Bürgermeisterwahl: Kandidaten – Trio debattierte im Zeuthener Winkel

20. September 2017
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Kurz vor der Wahl am kommenden Sonntag trafen sich die Bürgermeisterkandidaten Sven Herzberger (parteilos, unterstützt vom Bürger für Zeuthen, Die Linke, FDP), Jörg Jenoch (Wählerinitiative Eichwalde, unterstützt von der CDU) und Andreas Körner (Bündnis 90/Die Grünen) an dem Punkt, an dem die Grenzen der drei Kommunen aufeinandertreffen: Auf einem Privatgrundstück in der Max – Liebermann – Straße.

Andreas Körner, Sven Herzberger und Jörg Jenoch trafen sich am "Dreiländereck" (Foto: mwBild)

Andreas Körner, Sven Herzberger und Jörg Jenoch trafen sich am „Dreiländereck“ (Foto: mwBild)

Sie debattierten über die Themen Zusammenarbeit der Kommunen Schule, bezahlbares Wohnen und Fusion. Organisiert hat das Treffen Bündnis 90/Die Grünen. Der Schulzendorfer durfte dabei sein, das kam heraus:

Thema Schule

Trotz unterschiedlicher Entwicklungen in den drei Kommunen, sehen die Bürgermeisterkandidaten einen gemeinsamen Schulstandort als zwingend an.

Sven Herzberger: „Wenn wir viel Geld für eine Grundschule in die Hand nehmen, muss so intelligent gebaut werden, dass der Standort dauerhaft gesichert wird und nicht nur über den Zeitraum einer Welle des Bedarfes. Die Schule muss auch in 50 Jahren noch stehen und nicht leer gezogen sein.“

Andreas Körner: „Ob wir uns in Schulzendorf eine zweite Grundschule leisten können, weiß ich nicht. Angesichts der sich entwickelnden Bebauungsgebiete sollte man darüber nachdenken, eine Gesamtschule aufzubauen. Dass wir keine mehr haben, ist schlecht. Es mag damals gute Gründe dafür gegeben haben, sie zu schließen. Doch Jugendliche sagten mir heute in Gesprächen, dass sie in Schulzendorf nichts mehr hält.“

Jörg Jenoch plädiert für eine modulare Schulbauweise. Damit wären jederzeit eine Erweiterung der Kapazitäten und auch ein Rückbau möglich. Der Gemeinsame Schulstandort ist seiner Auffassung nach gesichert, denn wegen des zu erwartenden Flugverkehrs über der Eichwalder Schule „müssen wir da irgendwann raus.“

Das Trio erzielte breite Übereinstimmung in wichtigen Fragen der Kommunen. (Foto: mwBild)

Das Trio erzielte breite Übereinstimmung in wichtigen Fragen der Kommunen. (Foto: mwBild)

Thema günstiges Wohnen

Andreas Körner: „In Schulzendorf wird die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft geprüft. Ich vermute, dass das wirtschaftlich nicht machbar ist. Vielleicht ist es besser mit einer erfahrenen Wohnungsbaugesellschaft zu kooperieren.“

Auch Sven Herzberger sieht in der Zusammenarbeit mit einem gestandenem Unternehmen, zum Beispiel mit der WIWO, eine Option. Eine andere ist die Gründung einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft, vielleicht auch gemeinsam mit den Nachbargemeinden.

„Ich bin unzufrieden, wie sich der Wohnungsbestand in Zeuthen entwickelt hat. Wir haben einen großen Reparaturrückstand in unseren 300 Wohnungen. Wir müssen dafür sorgen, dass er zweckgerecht genutzt wird.“, so Herzberger.

Der Zeuthener Bürgermeisterkandidat weiter: „Um ehrlich zu bleiben müssen wir aber auch sagen, dass es wahrscheinlich nicht möglich sein wird, für alle günstige Wohnmöglichkeiten in Zeuthen zu garantieren.“

Jörg Jenoch will in Eichwalde Lücken, beispielsweise in der August – Bebel – Allee und der Bahnhofsstraße bebauen. „Wir können die Mietsituation nur entspannen, wenn wir mehr bauen. Kleine Wohnungen für 350 Euro sind möglich. Wir wollen einer Wohlfahrtsorganisation Grundstücke in Erbbaupacht zur Verfügung stellen, Interessente gibt es dafür bereits. Die baut dann Wohnungen für Senioren.“

Thema Fusion

Einigkeit herrschte unter den drei Kandidaten darüber, dass eine Fusion der drei Gemeinden nicht auf der Tagesordnung steht.

Andreas Körner:  „ Wir sollten uns pragmatische Arbeitsfelder suchen, wo die drei Kommunen zusammenarbeiten. Und wenn man in 50 Jahren darüber nachdenkt, ob es noch Sinn macht, dass Schulzendorf, Eichwalde und Zeuthen allein da stehen, dann sollen die Bürger entscheiden.“

Jörg Jenoch: „Fusion ist überhaupt kein Thema. Wir müssen Felder finden, auf denen wir kooperieren, wo die Bürger sehen, dass für sie ein Mehrwert herausspringt.“

Sven Herzberger: „Die Gemeinde ist der kleinste Hort menschlichen Zusammenlebens und das dürfen wir nicht preis geben. Das ist identitätsstiftend. Eine Gemeindefusion ist einzig Bürgersache.“

Herzberger kritisiert die Pläne der Brandenburger Landesregierung in Sachen Kreisgebietsreform scharf. Er verwies darauf, dass das Landesverfassungsgericht zyklisch stattfindenden Gebietsreformen eine klare Absage erteilt hat. „Jetzt kommt die Landesregierung durch die Hintertür und sagt, wir machen eine Verwaltungsstrukturreform, weil Verwaltungen effektiver werden sollen. Das ist ein gutes Ziel. Dass kann man aber auch  durch interkommunale Zusammenarbeit erreichen.“

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