Purer Hörgenuss bei der Eröffnung der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen

13. September 2017
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Königs Wusterhausen. Hervorragend bis brillant fiel das Resümee der Zuschauer zu diesem schönen Konzert in der gut besuchten Kreuzkirche aus, bei dem ausgezeichnete Musiker die Mischung eines Programms vortrugen, das sowohl an Intelligenz als auch Leichtigkeit nichts missen ließ.

Der Dank in den Eröffnungsreden von Dr. Andreas H. Apelt, Bevollmächtigter des Vorstandes des Freundeskreises Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e.V. und Dr. Lutz Franzke, Bürgermeister von Königs Wusterhausen, richteten sich an die Sponsoren und Gerlint Böttcher, „die charmante künstlerische Leiterin, die mit den Schlosskonzerten Königs Wusterhausen ein Format geschaffen habe, das sich künstlerisch auch über die regionalen Grenzen hinaus sehen lassen könne“. Zu Recht, denn das folgende Konzert lieferte für die lobenden Worte sogleich den Beweis.

Zur Eröffnung der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen spielten das Kammerorchester Pforzheim, Simon Höfele auf der Trompete und Gerlint Böttcher am Klavier. Foto: Norbert Vogel.

Zur Eröffnung der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen spielten das Kammerorchester Pforzheim, Simon Höfele auf der Trompete und Gerlint Böttcher am Klavier. Foto: Norbert Vogel.

Das Kammerorchester Pforzheim unter der Leitung eines versierten Aurélien Bello dokumentierte mit dem Konzertabend das breite Spektrum eines Oevres und wechselte dabei gekonnt die Rolle vom Hauptakteur zum begleitenden Partner, ohne dabei an Bedeutung zu verlieren. Als glanzvollen Auftakt für den Musikabend wählten sie Antonín Dvo?áks berühmte Humoreske op. 101 Nr. 7 Ges-Dur, deren Vielfalt, Kontraste und Stimmungen sie elegant und schwungvoll vortrugen und damit die Zuschauer auf den vielschichtigen Umfang des Konzertes einstimmten. Und in der Tat überzeugten am Abend die Darbietung von echten Klassikern, wie der Humoreske, über „easy listening“-Stücke von Leoš Janá?ek und Vincenzo Bellini bis hin zu einem virtuosen Kunstwerk von Dimitri Schostakowitsch.

Die erste Hälfte des Konzertabends blieb der tschechischen Musik des ausgehenden 19. Jahrhunderts vorbehalten, und zwar mit den sieben Stücken der „Idyll für Streichorchester“ JW 6/3 von Leoš Janá?ek. Unabhängig ob sie das Gravitätisch-Erhabene im Moderato, den feinsinnigen Einstieg im Adagio oder den Frage-Antwort-Part im Scherzo spielten, der Dirigent gab jedem einzelnen Musiker seines Ensembles den nötigen Raum, sich zu entfalten und trotzdem im großen Miteinander des Orchesters mitzuwirken.

Klar und rein erklang der Ruf der Trompete zu Beginn des ersten Satzes in Vincenzo Bellinis „Konzert für Trompete und Orchester und zog die Zuhörer in ihren Bann. Der 22-jährige Simon Höfele überzeugte durch seine musikalische Darbietung, wobei er das Blasinstrument geradezu intuitiv in Szene setzte. Sympathisch und immer mit einem Schalk im Nacken füllte Höfele mit seinem Instrument den Raum. Es hätte keine bessere Besetzung für dieses Konzert geben können. Das bewies er auch im Zusammenspiel mit Gerlint Böttcher.

Das Konzert für Klavier, Trompete und Schreichorchester Nr. 1 op. 35 von Dmitri Schostakowitsch schien ein Stück, wie für sie geschaffen. Denn in seiner Vielfältigkeit konnte sie erneut ihr Können und ihre Virtuosität unter Beweis stellen: Ob es die Läufe, die Passagen in den hohen Registern des Klaviers oder akzentuierende Akkorde sind, bei Böttcher saß jeder Handgriff und stimmte jeder Ton. Voller Empathie huldigte sie den Formen und Klängen von Schostakowitsch auf einer Reise der großen Komponisten, Beethoven, Haydn, Tschaikowsky, Rachmaninow und viele mehr, die der Komponist in seinem Konzert persifliert.

Auch hier gelang es dem Dirigenten erneut, den Akteuren – Klavier, Trompete und Orchester – ihren eigenen Raum zum alleinigen Vortrag zu lassen, in dem sie trotzdem oder gerade deshalb ihren Beitrag zum großen Ganzen leisteten. Am Ende im Allegro con brio wetteiferten Streicher, Trompete und Klavier geradezu und lieferten ein wahres musikalisches Feuerwerk, gefolgt von einem Intermezzo, einem Staccato der Streicher im Wechsel mit der Trompete und dem Klavier. Anschließend griffen alle abwechselnd das Thema des Satzes auf und trugen unterschiedlichste Variationen desselben vor: Ein eifriges Wechselspiel, das abrupt endete und durch den frenetischen Applaus aufgefangen wurde.

Informationen zu den weiteren Konzerten und Tickets erhalten Interessierte auf der neuen Internetseite: http://schlosskonzertekoenigswusterhausen.de/.

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