Bahnquerung Zeuthen: Der Schulzendorfer erklärt den Vorschlag

12. Januar 2019
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Seit Donnerstag ist ein Vorschlag für eine Bahn Unterführung am Zeuthener Forstweg in aller Munde und sorgt für Aufsehen. Der Schulzendorfer erklärt, worum es geht:

Wer hat sich alles ausgedacht?

Bündnis 90/Die Grünen Eichwalde, Schulzendorf und Zeuthen haben den Vorschlag unterbreitet. Maßgeblichen Anteil am Konzept hatte Landschaftsarchitekt Jonas Reif. Technische und konstruktive Parameter wurden im Plan berücksichtigt.

So könnte die Unterführung am S -Bahnhof Zeuthen (Forstweg) nach den Vorstellungen der Grünen aussehen.
So könnte die Unterführung am S -Bahnhof Zeuthen (Forstweg) nach den Vorstellungen der Grünen aussehen.

Wozu eine barrierefreie Bahnquerung?

Bis 2021 ist mit einem starken Anstieg des Zugverkehrs zu rechnen. Die S 8 soll bis Wildau verlängert werden, der Regionalexpress wird zwei Mal pro Stunde, ein IC im zwei Stunden Takt nach Cottbus fahren. Die Schrankenquerungen pro Stunde am Forstweg werden von derzeit 15 auf 24 Ende 2021 steigen. Rund 45 Minuten (heute ca. 30) pro Stunde wird die Schranke 2021 geschlossen sein.

Warum keine Brücke?

Es ist im Vergleich zur Unterführung die kostengünstigere Variante sagen Experten. Doch Lokalpolitiker lehnen sie strikt ab. Begründung: Eine Brücke zerstört das Ortsbild.

Wie sieht der Vorschlag konkret aus?

Der motorisierte Verkehr wird vom Fußgänger- und Radverkehr getrennt. In der Unterführung werden Haltebuchten für Busse geschaffen. Kiss-and-ride-Zonen werden eingerichtet, um kurz anzuhalten, jemanden aussteigen zu lassen und direkt wieder abzufahren. Beidseitige Rampen werden errichtet, um kreuzungsfrei die Straße überqueren zu können. Überdachte Fahrradstellplätze sieht der Plan vor.

 

Wer bezahlt das alles?

Land, Bund und Bahn müssten ein Drittel für die Straßenüber- bzw. -unterführung zahlen. Zeuthen muss für Fuß- und Radweg sowie Sonderwünsche aufkommen.

Was wird alles kosten und wo sollen die Gelder herkommen?

Die Grünen schätzen die Kosten auf der Grundlage des aktuellen Baupreisindexes auf rund 18 Millionen Euro. Die Gemeinde müsste allein 10 Millionen Euro in die Hand nehmen. Förderprogramme und Einnahmen aus Grundsteuern nach ihrer Reform sollen den Grundstein der Finanzierung bilden.

Was ist, wenn die Bahn den Vorschlag ablehnt?

Dann favorisieren die Grünen die sogenannte „H – Lösung“ im Zeuthener Winkel, eine Überführung, die zur Zeuthener Heinrich – Heine Straße und zur Eichwalder Friedenstraße führt.

Wie geht es jetzt weiter?

Bis Juni 2019 soll eine Studie mit der Deutschen Bahn Netz Klarheit über eine Bahnquerung bringen. Nach Vorlage soll im Gemeinderat ein Beschluss dazu gefasst und wenn nötig ein Nachtragshaushalt beschlossen werden.

(Alle Bilder: Landschaftsarchitekt Jonas Reif)

2 Responses to Bahnquerung Zeuthen: Der Schulzendorfer erklärt den Vorschlag

  1. Andreas
    12. Januar 2019 at 20:34

    Es wird höchste Zeit das diese Bahnprojekte vorankommen, es ist schon viel zu spät. Früher wurden Bahnprojekte gestemmt und entlang der Trassen entwickelten sich Wohn- und Geschäftszentren. Heute bestehen nahezu ausentwickelte Wohn- und Geschäftszentren und wir überlegen wie wir dort eine Bahntrasse verlegen wollen.
    Sofort anfangen und forciert abschließen.
    Jeder der hier im Umkreis mit Bahn oder anderweitig unterwegs ist wird die Zuzstände der überforderten Trassen und Bahnen und der endlosen Schrankenwartezeiten hassen und obendrei ist das Investorenabschreckend.
    @ Hrn. Knuffke: theoretisch korrekt, was neue Opern, Flughäfen und andere Projekte betrifft, aber hier sind wir schon um Jahrzehnte zu spät. Da ist abwarten eher unklug.

  2. Frank Knuffke
    12. Januar 2019 at 15:05

    Wollen wir nicht erst mal abwarten ob der jetzige Tunnelbau gelingt? Dann können auch etwas einfacher gestrickte Gemüter abschätzen,ob so was im BRD-Irrenhaus überhaupt noch realisierbar ist…..

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