Christel Pawlik – eine starke Frau

8. Januar 2019
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Sie ging leise – von vielen unbemerkt, obwohl die meisten Schulzendorferinnen und Schulzendorfer sie kannten.  Christel Pawlik, eine starke Frau.

Eine Frau, die sich einmischte, wenn sie die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen gefährdet sah. Eine Frau, die mit dem Herzen dachte! Sie lebte aus der reichen Erfahrung ihrer Vergangenheit, immer der Gegenwart zugewandt. Von ihr stammt der Satz: Nur wer die Vergangenheit kennt, kann in Gegenwart und Zukunft gleiche Fehler vermeiden“,  als sie die Entwicklung Deutschlands nach der Wende beurteilte.

Sie hatte stets das große Ganze im Blick, aber auch die Belange der Menschen in der Gemeinde. Jahrelang fungierte sie als Vorsitzende des Bürgerbündnisses freie Wähler e. V. Der Kampf um Lärmschutz und Umwelt als Reaktion auf den Bau des neuen Flughafens in Schönefeld war ihr ein besonderes Anliegen, wie viele ihrer Stellungnahmen vor der Gemeindevertretung offenbarten.

Christel Pawlik (Foto: mwBild)
Christel Pawlik (Foto: mwBild)

Christel Pawlik, im 2. Kriegsjahr 1940 geboren, hat sich ihr ganzes Leben lang für das Wohl ihrer Mitmenschen eingesetzt. Ihre kritische Stimme war unüberhörbar.

Sie stammte aus einer antifaschistischen Familie, die während der Terrorherrschaft jüdische Mitbewohner versteckte. Nach ihrer pädagogischen Ausbildung arbeitete sie als junge Musiklehrerin in Märkisch Buchholz. Dort gehörte sie zum engen Freundeskreis des Schriftstellers Franz Fühmann. Später übernahm sie die Leitung der Schulzendorfer Grundschule. Bis zu ihrem Tod sprach sie von „ihren Kindern“, wenn sie den Lebensweg ihrer einstigen Schülerinnen und Schüler beobachtete. Ob im Seniorenbeirat, im Gartenverein, im Sportverein oder in anderen sozialen Einrichtungen –  stets hat sie aktiv mitgewirkt. Sie war bewusst unbequem. Gerade wegen dieser Eigenschaft wurde sie von vielen Menschen geschätzt. Im Dezember 2015 wurde Christel Pawlik für ihr ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde Schulzendorf ausgezeichnet.

Christel Pawlik auf einer Altanschließer Versammlung (Foto: mwBild)
Christel Pawlik während einer Altanschließer Versammlung (Foto: mwBild)

Bei kulturellen Veranstaltungen war sie – stets akkurat gekleidet – nicht nur interessierte Besucherin, sondern hatte auch viele Veranstaltungen als musikalische Interpretin begleitet. Unvergessen sind ihre letzten Auftritte als Märchenerzählerin von „Hänsel und Gretel“ und Rezitatorin von Tucholski-Texten in der Alten Feuerwache von Eichwalde im Jahr 2014.

In den letzten beiden Jahren zog sie sich aus dem öffentlichen Leben allmählich zurück. Ihre ganze Liebe galt ihrem Garten. Wenn sie von ihrem blühenden Hibiskusstrauch, den sie von einer Nachbarin als jungen Zögling geschenkt bekommen hatte, erzählte, leuchteten ihre Augen, als seien sie selbst erblüht. Nun ist das Haus, das seit drei Generationen in Familienbesitz war, verwaist. Sie wird ihrer Familie, ihren Freunden und der ganzen Gemeinde fehlen. Möge das Bibelwort aus Korinther 4, 18 uns mit Christel Pawlik verbinden: Das Sichtbare vergeht, doch das Unsichtbare bleibt ewig.“

Die Beerdigung von Christel Pawlik findet am Freitag, den 1. Februar 2019 um 13.00 Uhr auf dem Friedhof in  Schulzendorf statt.

Wahlkampf: Christel Pawlik war bei Bürgern beliebt. (Foto: mwBild)
Wahlkampf: Christel Pawlik war bei Bürgern beliebt. (Foto: mwBild)

 

15 Responses to Christel Pawlik – eine starke Frau

  1. Tim
    11. Januar 2019 at 18:52

    Ja genau Sabine Rühle, aber eine Petra darf hier ungehindert austeilen? Mit welchem Maß wird hier gemessen?

  2. Tim
    11. Januar 2019 at 18:06

    Lieber User Tim, Schmähkritik und Beleidigungen werden hier nicht geduldet.Aus diesem Grund wird Ihr Beitrag nicht veröffentlicht.

    Sabrina Rühle
    Redaktion

  3. P. Prochaska
    11. Januar 2019 at 13:03

    Ein Herz hat aufgehört zu schlagen.
    Eine Stimme ist stumm geworden.
    Aber die Gedanken, Ideen und ihr Andenken bleiben bestehen.

