion.

Auf dem Flughafengelände selbst können noch Flächen für eine gewerbliche Nutzung vermarktet werden. Aber der Standort bleibt schwierig, eine echte Drehkreuzfunktion lässt die dichte Besiedlung im Umfeld nicht zu.

Die jetzt schon aufgelaufene ökonomische Last ist schwer erträglich. Am Ende war der Befund des Experten zum Flughafenprojekt des BER ziemlich bedrückend. Einig waren sich Dr. Welskop und seine Zuhörer aber dahin gehend, dass man vor den gravierenden ökonomischen Problemen des BER nicht einfach die Augen verschließen und einfach so weiter machen kann wie bisher.

Offene, sachliche und lösungsorientierte Diskussionen mit den Verantwortlichen sind nötig, trotz aller Schwierigkeiten. Mit diesem Ausblick konnten die über 40 Veranstaltungsteilnehmer mit einem kleinen „Schuss“ Optimismus und etwas Beruhigung den abendlichen Weg nach Hause antreten.

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