2000 Tage Nicht-Eröffnung BER – Das war absehbar

1. Dezember 2017
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Christoph Schulze ist fraktionsloser Abgeordneter im Landtag Brandenburg. (Foto: Wolff)

Christoph Schulze ist fraktionsloser Abgeordneter im Landtag Brandenburg. (Foto: Wolff)

Der Standort des Flughafens BER war von Anfang an ist falsch, falsch auch die Grundausrichtung als „VEB Flughafen“ – d. h. durch die öffentliche Hand geplant, zu bauen und zu betreiben – war auch von Anfang an falsch.

Die verantwortlichen Politiker Stolpe, Platzeck, Woidke und Wowereit haben stets alle Warnsignale ignoriert und alle Warnungen von gut meinenden Freunden beständig in den Wind geschlagen.

Man musste kein Prophet sein, um frühzeitig zu erkennen, dass das Projekt Flughafen BER am falschen Standort und in der falschen Rechtsform zu einer Katastrophe werden musste.

Gerne wurden die Geschäftsführer Schwarz, Mehdorn, Mühlenfeld und jetzt Herr Lütke Daldrup als die verantwortlichen und Schuldigen hingestellt. Keine Frage, jeder der Geschäftsführer trägt zu seiner Zeit ein grundsätzliches Maß an Mitverantwortung an der Milliarden-Verschwendung. Die Hauptverantwortlichen bleiben aber die Politiker mit der falschen Standortentscheidung, ihrem ständigen „Weiter so!“ und ihrem fehlendem Mut für ein „Stopp und Aus“ des verfehlten Flughafen-Projekts.

6,6 Milliarden sind jetzt bereits für den unfertigen Bau des Flughafens BER verbraucht. Ein Ende ist nicht absehbar und ein realistischer Plan für die Zukunft des Luftverkehrs in der Region ist nicht erkennbar. Das Single Airport Projekt am Standort Schönefeld, dass auf 50 bis 60 Millionen Passagiere ausgeweitet werden soll, wird die vorhandenen Probleme weiter verschärfen. Die Gesundheitsschädlichkeit des Fluglärms und der Abgase der Flugzeuge für die Anwohner des Flughafens, infrastrukturelle Engpässe und Unwirtschaftlichkeit des Betriebs des Flughafens werden mit der Eröffnung des Flughafens erst so richtig sichtbar werden.

Die Zeche für den Flughafen an diesem Standort zahlen die Anwohner mit Ihrer Gesundheit und alle Brandenburger mit ihrem Steuergeld.

(Der Schulzendorfer ist um ein breites Meinungsspektrum bemüht. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.)

8 Responses to 2000 Tage Nicht-Eröffnung BER – Das war absehbar

  1. Nemo
    3. Dezember 2017 at 17:24

    Die Meldung, „dass man einen Nachbau des BER zumindest einen ähnlichen Flughafen in China in zwei Jahren gebaut und in Betrieb genommen hat“, hab ich auch gelesen.

    Auf der Satire-Website der-postillon.com. :-)
    Dort wurde auch berichtet, das es günstiger ist Stuttgart 32 Meter anzuheben statt den Bahnhof zu versenken.

  2. Nobody
    3. Dezember 2017 at 10:49

    Ja Völker, weiss nicht mehr wo ich es gelesen habe. So etwas bleibt natürlich hängen. Zudem glaube ich nicht, dass es sich unweigerlich um Satire handeln muss, wenn man einen Flughafen wie den BER in einer wesentlich kürzeren Bauzeit errichten kann..

  3. Rote Zor(n)a
    3. Dezember 2017 at 08:23

    @Christoph Schulze
    @Volker

    DANKE für die offenen Worte.
    DANKE Herr Wolf,
    das SIE das publizieren.

    Die „Erfolgs“- und Eigenverliebtheit
    von Stolpe, Platzeck, Woidke und Wowereit und Loge
    und und …

    der „großen Koalition“ in Land- und Kreistagen
    sollte nicht unterschätzt werden:

    Dunkelrot trifft Rot trifft Grün trifft wen auch immer
    und ein roter Spatz kratzt der Krähe kein Auge aus.
    „Roter Adler“ – Neuwahlen in Brandenburg? – Hahahahahahaha:

    Wirtschaft trifft Politik – Stichwort „Parlamentarischer Abend“
    Wirtschaft schafft ein „Wohlfühlklima“ für Politiker*innen,
    Politik bedient Wirtschaft,
    gesponserte Wirtschaft stützt Politik,
    koste was es wolle:

    „Wir können das – wir schaffen das“.

    Am besten planwirtschaftlich
    und unter Aushebelung von Recht und Gesetz
    und die Kraft des Wettbewerbes wird
    in Ketten gelegt und paralysiert.

    Tausende Euros in der Pralinenschachtel
    des Herrn Albrecht vom MAWV,
    als Spitze des Eisberges
    oder eher als Schildbürgerstreich
    eines Dilletanten?

    Zitat von Herrn Stolpe,
    am Rande unserer Demo
    in Diepensee (alt = abgerissen):

    „Die machen das“.

    War das noch Gläubigkeit
    oder schon Naivität
    dieses

    HERRN

    oder schon offener Verrat
    an seinem Wahl-Volk?

  4. Röschen
    2. Dezember 2017 at 20:39

    Endlich mal einer der es auf den Punkt bringt
    Die Lobby aus Frankfurt (Main ) spielt bestimmt auch noch eine Rolle

  5. Volker
    2. Dezember 2017 at 16:22

    Ich denke, man muß den Anfang der Baugeschichte im Blick haben, um nicht solche tendenziösen, m.E. falschen Aussagen zu treffen, wie im zweiten Absatz des ‚Schulzendorfer‘. Entscheidend für die Standortentscheidung war die Spekulation der Westdeutschen Landesbank, die vorzeitig in Schönefeld investiert hatte, und das Interesse der Bayern, die wegen ihres neuen Flughafens ‚Fanz-Josef Strauss‘ keine Konkurrenz haben wollten. Die Qualität der CSU-Verkehrsminister wurde bis heute mit Dobrindt,nachfolgend Geschäftsführer Christian (Glyphosat) Schmidt, gezeigt. Stolpe wurde mit Stasi-Akten zur Zustimmung gepresst.
    Und vielen Dank für die Belesenheit von Nobody: Ich empfehle auch, den Postilion zu lesen, ein ausgezeichnetes Satire-Magazin.

  6. Nobody
    1. Dezember 2017 at 22:42

    Hab heute gelesen, dass man einen Nachbau des BER zumindest einen ähnlichen Flughafen in China in zwei Jahren gebaut und in Betrieb genommen hat.

    Sagt viel über uns aus, finde ich….

  7. Bürger
    1. Dezember 2017 at 21:47

    das schlimmste ist ja das genau diese Verantworlichen sich jeglicher Verantwortung entziehen ….verbrannte Erde hinterlassen ….genug daran verdient haben Pensionen sind gesichert …..nach mir die Sinflut ….gerade die verantwortlichen Politiker müssten für den Schaden aufkommen ….jeder Unternehmer muss Insolvenz anmelden und für seine Schulden haften oder gerade stehen ….aber diese Herren nicht ….irgendetwas stimmt da nicht in unserem Land und unseren Gesetzen…es sind dann doch nicht alle gleich …….am ENDE

  8. Röschen
    1. Dezember 2017 at 19:43

    Aber sind sponsoren des lichtetfestes?

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