Fischsterben – nur die Spitze des Eisbergs? – Das sagt ein Professor zur Wirkung von Enteisungsmitteln

5. Mai 2018
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Hunderte Fische sind verendet, weil zeitweise Enteisungsmittel aus einer Anlage am BER in ein Gewässer bei Kiekebusch flossen. Die Öffentlichkeit tappt derzeit völlig im Dunkeln, welche Menge in die Umwelt gelangt ist.

Enteisungsmittel bestehen im Wesentlichen aus Ethylen – oder Propylenglykol. Je nach Außentemperaturen und Wetterbedingungen werden diese Alkoholverbindungen in einem bestimmten Mischungsverhältnis mit heißem Wasser auf die Flugzeuge gesprüht.

Graureiher und Enten sind am verseuchten Gewässer zu Hause. (Foto:mwBild)

Graureiher und Enten sind am verseuchten Gewässer zu Hause. (Foto:mwBild)

Die Flughafengesellschaft (FBB) erklärt, dass von den toten Fischen im Kiekebuscher Teich keine Gefahr für die Tier- und Pflanzenwelt ausgeht. „Weitere Umweltschäden können wir ausschließen.“, versichert Ralph Struck, Leiter Facility Management bei der FBB.

Der Schulzendorfer hat Prof. Dr. med. Hans Behrbohm von der Park Klinik Berlin – Weißensee nach Risiken eines Austritts von Enteisungsmitteln befragt.

Ethylen- und Propylenglykol sind wegen ihres hohen Sauerstoffbedarfs besonders gefährlich für Wasserlebewesen. Sauerstoffverarmung. Fischsterben und unerwünschter Bakterienwachstum können die Folge sein.“, sagt Behrbohm. Auch für Menschen können sie gefährlich werden und zu neurologischen und gastrointestinalen Störungen und schweren Geburtsfehlern führen.

Weil es besonders in der Startphase auf eine sehr gute Haftung der Enteisungsmittel ankommt, sie sollen schließlich auf der Flugzeugoberfläche einen Schutzfilm gegen das Eis bilden, werden ihnen bestimmte Additive, so Benzotriazol, beigemischt. Das ist eine Kohlenwasserstoffverbindung, die durch Bakterien in den Kläranlagen nur sehr schwer abgebaut wird. Benzotriazol steht sogar im Verdacht krebserregend zu sein.

Vom Landkreis Dahme - Spreewald gibt es bislang keine offizielle Stellungnahme zum Vorfall. (Foto: mwBild)

Vom Landkreis Dahme – Spreewald gibt es bislang keine offizielle Stellungnahme zum Vorfall. (Foto: mwBild)

4 Responses to Fischsterben – nur die Spitze des Eisbergs? – Das sagt ein Professor zur Wirkung von Enteisungsmitteln

  1. Petra
    Petra
    6. Mai 2018 at 15:57

    Wir haben heute ein Ausflug dorthin gemacht. Unmittelbar am Wehr stinkt es erbärmlich nach Chemie. Das ist nicht normal. Nur wenige 100 Meter steht ein Bienenwagen.

  2. Olli
    6. Mai 2018 at 07:44

    Das von toten Fischen keine Gefahren ausgehen können ist ja wirklich eine grandiose Feststellung. Verarschung nenne ich das.

  3. Tiefflieger
    Tiefflieger
    5. Mai 2018 at 23:26

    Die Flughafengesellschaft versucht ihr Versagen schönzureden. Ameisensäure hört sich doch schöner und ungefährlicher an.

  4. Neu Schulzendorfer
    5. Mai 2018 at 22:47

    Die Leute vom BER sind ja Hellseher, schau an. Woher wissen, die, dass es keine Auswirkungen auf die Umwelt gibt? Hier mal ein Link von RTL zu Enteisungsmitteln, trifft genau das, was der Prof. sagt, der ist übrigens sehr aktiv in der Umweltbewegung aktiv. https://www.rtl.de/cms/giftiges-flugzeug-enteisungsmittel-in-nordsee-entdeckt-950692.html

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