Albrecht Menzel und Magda Amara zu Gast bei den Schlosskonzerten

9. Oktober 2018
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Einen Kammerkonzertabend der Superlative präsentierten Albrecht Menzel auf einer echten Stradivari von 1709 Magda Amara am Flügel.

Königs Wusterhausen. So wie am Sonntag beim Konzert in den Kavalierhäusern von Schloss Königs Wusterhausen mag es bestimmt auch einst bei den fürstlichen Kammerkonzerten zugegangen sein. Während sich draußen der Herbst mit diesigem Wetter und kühlen Temperaturen ankündigt, empfängt den Besucher in den Räumen des Schlosses die wohlige Wärme des duftenden Holzfeuers im Kamin und würdigt das Ende der Woche mit einem eindringlichen Musikerlebnis.

In dem seit Wochen ausverkauften Konzert konnten die Besucher den reinen Klängen von Geige und Klavier lauschen. Das unprätentiöse und uneitle Auftreten der Musiker stand geradezu im Kontrast zu ihrem Können und den klaren, sauberen Tönen, die sie ihren Musikinstrumenten entlockten. Menzel, Gewinner mehrerer bedeutender Musikpreise und Preisträger diverser renommierter Wettbewerbe, steht seit 2012 leihweise eine Violine von Antonio Stradivari zur Verfügung. „Ein absolutes Novum in Königs Wusterhausen“, wie Gerlint Böttcher, die künstlerische Leiterin der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen bei ihren Eröffnungsworten betonte.

Albrecht Menzel und Magda Amara

Albrecht Menzel und Magda Amara

Aber ein Instrument ist eben auch nur so gut, wie derjenige, der es zu spielen weiß. Und zu denen zählt Menzel. Voller Hingabe präsentierte er mit Amara ein anspruchsvolles Programm abseits des Mainstreams: Angefangen bei der harmonischen und dennoch beschwingten Sonate für Violine und Klavier c-Moll von Francesco Geminiani und Paul Hindemith, der seine Zuhörer hinabriss in einen gewaltigen Strudel der Musik. Darauf folgte das romantische Rondo capriccioso von Camille Saint-Saëns, welches das breite Spektrum eines wunderschönen Themas in vielfältigsten Variationen, ob abwechselnd am Klavier, an der Geige oder gemeinsam zum Besten gab. Die ebenfalls ausgezeichnete Pianistin begleitete den jungen Geiger und stand ihm dabei in Nichts nach, vielmehr vervollkommnete sie mit ihrem einfühlsamen Spiel am Flügel das perfekte Klangerlebnis.

Den zweiten Teil des Abends widmeten die beiden Ausnahmekünstler der Sonate G-Dur für Violine und Klavier des Belgiers Guillaume Lekeu. Besonders der letzte Satz „Très animè“ birgt viele Überraschungsmomente, die von Menzel und Amara sehr sinnlich bzw. stimmungsvoll interpretiert wurden. Das begeisterte Publikum zollte mit frenetischem Applaus dem gekonnten Spiel der beiden Musiker Tribut. Ein Höhepunkt des Abends bildete nicht zuletzt die Zugabe Valse-Scherzo in C-Dur von Peter Tschaikowsky. Dieses kleine Stück ist eine Klasse für sich und zeigt viele Raffinessen, die von beiden Musikern mit absoluter Leichtigkeit gemeistert wurden: Behände sprangen die flinken Finger Amaras über die Tastatur des Klaviers gefolgt von Menzel, der hingebungsvoll jeden Ton seiner Stradivari artikulierte.

Mit dieser gelungenen Performance machen die Schlosskonzerte Königs Wusterhausen Lust auf das Abschlusskonzert mit 14 Berliner Flötisten in der Kreuzkirche am Samstag, dem 20. Oktober 2018, um 19 Uhr.

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