  4. Petra
    Petra
    11. Januar 2019 at 07:13

    @Tim Voigtländer: Warst Du nicht selber für den Bürgerverein aktiv? Wir solln stille sein, wo die Gemeinde so einen Schund über eine solche Persönlichkeit über Deine Kollegin veröffentlicht? Gehts noch? Die Gemeinde soll sich am Artikel von Herrn Wollenberg eine dicke Scheibe abschneiden. Und Herr Franke, Du scheinst zu lange mit Mücke zusammengearbeitet zu haben.Der ist auch immer für nichts zuständig. Wenn ihr nicht mal in der Lage seid, für respektvolle letzte Worte auf der Internetseite der Gemeinde zu sorgen, dann macht Euern Laden dicht. Wenn ihr es selber nicht könnt, geht in die Grundschule, lasst Euch von den Schülern der 6. Klasse einen Text mit Niveu verfassen und sorgt für eine Veröffentlichung. Unter Herrn Puhle hätte es soetwas nicht gegeben!!!

  5. Olli
    10. Januar 2019 at 14:54

    Herr Voigtländer, ich lass mir doch von Ihnen nicht den Mund verbieten. Das „Ich kann nichts machen“ von Herrn Franke ist doch unterirdisch. Na klar kann er was machen.

  6. Tim Voigtländer
    10. Januar 2019 at 07:02

    Könnt ihr nicht einfach mal eure kleinkarierten Diskussionen stecken lassen und Christel ihren Nachruf kondolieren oder stille sein?

    Euch ist aber auch garnichts heilig oder?

  7. Petra
    Petra
    9. Januar 2019 at 17:45

    „für die Webseite der Gemeinde sind wir nicht zuständig und können das nicht beeinflussen.“ – Peinlicher geht ja wohl nicht Herr Franke. Sie können das sehr wohl beeinflussen. Gehen Sie zu Mücke und fordern eine respektvolle Darstellung ein. Haben Sie das getan?

  8. BingeLaden
    BingeLaden
    9. Januar 2019 at 14:33

    Lieber Herr Franke, bitte erst lesen, dann nachdenken und danach lospoltern und nicht umgedreht. Sie verfehlen in Ihrer Reaktion auf meinem Beitrag das Thema.

  9. Tiefflieger
    Tiefflieger
    9. Januar 2019 at 12:13

    Für Fluglärmbetroffene,für vom MAWV getäuschte Altanschließer, für vom Straßenbau überforderte Anlieger hatte Frau Pawlik stets ein offenes Ohr. Sie hat für eine Klärung getan, was sie konnte. Vielen Dank dafür. Sie wird mir in bester Erinnerung bleiben.

  10. Gernut Franke
    9. Januar 2019 at 10:07

    @BinGeladen, für die Webseite der Gemeinde sind wir nicht zuständig und können das nicht beeinflussen. Wir haben auch erst Montag nachmittag über die Webseite der Gemeinde erfahren, dass Christel gestorben ist. Statt sich in Blogs auszulassen, wenden Sie sich doch direkt an uns, doch das machen Sie ja nicht, dann würden Sie sich enttarnen und Ihre Anonymität aufgeben. Überlegen Sie mal, ob es fair und menschlich ist, versteckt hinter einer Hecke auf Andere zu schießen. Wenn Sie etwas für Schulzendorf verändern möchten, dann bringen Sie sich aktiv ein. Denn nur meckern, ohne vorher dem Kritisierten eine Chance zu geben, sich dazu zu äußern, verändert nichts.
    Christel hätte Ihren Kommentar für unpassend gehalten.

    Danke Jens für Deinen tollen Nachruf.

    Wir werden Christel nie vergessen!

    Gernut Franke- für die Fraktion BürgerBündnis freier Wähler e.V.

  11. Eichberger
    8. Januar 2019 at 21:10

    Habe von dem schlimmen Ereignis jetzt erfahren. Eine ganz liebe Frau geht Schulzendorf verloren. Ich vergesse sie nicht.

  12. Besserwisser
    Besserwisser
    8. Januar 2019 at 19:53

    Im Gemeindenachruf kommt in einem Satz das Wort viel dreimal und das Wort Veranstaltung zweimal vor. Unsere Deutschlehrerin Frau Zeidler wäre darüber nicht erfreut.

  13. BingeLaden
    BingeLaden
    8. Januar 2019 at 19:13

    Danke Jens Wollenberg für die Worte! Christel Pawlik wird in meinem Gedächtnis als Mutter Courage haften bleiben, sie hat sich stets für die Interessen der Bürger eingesetzt, hat Politiker und Verantwortlich hinterfragt. Danke dafür Christel. Entsetzt bin ich über den peinlichen Nachruf der Gemeinde Schulzendorf auf ihrer Internetplattform. Herr Franke, Herr Schröder, weshalb lassen Sie als politische Mitstreiter von Christel soetwas zu und dulden das?

  14. Tim
    8. Januar 2019 at 18:55

    Liebe Christel,

    Worte können kaum den Schmerz beschreiben, wo immer du jetzt bist……
    Ruhe in Frieden.

    Selten habe ich eine so starke Persönlichkeit wie Dich kennengelernt.

    Ich werde Dich nie vergessen!

    In tiefer Anteilnahme
    Tim

  15. Büttner
    8. Januar 2019 at 18:43

    Oh das ist traurig. Sie wird fehlen.

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