Eichwalde, Schulzendorf, Zeuthen: Zahl der Wohnungseinbrüche geht zurück

20. April 2018
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Einbrüche hatten jahrelang in Deutschland und der Region zugenommen und zum Teil ein besorgniserregendes Niveau erreicht. Die Politik reagierte und verschärfte das Strafmaß bei Einbrüchen in eine Privatwohnung. Seit 2017 beträgt die Mindeststrafe nicht mehr sechs Monate, sondern ein Jahr.

v.l.: Christian Hylla, Chef der Poliozeiinspektion Dahme - Spreewald und Thorsten Bley, Chef der Polizeiinspektion Schönefeld Flughafen. (Foto: mwBild)

v.l.: Christian Hylla, Chef der Poliozeiinspektion Dahme – Spreewald und Thorsten Bley, Chef der Polizeiinspektion Schönefeld Flughafen. (Foto: mwBild)

Die Polizei verstärkte ihre Bemühungen mit einem Bündel von Maßnahmen, um den Einbrechern auf die Spur zu kommen. Eine zivile Sondereinheit Berlin Brandenburg fahndete nach Gaunern, Kräfte der Bereitschaftspolizei wurden zur Tätersuche eingesetzt, die kriminaltechnische Untersuchung an Tatorten wurde intensiviert, „aufmerksame Nachbarn“ wurden im Rahmen der Prävention sensibilisiert, Beratungen der Polizei zum Einbruchsschutz bei Fenster und Türen fanden statt. All das führte nun zum Erfolg.

25 Prozent weniger Wohnungseinbrüche registrierten die Kriminalisten 2017 im Landkreis Dahme – Spreewald. In Schulzendorf wurden 15 Wohnungseinbruchsdiebstähle (2016: 36), in Eichwalde 10 (2016: 32) und in Zeuthen 23 (2016: 36) festgestellt.

Polizeichefs ziehen positives Fazit

Das Fazit der beiden Polizeichefs von Dahme – Spreewald, Christian Hylla und Schönefeld Flughafen, Thorsten Bley bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2017 fiel daher auch positiv aus. „Der Landkreis Dahme – Spreewald ist sicherer geworden.“, konstatierte Bley.

In Zeuthen ist die Zahl von erfassten Straffällen um 19, 2 Prozent auf 409 und in Eichwalde um 18,3 Prozent auf 339 gesunken. In Schulzendorf gab es, wie im Vorjahr, 204 registrierte Fälle.

Symbolbild: Eine Polizeibeamtin sichert am Tatort Spuren (Foto: mwBild)

Symbolbild: Eine Polizeibeamtin sichert am Tatort Spuren (Foto: mwBild)

Die Aufklärungsquote hat sich verbessert, von den insgesamt 15.647 erfassten Kriminalfällen wurden 58,5 Prozent (2016: 57 Prozent) aufgeklärt. Der Anteil von Zuwanderern bei Diebstahlsdelikten betrug 3,9 Prozent. Syrer, Russen, Iraner und Iraker stehen in der Täterliste ganz oben. Ein deutlicher Rückgang wurde bei Angriffen auf Flüchtlingsheime festgestellt.

Spektakulärer Autodiebstahl aufgeklärt

Abgenommen hat auch die Kriminalität rund ums Auto. 1.283 Fälle (2016: 1.315) wurden registriert, 71 weniger Fahrzeuge wurden gestohlen. Einen besonders spektakulärer Fall ereignete sich 2017 in Königs Wusterhausen auf dem Parkplatz Storkower Straße. Autoknackern war es immer wieder gelungen, Fahrzeuge eines bestimmten Herstellers zu entwenden, zeitweise fünf Stück in einer Woche. Nach monatelanger Ermittlungsarbeit legten sich die Polizisten getarnt am Parkplatz auf die Lauer. Im November schnappte die Falle zu, die Handschellen klickten an der Handgelenken der Diebe. Fast zwei Dutzend Kfz – Diebstähle waren aufgeklärt.

Polizeihubschrauber werden häufig bei Fahndungen eingesetzt. (Foto: mwBild)

Polizeihubschrauber werden häufig bei Fahndungen eingesetzt. (Foto: mwBild)

Gestiegen ist dagegen die Zahl von Fällen, bei denen strafrechtliche Nebengesetze, wie beispielsweise das Aufenthaltsgesetz oder das Asylgesetz, verletzt wurden. Insgesamt wurden 2.879 Fälle (2016: 2.420) registriert. Dabei geht es um Verstöße von Zuwanderern, die von der Bundespolizei am Flughafen Schönfeld festgestellt wurden: Fehlende Stempel in Pässen, ungültige oder abgelaufene Aufenthaltsgenehmigungen, Widersprüche in Aufenthaltsdokumenten.

Um vier Prozent sind die politisch motivierten Straftaten gestiegen. 136 Fälle (2016: 105) wurden registriert, rund 65 Prozent ging davon auf das Konto rechtsgerichteter Täter.

Personalsituation verbessert

Polizeichef Hylla lobte die Entscheidungen der Landesregierung, dass die eingeleiteten personellen Einsparbestrebungen korrigiert wurden. Die Arbeit seiner Direktion profitiert von einer „deutlichen Personalzuführung.“

Thorsten Bley, Chef der Polizeiinspektion Schönefeld Flughafen: „Wir sind noch nicht am Stellen Soll, die Talsohle ist noch nicht durchschritten, aber die Kehrtwende ist eingeleitet. Es geht auch nicht so schnell, schließlich wachsen Polizisten nicht am Baum.“

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