Gesamtschule „Paul Dessau“ – Erste Spezialschule im Land

19. Juni 2018
Von

Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher hat der Musikbetonten Gesamtschule „Paul Dessau“ in Zeuthen den Genehmigungsbescheid als „Schule mit besonderer Prägung“ (Spezialschule) ab dem Schuljahr 2018/19 mit einer Spezialklasse „Musik“ übergeben. Sie ist die erste Spezialschule im Land Brandenburg im musisch-ästhetischen Bereich. Drescher war vor seiner Berufung zum Staatssekretär Chef der Zeuthener Bildungseinrichtung.

Gesamtschule "Paul Dessau" in Zeuthen. (Foto: mwBild)

Gesamtschule „Paul Dessau“ in Zeuthen. (Foto: mwBild)

In der künftigen Spezialklasse „Musik“ werden durch besondere Förderung musikalisch begabten Schülerinnen und Schülern vertiefte Kenntnisse im Fach Musik sowie eine zusätzliche Instrumentalausbildung vermittelt. Schulische Bildung und musikalische Ausbildung sowie Praxis sind eng miteinander verknüpft – auch im Sinne der Berufs- und Studienorientierung auf musikalischem Gebiet. So gibt es bereits einen studienvorbereitenden Musiktheoriekurs.

Die erste Spezialklasse „Musik“ startet – nach mehrjähriger Erprobungszeit – im Schuljahr 2018/19 in der 7. Jahrgangsstufe. Die Schülerinnen und Schüler der Spezialklasse haben in den Jahrgangsstufen 7 und 8 wöchentlich vier Stunden Musik, in den Jahrgangsstufen 9 und 10 wöchentlich drei Stunden Musik. Zuvor müssen sie im Auswahlverfahren eine Eignungsprüfung absolvieren.

8 Responses to Gesamtschule „Paul Dessau“ – Erste Spezialschule im Land

  1. ROTE Zorna
    27. Juni 2018 at 21:37

    Zur späten Wiedergutmachung des Herrn Doktore
    bleiben Fragen über Fragen:

    Warum musste die fantastische Tradition
    erst gegen die Wand gefahren werden,
    um diese dann Jahre später
    preussich korrekt zu legitimieren?

    Warum musste Familie Schella so gedehmütigt werden?
    Wäre nicht Herr Höhlig der bessere Schulleiter gewesen?

    siehe auch:

    http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/1221459

    „Frühere Schüler der Zeuthener Gesamtschule, an der Drescher 2009 Schulleiter wurde,haben eine ganz andere Erinnerung an den Bildungsstaatssekretär. Und sie stellen sich die Frage, ob Drescher als sogenannter Amtschef im Bildungsressort und damit Vorgesetzter von Lehrern und Schulleitern, die Brandenburgs Schüler fit für das Berufsleben machen sollen, der Richtige auf dem Posten ist.

    Der Fall reicht zurück ins Frühjahr 2010.
    Die 13. Klassen führten ein Schülerkonzert an der Gesamtschule auf, Veranstalter war ein Musik-Förderverein. Schüler sammelten Unterschriften, weil durch die Stadt finanzierte Honorarkräfte für den Musik-Schwerpunkt an der Schule wegfallen könnten. Und sie kritisierten öffentlich bei dem Konzert, dass die Stellen nicht für die Zukunft gesichert seien.

