BOLL schießt sich ins AUS

8. August 2017
Von

Patrick Boll von der „partei(un)abhängigen“ Wählergemeinschaft Schulzendorf pur hat mit einem Skandal für seinen politischen Abgang gesorgt.

Als die Hiobsbotschaft, dass nicht allen Kindern zum Schulbeginn ein Hortplatz zur Verfügung gestellt werden kann, den Gemeinderat völlig unerwartet erreichte, herrschte Entsetzen. Die Fraktion Die Linke berief sofort eine Sondersitzung des Sozialausschusses ein, in der die Sachlage erörtert werden sollte. Das Brisante an der Sitzung: Vieles hatte im Vorfeld auf ein Versagen der Mücke – Verwaltung gedeutet.

Patrick Boll hat sich als Vorsitzender des Sozialausschusses überflüssig gemacht. (Foto: mwBild)
Patrick Boll hat sich als Vorsitzender des Sozialausschusses überflüssig gemacht. (Foto: mwBild)

Heute fand sie statt.

Doch ausgerechnet Ausschusschef Patrick Boll schwänzte. Er informierte in einem Brief an alle Mitglieder, dass er die Sitzung nicht leiten werde. Der Grund: Er wolle keine „Wahl – Werbe – Veranstaltung für anstehende Bürgermeisterwahl – Kandidaten“ leiten. Boll sah keine Notwendigkeit für eine Sondersitzung. Die Verwaltung habe alle nötigen Schritte eingeleitet. „Jedes Kind, für das ein Hortplatz beantragt wurde, wird einen Hortplatz erhalten.“, schrieb Boll in seinem Brief.

Genau das konnte die Sozialamtschefin Meskat im Verlauf der Sondersitzung nach bohrenden Fragen von Abgeordneten aller Fraktionen jedoch nicht bestätigen. Zudem haben sich im Sitzungsverlauf Hinweise verdichtet, wonach Bürgermeister Mücke Gemeinderäte belogen haben könnte. Der Schulzendorfer wird ausführlich darüber berichten.

Ausnahmslos alle Gemeindevertreter, auch Bolls Fraktionskollege Andreas Körner (Bündnis 90/Die Grünen), wiesen seine Vorwürfe zurück und bekräftigten, dass die Sondersitzung ihren Sinn habe. Schließlich gehe es um Eltern, die möglicherweise ihre Arbeit aufkündigen müssen, weil die Betreuung ihrer Kinder nicht sichergestellt werden kann.

Jede Fraktion im Gemeinderat hat das Recht, Sondersitzungen einzuberufen.

3 Responses to BOLL schießt sich ins AUS

  1. Arno Nühm
    9. August 2017 at 15:38

    Furchtbar diese Unfähigkeit in dieser Gemeinde bzw in unserem Land :( :( :(

  2. kritischer Leser
    Interessierter Bürger
    9. August 2017 at 12:07

    Die Aussagen von Herrn Boll mit seiner Begründung schlagen den Fass dem Boden aus. Die Sorgen der Eltern mit Wahlkampf zu vergleichen ist eine Schande. Als betroffene Eltern sind wir froh über das Engagement der Gemeindevertreter die gestern anwesend waren, es glänzten ja noch weiter mit Abwesenheit.
    Dennoch war aus Sicht der Eltern die Sitzung unzureichend und nicht zufriedenstellend. Die Verwaltung in Anwesenheit von Frau M. war nicht in der Lage kompetente Aussagen zu treffen. Es wurde auf den laufenden Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung beim Ministerium verwiesen, ansonsten gab es nichts. Kein Plan B oder den Versuch die Anwesenden Eltern zu beschwichtigen Sie hat es ja nichtmal geschafft ihr Wort an die Eltern zu richten, geschweige denn Ihnen in die Augen zusehen. Letztlich werden wir die Eltern wieder vertröstet und gehen mit ungewissen Aussagen in die Ferien. Im übrigen können Sie meinem Kind erklären wenn es traurig fragt, warum sie nicht mit ihren Freundinnen in den Hort darf? Wozu gab es denn im vergangenen Jahr die Vorbereitung im Hort für die Kinder. Sie sollten an den Hort und die Umgebung gewöhnt werden. Es gefiel ihnen und sie hatten Spaß und jetzt muss ich meinem Kind sagen du darfst da nicht hin. Danke Herr Mücke.

  3. schulzendorfer Mutti
    9. August 2017 at 07:11

    Warum Herr Boll überhaupt Gemeindevertreter ist ich glaube er kennt nicht mal die Kindereinrichtungen unser Gemeinde geschweige dennoch die Grundschule .Positiv im Sinne unser Kinder hat er sich noch nicht eingesetzt. Also kann er sein Mandat niederlegen und ein aktiver Gemeindevertreter könnte nachrücken .

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