    Drescher zu Schülern in der Vorabiturzeit:
    „Es war sehr unklug von Euch, mich als Prüfungsvorsitzenden so anzugreifen“

    Zwei Tage später zitierte Schulleiter Drescher die Schüler, die bei dem Konzert aufgetreten waren, zu sich, ebenso vier Tutoren. Und alles kurz bevor für das Abitur relevante Klausuren begannen. Nach dem Gespräch legten die Schüler eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Schulamt ein. Demnach soll Drescher über die Aktion beim Konzert gesagt haben: ‚Es war sehr unklug von Euch, eine solche Äußerungen in der Vorabiturzeit und vor den anstehenden Prüfungen zu machen. Außerdem war es sehr unklug, mich als Prüfungsvorsitzenden so anzugreifen.‘ Schließlich wollte der Schulleiter wissen, wer von der Protestaktion beim Konzert und der Unterschriftenliste wusste. Und er soll gedroht haben: ‚Wer davon wusste, hat mit zeitnahen Konsequenzen zu rechnen.‘ Zudem soll Drescher mit Schulausschluss gedroht haben – wenige Monate vor dem Abitur. Aus Sicht der Schüler hatte er seine ‚Position als Schulleiter missbraucht‘.“

    […]

  2. Anwohnerin
    25. Juni 2018 at 17:23

    Die Sch.ule heisst ja auch nicht umsonst Paul Dessau.
    Ich finde die kommentare sehr aufschlussreich auch für diejenigen die nicht mehr unmittelbar mit dieser Problematik betroffen sind.

  3. Nadine Selch
    25. Juni 2018 at 13:07

    In der Paul-Dessau Schule ist ein Konzept durch das Bildungsministerium anerkannt worden, welches es seit Jahren in dieser Schule bereits gibt. Es verändert sich hierbei für die Bewerber nichts an dem bisherigen Aufnahmeprozedere.
    Ich persönliche finde es sehr gut, dass die Schule sich ein Konzept (und das bereits vor Jahren – also vor Wilms, Drescher und Co.) aufgegeben hat, dass sie umsetzten möchte und daher auch verfolgt.
    Die Paul-Dessau Schule ist seit Jahren stark verbandelt mit der Musik und der Musikausbildung. Und bei einer Klassenstufe pro Jahrgang umfasst dies einen Anteil in der Sekundarstufe I von 25% – in den Klassen ab Jahrgang 11 ist es meist 1 Tutorium. In manchen Jahrgängen sogar keins. Dies liegt immer an den Fächern, die die Kinder sich selbst wählen.
    Andere Schulen im Landkreis und auch in Berlin – haben sich andere Schwerpunlte gesetzt, so dass für jeden die Möglichkeit der freien Schulwahl für ein Schwerpunkt-Element möglich ist. Das diese Schule nicht immer vor der eigenen Haustür ist, ist der Natur der Sache geschuldet.

  4. pro Musik
    25. Juni 2018 at 10:42

    1. ist es pro Jahrgangsstufe nur 1 Musikklasse von 4 – also sind noch 3 Klassen pro Jahrgang ohne Musik-Status vorhanden.

    2. Dass Kinder aus KW, Schönefeld oder Wildau nicht nach Zeuthen sollen, weil Schulzendorf keine Oberschule hat, erscheint mir nicht ganz logisch. Was bitte kann Zeuthen (oder KW, Schönefeld, Wildau) dafür, dass Schulzendorf keine Oberschule mehr hat?

    3. Auf eine Musikschule als Alternative zur Musikklasse hinzuweisen, in der man „nur“ ein Instrument lernen kann, zeigt, dass Sie das Musikklassen-Konzept gar nicht kennen. Denn dort geht es nicht (nur) darum ein Instrument zu lernen/spielen – denn das können die meisten Kinder schon, die sich auf die Musikklasse bewerben. Der Instrumentalunterricht erfolgt auch in der Musikklasse weiterhin über die Kreismusikschule außerhalb der Unterrichtszeiten.

    Ich kann auch nicht erkennen, dass der Grundbedarf an Schulen im Kreis nicht gedeckt ist. Ich kenne kein einziges Kind, dass nach Berlin mußte, weil es hier keinen Platz bekommen hat.

    Übrigens finde ich es gut, dass sich Schulzendorf vom Musikklassen Konzept verabschiedet hat, denn hier wurde der reguläre Unterricht der Vorbereitung von Konzerten zB untergeordnet und die Kinder konnten sich nicht aussuchen, ob sie Musikklasse sein wollten oder nicht.

    Sich in eine Schule zu klagen, finde ich auch sehr bedenklich.

  5. LaLeLu
    24. Juni 2018 at 20:06

    Zeuthener Kinder sollen nach KW, Wildau oder Schönefeld fahren, damit Friedersdorfer, die deutlich weiter entfernt wohnen, in Zeuthen musizieren dürfen.
    Es können genau so gut in KW, Wildau oder Schönefeld Musikklassen eingerichtet werden, und nicht auf jeden Fall in Zeuthen, wo die „normalen“ Plätze schon nicht ausreichen, weil Schulzendorf seine Oberstufe abgeschafft hat, damit die Grundschule für eine Zeit ausreichend Räume hat. Durch den massiven Zuzug reicht es dort auch schon nicht mehr. Die Schulzendorfer haben sich vom Musik—Luxus verabschieden müssen, weil auch für die Instrumente kein Platz mehr da war.
    Ich bin für Musik. Sogar sehr. Aber wenn der Grundbedarf nicht gedeckt ist, ist Extra—Musik ein Luxus, der erst wieder geht, wenn es weniger Schüler werden.
    Im Übrigen haben wir tolle Musikschulen, die gern neue Schüler/innen aufnehmen. Die Primus Musikschule z. B. ist direkt neben der Paul Dessau Schule.

  6. Martina Büttner
    23. Juni 2018 at 08:37

    Immer wieder gibt es Jahrgänge wo von 60 Anmeldungen zur Musikklasse 50 super sind. Dazu gibt es ein Auswahlverfahren und dann kann man das Pech haben mit vielleicht 4 anderen M
    ädchen und Jungen auf den 29 Platz zu landen.. 28 haben es geschafft. Aber so ist es im Leben. Genau so ist es mit den Plätzen auch. Irgendwer wird immer der 29 oder 30 sein.. sich dann zu beschweren wenn die Klassen plötzlich 30 Schüler haben (weil geklagt wurde) ist mehr als unfair den anderen gegenüber.ja es gibt noch mehr Schulen und auch diese Schulen leisten sicher gute Arbeit! Spezialklasse Musik gibt es an der Schule schon seit Jahren- nur würde jetzt endlich aus einem Dulden bzw Projekt eine öffentliche Zertifizierung. Herzlichen Glückwunsch.

  7. Paula Mama
    20. Juni 2018 at 12:42

    Was für ein Quatsch – das klingt ja fast so, als wäre die Paula die einzige Oberschule im Kreis. Da gibt es ja noch genug Alternativen in Wildau, KW oder Schönefeld … auch ohne Klageweg.
    Ich find es eine tolle Sache – da kann man sich doch ruhig mal freuen. Im Übrigen sind die Musikklassen auch nicht kleiner und wir in Schulzendorf sollten nicht vergessen, dass unsere Grundschule da mal zu Frau Grünes Hochzeiten nicht anders war 😉

  8. LaLeLu
    19. Juni 2018 at 20:55

    Schulzendorfer Kinder, die keine Empfehlung fürs Gymnasium ab der 7.Klasse kriegen, müssen mit Anwalt um einen Platz in der Paul Dessau Schule kämpfen, um dann in 30 Schüler Klassen „top“ betreut zu werden. Auf der anderen Seite werden für Schüler aus entlegenen Ecken des Kreises kleinere Musikklassen eingerichtet.
    Wenn nicht in Eichwalde oder Schulzendorf eine Gesamtschule eingerichtet wird, finde ich, dass die „Spezialschule“ etwas für die Füße ist. Erst wenn es genug normale Schulplätze gibt, kann man sich den Luxus mit Musikklassen leisten. Warum der feine Herr Drescher das nicht kapiert, kann ich nicht nachvollziehen.
    Inklusion ist auch eine tolle Idee, vielleicht kann ja eine Spezialschule für viel Inklusion geschaffen werden.

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